Freitag, 1. November 2019 23:53 Uhr

Alexander Klaws: Knallharte Abrechnung mit der Branche

imago images / Joachim Sielski

Alexander Klaws war der erste Gewinner der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar„. Seither etablierte er sich extrem erfolgreich als Musicaldarsteller. Zuletzt war er im Oberhausener Metronom-Theater in einer Hauptrolle als Tarzan zu sehen. Nun soll das Haus schließen und der Sänger findet dafür ungewohnt deutliche Worte.

Stage Entertainment werde das renommierte Musical-Theater im nächsten Jahr schließen, gab das Unternehmen in dieser Woche bekannt. Nach 15 Jahren und zwölf Produktionen ist Schluss. Der Grund seien zu wenig Besucher. Damit könne man das Haus nicht länger profitabel führen.

Derzeit bereitet Alexander Klaws in Basel auf die dortige Premiere der Show „Knie – Das Circus Musical‘ vor. Auf Facebook schrieb der 36-Jährige nun: „Die schlechten News schwappen leider über bis nach Basel… und bevor ich noch weitere 100 Anfragen für Interviews zu diesem Thema bekomme, hier mein Statement dazu: Oberhausen, Duisburg, Essen, München… Alle wundern sich darüber, was sich aus meiner Sicht längst angekündigt hat. Theater schließen, weil große Firmen unter anderem nicht mit der Zeit gehen, an ihrer fragwürdigen Preispolitik festhalten, und überall an der Qualität gespart und somit ihr Publikum teilweise für dumm verkauft wird.“

Alexander Klaws: Knallharte Abrechnung mit der Branche

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„Eintrittskarten werden unangemessen teurer“, so Klaws weiter in einem längeren Post, „gleichzeitig aber sitzen anstelle eines Orchesters nur noch fünfköpfige Bands im „Orchestergraben“. (aber naja, das Publikum merkt schon nichts…). Früher wurde in die Kunst und vor allem in den Nachwuchs investiert – siehe die Joop van den Ende Acadamy (wurde vor 2 Jahren plötzlich geschlossen). Heute wird nur noch versucht Profit zu machen, mit möglichst geringem Aufwand. (Aber das Publikum fällt sowas schon nicht auf…).“

„Am falschen Ende gespart“

In den letzten Jahren sei mit Kreativität und Herzblut von Machern, Künstlern auf und hinter der Bühne viel aufgebaut worden, doch nun müsse man dabei zusehen, „wie die Schließung dieser vier großen Theatern nicht nur das Ergebnis, sondern erst der Anfang der ganzen Misere ist. Nicht nur die Politik lässt durch fehlende Subventionen ihre Kultur im Stich! Oft wirbt das Marketing mit viel viel Geld völlig an der Zielgruppe vorbei!
Wir erleben gerade was passiert, wenn man schlicht am falschen Ende spart, oder teilweise dem Publikum versucht wird ein Toyota, als Ferrari zu verkaufen.“

„Investiert in die Qualität!“

Das Publikum merke alles und es käme „halt kein zweites drittes oder gar viertes Mal wieder, sondern bleibt weg“, so dass Resümee des Sängers in seinem Post, der bis zur Stunde über 6.600 Mal gelesen wurde.

„Egal ob Musical, Konzert-Tourneen, Oper oder Theater! Kein Publikum – kein Geld, kein Geld – kein Theater, kein Theater – keine Kunst! An alle großen ‚Macher‘ da draußen: Investiert in die Qualität, investiert in die Kunst, die unsere und eure Welt für ein paar Stunden im Alltag schöner macht!!! …macht es richtig – oder lasst es bleiben!…“

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Alexander Klaws (@alexanderklaws83) am Mär 15, 2019 um 8:02 PDT

Alexander Klaws‘ Musicalkarriere

2005-2006: Musicalausbildung
2006 – 2008: „Tanz der Vampir“ in Berlin
2010 – 2013: „Tarzan“ in Hamburg
2013: „Der Schuh des Manitu“ in Tecklenburg
2014: „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ in Tecklenburg
2014 – 2015: „Jesus Christ Superstar“ in Dortmund
2016: „Jesus Christ Superstar“ in Basel
2016: „Saturday Night Fever“ in Tecklenburg
2017: „Old Surehand“ in Bad Segeberg
2017 – 2018: „Ghost – Das Musical“ in Berlin
2019: „Knie – Das Circus-Musical“ in Dübendorf/Schweiz
2019: „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ in Bad Segeberg

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