Freitag, 19. April 2019 22:40 Uhr

Tayla Parx: Das Mädchen, das die krassesten Welthits schreibt

Foto: Madeleine Dalla

Mit Tayla Parx geht eine junge Künstlerin an den Start, die mit ihren 25-Jähren schon ein alter Hase ist. Auch wenn die meisten bisher noch nie ihren Namen gehört haben, dürften dennoch alle ihre Musik gehört haben. Denn aus ihrer Feder stammen Hits wie „7 Rings“ von Ariana Grande oder „Boss“ von Fifth Harmony. Nun will sie sich aber selbst einen Namen mit ihrer Musik machen. Klatsch-tratsch.de traf sich mit der sympathischen Sängerin zum Talk.

Tayla Parx über Nick Jonas, Fan-Girl-Momente und Karriere-Tricks

Foto: Madeleine Dalla

#Hast du eine Beziehung zu Deutschland oder ist das dein erstes Mal hier?
Tatsächlich stammte mein Vater aus Deutschland. Meine Familie ist eine bunte Mischung, jeder kommt aus einem anderen Land. Mein Vater ist aus München.

Du Ariana Grandes Hit „7 Rings“ mitgeschrieben und zusätzlich an mehreren weiteren Songs auf ihrem gleichnamigen Album. Was geht dir durch den Kopf, wenn du diese Songs irgendwo hörst?
Ich bin sehr aufgeregt, denn das sind alles Songs, die es Frauen erlauben sich mit sich selbst wohlzufühlen. Sich selbstbewusst zu fühlen. Der Song sagt aus, danke für alles Gute, alles Schlechte, weil es mir hilft, erwachsen zu werden. „7 Rings“ gibt mir Power und Freude und ich habe richtig Lust mich mit meinen Freunden zu treffen, raus zu gehen und Spaß zu haben.

Du hast mehrere Songs geschrieben, die gerade in den Charts sind. Wie muss man sich das vorstellen, wenn du im Auto bist und plötzlich im Radio einer deiner Songs läuft?
Die Sache ist die, dass ich sehr wenig Radio höre, meistens nur wenn ich in einem Auto sitze. Das ist mir übrigens vorhin passiert. Ich saß in meinem Uber und plötzlich kam der neue Song „High Hopes“ von Panic at the Disco, den ich geschrieben habe. Das ist schon echt cool. Ich freue mich natürlich jedes Mal.

Lass uns über deine eigene Musik reden. Deine letzte Single hieß „Slow Dance“. Mit wem würdest du denn gerne mal ganz langsam tanzen?
Phuu, das ist eine interessante Frage. (lacht) Ich versuche mit niemanden in meiner Industrie zu “slow dancen”.

Ich dachte jetzt fällt bestimmt der Name Drake. (lacht)
Ich versuche es wirklich zu vermeiden mit jemanden aus der Industrie etwas anzufangen, aber ich weiß worauf du hinaus möchtest. (lacht) Wenn ich jetzt jemanden wählen müsste … hm. Früher fand ich Nick Jonas süß, aber der ist ja jetzt verheiratet und weg vom Markt. (lacht)

Du hast bisher mehrere Songs für unterschiedliche Künstler geschrieben. Hörst du dir die Songs manchmal an und denkst dir “Ach, ich hätte den Song vielleicht besser gesungen“?
Naja der Grund, warum ich Songs für andere schreibe ist, dass es einfach nicht nur um mich geht oder meine Vision von einem Song, sondern auch was andere daraus machen. Ich hab so viele Songs geschrieben und ich und bin stolz darauf, irgendwann kann ich zurückblicken und sagen, “Hey ich bin ein Teil von diesem Song.” Es wäre sehr egoistisch von mir, wenn ich so viele Songs schreiben würde und nur 14 davon veröffentliche, weil keiner außer mir die Songs singen darf. Manche Songs haben viel von meiner persönlichen Attitüde aber ich wechsel auch mal das Genre und bei einigen Songs weiß ich, dass es besser wäre, wenn es jemand singt, der mehr Country macht oder mehr Latino. Das schöne am Songwriting ist, dass du einfach mehrere Seiten von dir zum Ausdruck bringen kannst, so ein wenig wie Schauspiel.

Quelle: instagram.com

Wenn du jetzt ein Song schreiben müsstest über deine vergangene Woche, welche fünf Wörter würdest du benutzen und wer sollte ihn singen?
Also den Song müsste Charlie XCX singen und es würde darum gehen viel Spaß zu haben, sich ein Tattoo auf einer Insel stechen zu lassen, verschiedene alkoholische Getränke auszuprobieren. Es wäre ein richtiger Partykracher!

Was für Tattoo hast du dir stechen lassen?
Ich habe mir einen Frauenkörper in Manchester stechen lassen. Das war von einer ziemlich bekannten Tattoo Künstlerin. Sie ist dafür bekannt, dass sie so schön zeichnet und dass die Motive richtig echt aussehen. Vor allem wenn es um Frauenkörper geht, malt sie nicht eine perfekte Version von einer Silhouette, sondern zeigt ehrliche und natürliche Frauenkörper. Das musste ich mir auf den Arm stechen lassen, damit es mich immer daran erinnert selbstbewusst mit meinem Körper umzugehen.

