ABBA: Wie aus dem ewigen „Niemals“ doch noch eine Reunion wurde

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 20.10.2021, 21:15 Uhr

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Eigentlich stand für die Mitglieder von ABBA fest: Es wird nie wieder eine Reunion geben. Warum es dann doch anders kam…

Es war DIE Sensationsnachricht, als die schwedischen Poplegenden ABBA für 2021 das neues Album „Voyage“ ankündigten — das erste seit vierzig Jahren. Dass die (nie offiziell aufgelöste) Band gemeinsam im Studio an neuen Songs arbeitete, wusste man bereits seit einiger Zeit — dass uns das Quartett aber gleich mit einem ganzen neuen Album beschenkt, war definitiv nicht zu erwarten.

Auch, wenn Fans sie nicht mehr „richtig live“ (dazu mehr später) zu sehen bekommen: Dass es zu einer solchen Reunion gekommen ist, ist überraschend — denn eigentlich hörte man seitens der Bandmitglieder ganz andere Töne.

Benny Andersson verneinte Reunion

Im Interview mit der „Bild“-Zeitung erklärte Benny Andersson (74) noch im Jahr 2017, dass das geplante Multimedia-Spektakel (zu dieser Zeit unter dem Namen „ABBA Digital“ geführt) definitiv alles sein würde, was sich wir uns in puncto Wiedervereinigung erwarten dürfen. Auf die Frage „Näher an eine ABBA-Reunion werden wir also nie kommen?“ antwortete Andersson ganz klar mit: „So ist es“.

Warum sich die Menschen auch Jahrzehnte nach dem (nie offiziell bestätigten) Bandende eine Wiedervereinigung wünschten, wisse er nicht, so der Musiker: „Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Ich wünschte, ich würde das wissen“, erklärte er damals.

Benny

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Warum es dann doch dazu kam

Manchmal ändern sich Pläne aber, wie es scheint. Denn 2018 waren die zwei neuen Songs „Don’t Shut Me Down“ und „I Still Have Faith in You“ und bereits produziert. Und im Geheimen begannen die Vorbereitungen für die Umsetzung der ABBA-Hologramme.

Bei einem Presse-Event in London erklärte Anderssons Kollege Björn Ulvaeus (76), wie es zu einem Album kam. „Erst haben wir einen Song gemacht, dann mehrere. Dann haben wir gesagt: Warum machen wir nicht ein ganzes Album?“, erklärte der Musiker. Dass man wieder zusammen aufnehmen wolle, beschloss man bei einem gemeinsamen Treffen bezüglich der Hologramm-Show. Und auch einen weiteren, dramatischen Grund für das Comeback nannte Ulvaeus: „Wir wollten es tun, bevor wir tot sind“.

Eine erneute Zusammenarbeit Anderssons und Ulveaus‘ ist indes keine Überraschung: Die beiden machten auch nach dem Ende von ABBA kontinuierlich gemeinsame Sache, schrieben höchst erfolgreiche Musicals und führten das Erbe der Pop-Giganten weiter.

Womit Andersson recht behielt

In einem halten Andersson und seine Kollegen aber definitiv ihr Wort: Das Quartett wird auch im Rahmen des neuen Albums nicht gemeinsam auf der Bühne stehen. Schon in der Vergangenheit schlug die Band extrem lukrative Tourangebote aus. Die Band lehnt es kategorisch ab, jemals wieder gemeinsam auf einer Bühne zu stehen. Dafür dürfen sich Anhänger  eben auf ABBA in Hologramm-Form freuen — die Show soll 2022 in einer eigens konstruierten Arena in London zu sehen sein.