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Montag, 13. Mai 2019 21:58 Uhr

Bilal Hassani beim ESC: Frankreich schickt ihn ins Rennen

Foto: Thomas Hanses

Bilal Hassani (19) geht beim diesjährigen ESC in Tel Aviv für Frankreich an den Start und erfüllt sich damit auch gleich noch ein Lebenstraum. Er ist aufgewachsen mit der Musik von Freddie Mercury, David Bowie und Michael Jackson, zu seinen Einflüssen zählen auch 90er Jahre Divas wie Mariah Carey oder Whitney Houston – und er ist ein großer Fan des ESC.

Bilal Hassani beim ESC: Frankreich schickt ihn ins Rennen

Foto: Thomas Hanses

Mit dem Lied „Roi“ hat der in Paris geborenen androgyne Sänger mit marokkanischen Wurzel besonders zu den Müttern seiner Fans ein ganz spezielles Verhältnis. Gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ gab der 19-Jährige nun an, dass seine Musik einigen Müttern geholfen hätte, ihre Kinder besser zu verstehen.

Am 09. September 1999 kam Bilal Hassani in Paris zur Welt, wuchs später aber im Vorort Osny auf. Als Kleinkind entdeckt er seine Liebe zur Musik, singt schon mit 5 Jahren und bekommt später auch Gesangsunterricht. Vier Jahre später entdeckt er Musikerin Lady Gaga (33) für sich und entwickelt, auch durch sie, seine Begeisterung für Mode.

Bilal Hassani beim ESC: Frankreich schickt ihn ins Rennen

Foto: Thomas Hanses

Gegenüber dem Modemagazin „Technikart“ erzählte er, dass sich seine Mutter Amina aber keine teure Markenkleidung leisten konnte und er deshalb begann, in Secondhand-Läden zu stöbern.

Musikalisch ging es für Bilal mit schon 15 Jahren so richtig voran, als er bei der französischen Version von „The Voice Kids“ teilnahm. Dort sang er „Rise of a Phoenix“ von Conchita Wurst (30), dem österreichischen ESC-Gewinner 2014.

Conchita Wurst ist sein Vorbild

Bis heute sei Drag-Artist Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst oder Wurst, ein großes Vorbild für ihn. Sein Auftreten ist allerdings sehr viel femininer als das von Conchita, allein schon deshalb, weil Bilal keinen Bart trägt. Als seine Markenzeichen werden vor allem platinblonde Haare und eine goldene Nickelbrille genannt. Der „Roi“-Interpret ist seit längerem auch auf YouTube aktiv. Mit Make-Up-Tutorials und Geschichten aus seinem Leben begeistert er dort seine rund 1 Mio. Abonnenten. 2017 findet auf seinem Kanal „Bilal Hassani“ auch sein Outing statt. In Frankreich gilt der androgyne Sänger mittlerweile als wichtige LGBTQ-Persönlichkeit.

Und nicht nur das: Sein Song „Roi“ wurde bis Ende April über 8 Mio. mal gestreamt. Am 26. April veröffentlichte er außerdem sein Debutalbum „Kingdom“ und zählt nun auch zu den aufsteigenden Superstars Frankreichs. Zudem ist neben der Liebe zur Musik auch die Modeaffinität geblieben, weshalb er aktuell auch zu den Stil-Ikonen seines Heimatlandes zählt. Outfitinspirationen holt er sich vor allem im TV und auf der Straße, aber auch in Asien.

Sein Vater lebte lange Zeit in Hanoi und nun in Singapur, wo Bilal ihn schon als Kind häufig besuchte und auch heute noch so oft es geht hinfliegt. Besonders Designerin Vivienne Westwood (78) verzaubert ihn immer wieder mit ihrer Mischung aus Punk und Hâute Couture. Generell zählen vor allem extrovertiertere Künstler wie Beyoncé (37), Lady Gaga und Freddy Mercury (†45) zu seinen Vorbildern, modisch wie musikalisch. „Sie haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich ich selbst sein kann.“, begründete Bilal gegenüber der dpa.

Bilal Hassani beim ESC: Frankreich schickt ihn ins Rennen

Foto: Thomas Hanses

Aus der Feder von ‚Madame Monsieur‘

Seine Ikonen lehrten ihn vieles, besonders Selbstachtung, wovon auch sein Hit „Roi“ handelt. Das englisch-französische Stückt schrieben Émilie Satt (33) und Jean-Karl Lucas (36), eher bekannt als Duo „Madame Monsieur“, Frankreichs ESC-Kandidat 2018 in Lissabon. Mit diesem Titel gewinnt Bilal Ende Januar den französischen ESC-Vorentscheid „Destination Eurovision“ mit deutlichem Vorsprung.

Bilal Hassani beim ESC: Frankreich schickt ihn ins Rennen

Bilal am Sonntag beim Eröffnungsempfang in Tel Aviv. Foto: Andres Putting

Der 19-Jährige setzt sich am Ende mit den Stimmen der Zuschauer gegen sieben Mitbewerber durch, obwohl die Jury ihn lediglich auf Platz fünf sah. Parallelen zu Conchita Wursts „Rise of a Phoenix“ wurden seither immer wieder gezogen und wird sich Bilal wohl auch weiterhin gefallen lassen müssen.

Ob er ebenfalls siegreich aus dem ESC hervorgehen wird, wie es sein Vorbild einst tat, sehen wir am 18. Mai ab 21 Uhr. (KT/dpa)

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Foto: Low Wood

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