Quelle: instagram.com

Du schreibst Songs für die Creme de la Creme der Musik-Industrie.  Schüchtert dich das manchmal ein?
Ich arbeite schon seit ich neun Jahre alt bin, und mit 11 Jahren habe ich schon Denzel Washington und Diana Ross kennengelernt und ich konnte mit denen sprechen und mich austauschen. Ich denke, das war ein entscheidender Punkt in meiner Karriere. Ich werde nicht “Star Strucked” vor allem nicht bei Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, weil sie ein Teil meines kreativen Prozesses sind. Einer meiner Lieblingskünstler war Tyler, the Creator und es war echt cool mit ihm zu arbeiten. Ich habe auch Rihanna und Beyonce mehrmals getroffen und ich habe sehr viele Gespräche mit ihnen geführt. Aber es sind mehr die Momente mit Pharrell Williams oder Tylor the Creator, das sind die Menschen, die mir das Gefühl geben “Hey du bist mehr als nur ein Künstler, du bist eine kreative Klasse für dich selbst” und ich respektiere sie so sehr deswegen. Es geht dabei einfach um mehr als nur um Musik. Es geht um “Fashion” und deine Ideen, dein Umfeld und wie du dich gibst. Und das macht mich letzten Endes aufgeregt, wenn ich eine solche Person treffe.

Kannst du dich an einem besonderen Moment mit einer dieser berühmten Personen erinnern, bei dem du dich sehr inspiriert gefühlt hast?
Auf jeden Fall Pharrell, es war definitiv sehr cool mit ihm zu arbeiten. Ich haben so oft schon mit ihm zusammengearbeitet und das war immer super bereichernd für mich. Manchmal dachte ich, ich kann es kaum erwarten wieder mit ihm zusammenzuarbeiten und plötzlich hatte ich auf einmal eine Nachricht von ihm bekommen: “Hey, wollen wir uns im Studio treffen und etwas machen?” Mich mit Leuten wie ihm zu umgeben ist echt immer unglaublich.

Dein neues Album „We Need To Talk“ (zu deutsch: Wir müssen reden) ist vor wenigen Tagen auf den Markt gekommen. Wann hat das letzte mal jemand zu dir gesagt “Hey, wir müssen reden”?
Hmm vor drei Tagen. Es war die gleiche Person, die das übrigens auch zu mir vor sechs Monaten gesagt hat. (lacht)

Quelle: instagram.com

Ich kann mir gut vorstellen, dass der Satz „Mir müssen reden“ bei vielen Leuten eher auf Unbehagen stoßen könnte …
Wir haben so viel Angst davor und wollen nicht diese Person sein, mit der man reden muss, deswegen habe ich auch so das Album genannt. Was ist eigentlich dieses “Wir müssen reden”? Es wäre so viel einfacher für jeden, wenn wir unser Ego runterschrauben würden und die Frage nicht so überbewerten würden, vor allem die Konfrontation nicht scheuen würden. Man sollte einfach ehrlicher sein, was seine Gefühle betrifft. Natürlich hat man manchmal das Bedürfnis sich auszutauschen, aber was kann schon Schlimmeres passieren, außer dass man sagt “Wir sind wohl nicht derselben Meinung”? Ich denke, das Album drückt aus “Hey, lass uns mal einfach ins Gespräch kommen”. Heutzutage schreiben wir so viele Nachrichten und dadurch wird nicht klar, wie etwas gemeint ist. Deswegen wäre es manchmal einfacher, jemanden anzurufen und über etwas zu reden, denn dann kann man zum Beispiel heraushören, ob der andere wütend ist oder nicht. Das würde sehr viel einfacher machen.

Kannst du uns einige Fun Fakts über dich verraten, die niemand zuvor gehört hat?
Ich bin eine schreckliche Zeichnerin. Ich liebe es kreativ zu sein, aber ich bin nicht wirklich handwerklich begabt. Ich versuche nicht so oft Kaffee zu trinken, es sei denn, es ist wirklich ein Notfall. Also ich trinke nur sehr wenig Kaffee, aber heute ist einer dieser Tage (lacht). Ich bin davon immer ganz schlimm aufgedreht. Außerdem bin ich ein richtiger Nerd. Ich war in der Schule im Debattierklub.

Quelle: instagram.com

Du hast zwei Jahre Medienrecht studiert. War das für dich in deiner Karriere bisher hilfreich?
Ja, auf jeden Fall. Ich arbeite ja schon seitdem ich 9 Jahre alt bin und ich habe mich schon immer für mehrere Sachen interessiert. Natürlich ist es hilfreich, wenn du nicht nur auf der künstlerischen Seite stehst und da Ahnung hast, sondern auch im Musikbusiness einige Vorgänge besser verstehst. Einige geben ja sehr gerne die Dinge an andere ab, wenn sie das nicht verstehen oder sich nicht damit auseinandersetzen wollen. Aber wenn du so behandelt werden möchtest, wie du es verdienst, dann ist es immer von Vorteil, wenn du dich auskennst und Einfluss auf das Business ausüben kannst.

Kannst du anderen einen guten Tipp geben, wenn es ums Verhandeln geht ?
Es kommt immer darauf an. Aber grundsätzlich bleib immer bei dir. Ein Grund für meinen Erfolg ist es, dass ich immer bei mir geblieben bin, egal was andere gesagt haben. Sei einfach selbstbewusst, wenn du in einen Raum kommst, und versuch deine Qualitäten wirklich hervorzuheben, sei authentisch und einfach du selbst. Entweder der Menschen vor dir versteht es oder der Nächste wird es verstehen. Das Schlimmste was dir jemand sagen kann ist “Nein”. Gerade in der heutigen Zeit ist es für Frauen im Musikbusiness wichtig sich durchzusetzen und ihre Bedürfnisse klar zu äußern.

Das könnte Euch auch interessieren

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren