Wieso ist eine Krankenversicherung für Katzen sinnvoll?

Wieso ist eine Krankenversicherung für Katzen sinnvoll?
Wieso ist eine Krankenversicherung für Katzen sinnvoll?

Foto: Shutterstock/ PHOTOCREO Michal Bednarek

22.09.2021 05:01 Uhr

Wer seinem Stubentiger etwas wirklich Gutes tun will, der schließt eine Krankenversicherung fürs Kätzchen ab. Richtig gehört. Auch die vier Samtpfoten wollen sicher und vor allem gesund durch ihre sieben Leben tigern.

Neben den reinen Haltungskosten für Katzennahrung oder katzengerechtes Mobiliar kommen Kosten für regelmäßige Impfungen und Entwurmungen dazu. Fängt sich die Katze zusätzlich eine Krankheit ein oder wird eine Operation fällig, kann dies ein klaffendes Loch in der Haushaltskasse hinterlassen. Zur Absicherung und als Kostenbremse besteht die Möglichkeit zum Abschluss einer Krankenversicherung speziell für Katzen.

Lohnt sich eine Krankenversicherung für Katzen?

Grundsätzlich ist eine Krankenversicherung für Katzen sinnvoll, da sie die fortwährende Gesundheit unabhängig von der finanziellen Situation des Halters gewährleistet und als Kostenbremse im Fall des Falls fungiert. Allerdings rentiert sie sich nicht für jeden Tierhalter, da sie mit hohen monatlichen Kosten einhergeht. Es gibt einige Vorteile und Nachteile, die eine Katzenversicherung mit sich bringt.

Vorteilhaft ist die Gewissheit, im Krankheitsfall finanziell abgesichert zu sein. Auch ist eine freie Tierarztwahl gegeben. Operationen können schnell Koste in vierstelliger Höhe verursachen, eine horrender Betrag in Relation zu den relativ niedrigen monatlichen Kosten für die Versicherung von knapp 25 Euro pro Katze. Allerdings fallen unabhängig von der Inanspruchnahme monatliche Kosten an. Je älter und kranker die Katze, desto höher die Kosten. Auch kommt unter Umständen eine hohe Selbstbeteiligung auf Halter zu.

Wieso ist eine Krankenversicherung für Katzen sinnvoll?

Foto: Shutterstock/ 4 PM production

Es gibt Leitlinien, was eine Krankenversicherung beinhalten sollte, um einen Mehrnutzen für Tierhalter zu haben:

Operation bei Krankheiten und Unfällen
Stationäre und ambulante Behandlungen
MRT und Röntgenaufnahmen
Pflege im Anschluss an eine Behandlung
Zahnextraktion
Kostenübernahme für Transport
Stuhl-, Urin-, Gewebe- und Blutdiagnostik

Gängige Gefahren im Leben einer Katze

Mehr als 10 Millionen Katzen befinden sich in der Obhut deutscher Haushalte. Eine Krankenversicherung besitzen jedoch nur wenige. Als Grund für die fehlende Versicherung geben viele Katzenhalter die hohen monatlichen Kosten an. Die irrtümliche Annahme kontinuierlicher Gesundheit des Tiers kann Halter jedoch teuer zu stehen kommen. Je nach Haltungsform stehen Katzen täglich zahlreichen Gefahren gegenüber.

Freigänger und der Verkehr

So sehen sich Katzen mit Freigang tagtäglich den Gefahren des Verkehrs konfrontiert. Überlebt die Katze einen Aufprall, trägt sie in der Regel schwere Verletzungen davon, die einer Operation bedürfen. Auch der Konsum infizierter Beutetiere kann zu Infektionen mit Würmern führen oder eine Toxoplasmose auslösen. Nicht zuletzt fordern Revierkämpfe oftmals ihren Tribut und führen zu schlimmeren Verletzungen.

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Auch Hauskatzen leben gefährlich

Allerdings sind auch Hauskatzen anders als angenommen nicht vor sämtlichen alltäglichen Gefahren gefeit, auch wenn das Leben im Haus deutlich weniger Gefahren birgt. Zu den typischen Unfallherden im Haushalt gehören ungesicherte Balkone sowie angekippte Fenster. Kleine Fremdkörper im Haushalt können verschluckt oder giftige Pflanzen angeknabbert werden. Durch das Anbringen von Sicherheitsnetzen und anderen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Katzen jedoch gravierend minimieren. Das Risiko für schwere Krankheiten bleibt jedoch nach wie vor bestehen. Und: Hier raten Tierärzte unbedingt vor Selbstmedikation ohne ärztliche Konsultation ab.

Typische Erkrankungen bei Katzen

1. Niereninsuffizienz: Rund jede zehnte Katze ist hiervon betroffen. Je älter die Katze, desto höher die Prävalenz.
2. Tumore: Auch Krebs gehört zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten bei Katzen.
3. Toxoplasmose: Sie löst Symptome wie Fieber, Durchfall, Husten oder Atemnot aus und kann tödlich enden.
4. Diabetes: Wie auch beim Menschen leiden betroffene Katzen an einem gestörten Zuckerstoffwechsel. Die regelmäßige Gabe von Insulin ist unabdingbar für das Überleben der Katze.
5. Schilddrüsenüberfunktion: Eine Schilddrüsenüberfunktion führt zu Gewichtsverlust, Verhaltensveränderungen sowie Ruhelosigkeit. Betroffen sind in der Regel ältere Katzen ab dem 8. Lebensjahr.
6. Parasiten: Zu den typischen Parasiten einer Katze gehören Milben, Zecken oder Flöhe. Sie befinden sich auf der Haut und rufen einen starken Juckreiz hervor. Meist entstehen im Falle eines Befalls Hautveränderungen oder kleinere Wunden. Da wir Menschen die Parasiten an unseren Schuhsolen ins Haus schleppen, sind auch Hauskatzen hiervon betroffen.
7. Katzenschnupfen: Ausgelöst durch Herpesviren handelt es sich beim Katzenschnupfen um eine schwerwiegende Infektion, die unbehandelt zum Tode führt. Zu den Symptomen gehören Husten, Fieber oder Verletzungen der Mundschleimhaut.

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Eine Behandlung beim Tierarzt kann für Katzenbesitzer teuer werden

Foto: Shutterstock/ Lee Charlie

Anfallende Kosten beim Tierarzt

Katzen leiden zudem oft an Unverträglichkeiten. Sogar eine Allergie gegen Menschen ist bekannt. Doch egal, mit welchem tierischen Wehwehchen Sie zum Tierarzt gehen: Kommt es zur Behandlung, erfolgt die Abrechnung über eine Gebührenordnung. Je intensiver und komplexer der Aufwand, desto höher der Veranschlagungsfaktor. Für eine einfache Untersuchung werden so je nach Arzt bis zu 30 Euro fällig. Die Entfernung eines Fremdkörpers schlägt mit knapp 100 Euro zu Buche, die Entfernung des Bulbus sogar mit bis zu 300 Euro. Nicht zu vernachlässigen sind weitere Kostenposten wie Spritzen, Verbandsmaterial oder Medikamente. Hinzu kommt letztlich die gängige Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Wer gleich mehrere Hauskatzen hält, hat hier mit hohen Kosten zu rechnen. (KTAD)