Erste Reaktionen zum ABBA-Album: „Die Dancing Queens haben ihren Schwung verloren“

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 05.11.2021, 12:38 Uhr

Ludvig Andersson

Es ist soweit: Mit „Voyage“ erschien soeben das erste Album von ABBA seit fast vier Jahrzehnte. Die Reaktionen reichen von begeistert bis ziemlich negativ.

Jahrzehntelang hieß es, ABBA würden kein Album mehr machen — und dann das: Am 5. November 2021 erschien nach fast 40 Jahren der neue Longplayer „Voyage“. Darauf enthalten: Zehn Stücke, die Benny Andersson (74), Anni-Frid Lyngstad (75), Agnetha Fältskog (71) und Björn Ulvaeus (76) ihren Fans als unverhofftes, aber laut eigenen Angaben definitiv letztes Studioalbum schenken. Seitdem steht die Musikwelt Kopf — aber wie wird die Platte tatsächlich aufgenommen, jetzt wo sie offiziell da ist?

ABBA „Voyage“: Schlechte bis maximal mittelprächtige Kritiken

Nicht alle sind begeistert. So ist etwa der britische „Guardian“ kein Fan vom neuen Album. „No thank you for the music“ lautet der Titel der Rezension, bei dem das Album mit nur 2 von 5 Sternen wegkommt. Man hätte es bei den zwei anfangs veröffentlichten Stücken [„I Still Have Faith In You“ und „Don’t Shut Me Down“] belassen sollen, heißt es darin — auch die Texte werden teils scharf kritisiert. Das harte Fazit: „Anstatt ergreifend über die Vergangenheit zu reflektieren, fühlt sich der Rest von Voyage wie eine Sackgasse an“.

Der „NME“ ist etwas gnädiger, vergibt immerhin 3 von 5 Punkte und erklärt, „Voyage“ sei „ein Nostalgietrip, der es wert sei, gemacht zu werden“. Ebenfalls mittelprächtig und mit 3 von 5 Sternen kommt das Album bei „The Telegraph“ weg. „Die Dancing Queens haben ihren Schwung verloren, und das Ergebnis ist eher unzeitgemäß als zeitlos“, ist in der Kritik zu lesen.

Wer das neue ABBA-Album großartig findet

Der britische „Independent“ findet das Album hingegen ganz fantastisch und gibt ihm die Höchstpunktezahl. „Die Wiedervereinigung, von der niemand dachte, dass sie jemals stattfinden würde, hat zu einem triumphalen Album geführt, das von der überschwänglichen Uncoolness der Gruppe durchdrungen ist“, gibt sich die Kritik überschwänglich.

Auch der US-amerikanische „Rolling Stone“ lobt das Album und vergibt 4 von 5 Punkte. „Die schwedischen Super Troopers haben ihren Appetit auf emotionale Krisensoundtracks nicht verloren“, schreibt das bekannte Musikmagazin.

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Auch eher positiv berichtet die deutsche „FAZ“ vom neuen Werk: „Das am heutigen Freitag erscheinende ‚Voyage‘ kommt aus der Tiefe, es nimmt Motive des früheren Werks wieder auf, das seit dem 1981 erschienen Album „The Visitors“ und der im Dezember 1982 verkündeten „Pause“ der Band schon abgeschlossen schien, es mischt sie durch und spinnt sie weiter“, ist in der Kritik zu lesen.

Die österreichische Zeitung „Der Standard“ sieht den Zweck des Albums erfüllt: „Voyage ist ein klassisches Album: zehn Songs – und nur Abba-Musik. Kein Andienen an Moden, Trends, keine Remixe von David Guetta, kein Auto-Tune-Gesäusel, keine hochgepitchten EDM-Eruptionen. Das setzten sie sich als Vorgabe: Das Neue sollte wie Abba klingen, und das tut es. Und so zeitlos wie ihre Klassiker wirken vor allem die Uptempo-Nummern.“

„Der Spiegel“ hingegen schreibt, dass bei ABBA Kategorien „gut oder schlecht, gelungen oder misslungen“ gar nicht greifen würden und bezeichnet das Album als „Nummer sicher und Risiko zugleich“.

Ludvig Andersson

Und was sagen die ABBA-Fans?

Zumindest auf Twitter scheinen die ABBA-Fans durchaus glücklich mit dem neuen Longplayer. „Mir geht’s gut, ABBAs neues Album ist wundervoll, mir geht es bestens“, schreibt eine Person. „Bis auf einen Song ist es großartig“, findet eine andere Person. …„das Beste an #ABBA #Voyage ist, dass sie nicht versucht haben, wie etwas anderes als ABBA zu klingen und sie klingen großartig wie immer“, lobt ein User das neue Werk der Schweden.

Eine Nutzerin freut sich indes nicht nur über die Musik, sondern auch, dass sie es miterleben darf: „Am Leben zu sein, während ein Abba-Album herauskommt, ist der Höhepunkt meiner Existenz“. Na dann also doch: Thank you for the music! (Redaktion KuT)