22.10.2020 11:31 Uhr

Sind Trostgeschenke für Geschwister sinnvoll?

Neidisch auf Geschenke, die Geschwister zum Geburtstag bekommen? Dieses blöde Gefühl muss bei Bruder oder Schwester gar nicht aufkommen - das funktioniert mit einem einfachen Trick.

picture alliance / Oliver Berg/dpa

Das passiert gar nicht so selten: Ein Kind hat Geburtstag und wird zur Feier des Tages reichlich beschenkt. Aus Sorge, dass das Geschwisterkind dann vor Neid erblasst, bekommt es oft von Eltern oder Großeltern, Onkel und Tante oder Bekannten auch ein kleines Trostgeschenk. Muss das sein?

Frust und Neid gar nicht auf kommen lassen

„Grundsätzlich muss man Geschwistern keine Trostgeschenke machen“, findet Erziehungsexpertin Nicola Schmidt. Aus ihrer Sicht hat das ohnehin etwas von Mitleid. Das könnte beim Kind Frust erzeugen, weil es an dem Tag nun mal nicht im Fokus steht.

Damit Frust oder Neid gar nicht erst aufkommt, würde die Bestsellerautorin („Erziehen ohne Schimpfen“) Geschwisterkinder stattdessen schon in die Vorbereitung des Geburtstags miteinbeziehen.

Wie wäre es damit: „Wir beide backen für deinen Bruder zusammen einen Kuchen. Das wäre doch eine tolle Überraschung.“ Oder: „Komm, wir packen das Geschenk für deine Schwester ganz toll ein. Und du machst noch einen Stempel drauf. Da wird sie aber staunen.“ Das funktioniere schon bei ganz kleinen Kindern, weiß die Expertin.

Eine feste Rolle für das Geschwisterkind

Der Trick dabei: „So drehen wir das Spiel von „etwas bekommen“ zu „etwas gemeinsam schaffen“ einfach um“, erklärt Schmidt. Das trage so richtig Früchte, wenn man die Großeltern oder andere Besucher der Feier im Vorfeld darauf aufmerksam macht. So könne das Nicht-Geburtstagskind vor Stolz fast platzen, wenn es etwa hört: „Was, den Kuchen hast du mitgebacken? So einen Bruder hätte ich auch gerne.“

Das Geschwisterkind könnte auch während der Feier eine entscheidende Rolle spielen, etwa als Schiedsrichter, Moderator, Zauberer oder Juror, der bei Spielrunden Punkte auszählt und verkündet. „Solche Spiele müssen ja auch vorbereitet werden. Bereits da merkt das Kind, wie wichtig es für eine gelungene Geburtstagsfeier ist und kommt gar nicht auf die Idee, zu schmollen.“

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