Corona-Extremkäufe: Wohin mit den Fischkonserven?

dpadpa | 03.11.2021, 11:41 Uhr
Der Thunfischboden für die Pizza kommt ohne Mehl und Hefe aus. Stattdessen wird der Teig aus Dosen-Thunfisch, Eiern, Mandelmehl, Parmesan sowie Meersalz und Pfeffer gemacht.
Der Thunfischboden für die Pizza kommt ohne Mehl und Hefe aus. Stattdessen wird der Teig aus Dosen-Thunfisch, Eiern, Mandelmehl, Parmesan sowie Meersalz und Pfeffer gemacht.

Bui Vössing/Hölker Verlag/dpa-tmn

Toilettenpapier und Fischkonserven waren der Renner bei den Hamsterkäufen zu Beginn der Pandemie. Nun wird es Zeit, die Vorräte in der Schublade zu nutzen. Tipps für Dips, Pizza und leckere Puffer.

Ob Thunfisch, Heringsfilets oder Sardinen in Öl: Im Jahr 2020 haben Deutsche so viele Fischkonserven gekauft wie selten. Das Fisch-Informationszentrum sprach aufgrund der Corona-Pandemie sogar von „Extremkäufen“. Wer die Vorräte jetzt aufbrauchen will, kann auf ausgefallene Rezepte setzen und vielfältige Zubereitungsvarianten testen.

Knusprige Pizza – sogar low carb

Zum Beispiel eine Pizza mit Thunfischboden, die Autorin Su Vössing vorstellt in ihrem Buch „Meine gesunde Küche für jeden Tag“. Dafür wird ein Boden aus einer Dose Thunfisch, Eiern, Mandelmehl, geriebenem Parmesan sowie Meersalz und Pfeffer gemacht. Die im Mixer hergestellte Thunfischmasse gibt man auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und formt einen Pizzaboden daraus. Dieser wird im Ofen vorgebacken, während man den Belag aus Tomatensoße, Avocado-Scheiben, Erbsen und Cocktailtomaten vorbereitet. Am Ende kommt die Pizza samt Belag noch einmal in den Ofen, dann darf sie serviert werden.

Kann diese Pizza denn auch Fans der traditionellen Teig-Variante überzeugen? „Die klassische Pizza kann man mit dieser nicht vergleichen“, sagt Su Vössing. „Geschmacklich ist die Thunfisch-Pizza überraschend fein, außen knusprig und innen cremig in der Konsistenz. Ich finde sie toll.“ Ein Vorteil des Gerichts: „In diesem Rezept wird kein Mehl und keine Hefe verwendet“, sagt die Köchin. Der Anteil an Kohlenhydraten ist damit niedrig. „Deshalb ist es die perfekte Abendpizza.“

Thunfisch-Creme zu Blumenkohl oder Kartoffeln

Als weitere Verwendungsmöglichkeit für Thunfisch-Vorräte schlägt Su Vössing eine Thunfisch-Leinsamen-Creme vor, die sich laut ihrem Rezept gut zu paniertem Blumenkohl servieren lässt. Dafür werden mit einem Stabmixer Thunfisch mit Honigsenf, Milch, Pflanzenöl, kaltgepresstem Leinöl, Leinsamen, gehackter Petersilie sowie Meersalz und Pfeffer vermischt.

„Die Creme ist ein idealer Brotaufstrich“, sagt die Expertin. „Sie schmeckt toll zu Brokkoli, als Dip mit Gemüsesticks, zu kleinen Pellkartoffeln und zu gebratenem Hähnchenfleisch.“ Außerdem ist der Dip variabel und eignet sich auch für andere Fischkonserven, die im Vorratsschrank liegen: „Ich kann mir Sardinen, Makrelen, Kieler Sprotten und Hering gut als Alternative zum Thunfisch vorstellen“, so Su Vössing.

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Schnell gemachte Fischpuffer

Ein Gericht, das sicher der ganzen Familie schmeckt: Fischpuffer auf Tomatenreis aus dem Buch „Express for Family“ von Dagmar von Cramm und Inga Pfannebecker. Für die Puffer wird der Thunfisch mit Saft in einer Schüssel mit der Gabel zerkleinert, hinzu kommen Quark, Ei und Semmelbrösel. Anschließend gibt man fein gehackte Zwiebeln dazu und würzt die Masse mit Salz und Pfeffer. Aus dieser Mischung lassen sich Bällchen formen, die man in Semmelbrösel wenden und anschließend flach gedrückt in der Pfanne knusprig braten lassen kann.

Sie schmecken nicht nur – wie im Rezept vorgeschlagen – zu Tomatenreis. „Die Puffer passen auch toll zu Kartoffel- oder gemischtem Salat, zu Kartoffel-Möhrenstampf oder zu Bratkartoffeln“, sagt Dagmar von Cramm. Sie rät dazu, bei Konserven aller Art auf die Qualität zu achten: „Hier gibt es große Unterschiede, gerade bei Thunfisch oder Sardinen“, sagt die Ernährungsexpertin. „Die besten Qualitäten sind mit Olivenöl hergestellt.“

Thunfisch-Baguettes aus dem Ofen

Wer guten Thunfisch gefunden hat, kann diesen auch nutzen, um daraus schnelle Thunfisch-Baguettes zu zaubern, die ebenfalls aus dem Buch von Dagmar von Cramm stammen. Hierfür werden neben einer Dose Thunfisch eine rote Spitzpaprika, eine rote Zwiebel, Crème fraiche, geriebener Gratinkäse, Salz, Pfeffer, getrockneter Oregano und ein Baguette benötigt.

Während der Ofen vorheizt, gießt man den Thunfisch ab, würfelt die Paprika, hackt die Zwiebel – und verrührt dann all diese Zutaten mit Crème fraiche, dem Käse und Oregano. Sobald die Masse mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt ist, gibt man sie auf das halbierte und längsgeteilte Baguette. So entstehen vier Portionen, die garantiert schmecken und eine gute Verwendung für die Thunfischdose sind.

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Sardinen oder Thunfisch

Wer diese nicht mehr im Haus hat, kann der Expertin zufolge auf eine Alternative setzen: „Statt Thunfisch passen auch Sardinen in Öl.“ Und natürlich lassen sich auch Salate mit Thunfisch oder anderen Fischen aus der Konserve aufpeppen: „Sie machen mit Eiweiß und gesundem Fett einen frischen Salat zur Hauptmahlzeit“, sagt Dagmar von Cramm.

Literatur:

Su Vössing: „Meine gesunde Küche für jeden Tag“, Hölker Verlag, 240 Seiten, 34 Euro, ISBN: 978-3881172172.

Dagmar von Cramm und Inga Pfannebecker: „Express for Family“, Gräfe und Unzer Verlag, 192 Seiten, 22 Euro, ISBN: 978-3833876912.