Studie verrät: Frauen sind untreuer als Männer

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12.10.2021 21:00 Uhr

“Männer gehen ja sowieso alle irgendwann fremd”, heißt es so oft. Aber Betrug ist offensichtlich keine Männerdomäne mehr. Laut aktuellen Umfragen haben inzwischen die Frauen die Nase vorn.

Seitensprünge oder gar Affären sind omnipräsente Themen in jeder Partnerschaft. Und wenn es nur die Angst davor ist, betrogen zu werden. Stellen wir fest, dass unser Partner mit einer anderen in der Kiste war, bricht eine Welt für uns zusammen.

Unsere Freunde und Familie sind für uns da und verteufeln unseren Partner. “War ja klar – er ist ein Mann!”, sind häufige Beschwichtigungsversuche. Aber dieses Szenario gehört offenbar der Vergangenheit an. Forscher fanden heraus, dass Frauen ihre Partner häufiger betrügen.

Untreue steigt an

Für eine repräsentative Studie der Partnervermittlungsplattform Elitepartner wurden 5.600 Personen befragt, die entweder vergeben sind oder es bereits waren. Die Fragen spezifizierten sich auf die Themen Untreue und die Gründe hierfür.

Das Ergebnis: Frauen sind deutlich untreuer geworden. Ganze 31 Prozent der Frauen gaben an, bereits untreu gewesen zu sein. Das bedeutet, dass jede dritte Frau bereits einen Seitensprung hatte. Noch vor neun Jahren lagen Frauen bei 19 Prozent – das machte etwa jede fünfte Frau aus. Bei Männern sind es aktuell 27 Prozent. Aber auch Männer werden offensichtlich untreuer, denn in der Vergleichsstudie waren 23 Prozent der Männer untreu.

Interessant war zudem, dass Frauen in ihren Dreißigern am häufigsten fremdgehen. Mit 39 Prozent war das die Altersspanne mit dem höchsten Untreue-Potenzial. Bei Männern hingegen stieg die Untreue-Kurve erst zwischen 60 bis 69 Jahren auf 33 Prozent an.

Frauen überholen Männer in punkto Untreue.

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Ab 30 werden Frauen wilder

Woran liegt es, dass sich Frauen in ihren Dreißigern gerne mal in fremden Laken wälzen? Laut Psychologen ist das mit Emanzipation zu erklären. Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr weiterentwickelt. Sie machen inzwischen Karriere, sind autark und verdienen gut. Diese Emanzipation schlägt sich auch auf das Privat- und Sexualleben nieder.

Singlefrauen gönnen sich weit mehr Sex als früher und gehen auch in Partnerschaften häufiger fremd. Frauen sind inzwischen gewillt, sich das zu nehmen, was sie wollen und brauchen. Und sie können es sich leisten. Will meinen, dass Frauen der heutigen Zeit wirtschaftlich nicht mehr von ihren Männern abhängig sind. Das macht eine Menge aus, denn selbst wenn Frauen in den 1940er-Jahren sexuelle Lust auf Ihren Nachbarn verspürten, hätten sie es kaum gewagt, dem nachzugehen. Was waren (Haus)Frauen dieser Zeit ohne das finanzielle Sicherheitsnetz ihrer Ehemänner?!

Frauen nehmen sich was - und wen - sie wollen.

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Die Frage nach dem Warum

Die Studie untersuchte darüber hinaus welche Gründe die teilnehmenden Frauen für ihre Untreue angaben. “Ich war unglücklich in meiner Beziehung” war mit 52 Prozent Platz 1.

33 Prozent der Damen bekamen zu wenig Zuwendung in ihrer Partnerschaft und in den anderen Mann verliebt, hatten sich vergleichsweise wenige.

Bei Männern waren die Gründe vollkommen andere. 38 Prozent gaben “den Reiz des Neuen” an. Dicht gefolgt, mit jeweils 32 Prozent, von “sexueller Anziehung” und “einer sich bietenden Gelegenheit”.

Hier wird deutlich, dass sowohl Frauen als auch Männer das Klischee erfüllen: Frauen betrügen eher aus emotionalen Gründen, Männer gehen körperlichen Impulsen nach.

Der Großteil der untreuen Frauen ist unglücklich in der Beziehung.

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Können wir Untreue verzeihen?

Die Studie der Norwegian University of Science an Technology (NTNU) untersuchte die geschlechtsspezifischen Definitionen von Untreue und Beziehungen. Diese Untersuchung zeigt, dass Männer und Frauen Fremdgehen nahezu gleichermaßen unverzeihlich finden.

Sexuelle Untreue können 41 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer nicht vergeben. 57 Prozent der Frauen würden die Beziehung nach einem Seitensprung des Partners sofort beenden. Trennen würden sich hingegen nur 47 Prozent der Männer.

Angesichts dieser Studien lässt sich vermuten, das Bedürfnis nach partnerschaftlicher Treue wird eher eine Wunschvorstellung bleiben. (AM)