30.06.2017 14:37 Uhr

Brüller der Woche: Annie Lennox steht eine Giga-Karriere bevor!

Sängerin Annie Lennox (62) feierte in den 80ern an der Seite von Dave Stewart mit ihrer Band Eurythmics riesige Charterfolge. Hits wie ‚Sweet Dreams (Are Made of This)’, ‚Here Comes the Rain Again’ oder ‚There Must Be an Angel (Playing with My Heart)’ müssten eigentlich jedem Musikliebhaber ein Begriff sein.

Foto: Pacific Coast News/WENN.com

Anfang der 90er startete die 62-Jährige schließlich eine ebenso erfolgreiche Solokarriere und verkaufte mehr als 75 Millionen Tonträger. Für ihren Song „Into The West“ wurde sie 2004 sogar mit einem Academy Award ausgezeichnet. All das scheint jedoch an einer gewissen „Kylie“, ihres Zeichens (selbsternannte) „New Music Koordinatorin“ eines Radiosenders in Los Angeles (vermutet wird dabei, dass es sich um den Sender ,KMIX Radio Los Angeles’ handeln könnte) vorbeigegangen zu sein.

Annie Lennox postete gestern (29. Juni) auf Facebook nämlich eine E-Mail, die sie kürzlich von besagter Dame bekommen hat (Nachname der Frau und des Radiosenders geschwärzt) und die sie offensichtlich für eine Newcomerin hielt. Peinlich peinlich, bleibt da nur zu sagen. Diese „Musikspezialistin“ bestätigte dem Popstar dann auch durchaus Potenzial für eine erfolgreiche Karriere, was die 62-Jährige auf Facebook selbst witzelnd mit „Ich denke, ich habe eine Chance??!!!“ kommentierte.

Besagte Kylie schrieb dann auch: „Liebe Annie Lennox […]. Ich bin online über deine Musik gestolpert und mir gefällt, was ich höre. Ich bin die ‚New Music Koordinatorin’ für einen Radiosender, der jeden Monat über 100.000 Hörer hat.“ Na, das sind doch überzeugende Referenzen, die jedoch einen offensichtlichen Mangel an Kenntnis der Musikszene auch nicht wettmachen können. Die Dame scheint jedoch sehr von sich und ihrem Wirkungskreis überzeugt zu sein, denn es geht weiter mit: „Ich entdecke Künstler, von denen ich denke, dass sie Potenzial haben und bringe sie bei unserem Radiosender in Umlauf. Wenn du magst, schicke uns die MP3 zu deiner letzten Single. Ich werde sie unserem Programmdirektor Glenn weiterleiten, um zu sehen, ob er daran interessiert ist, sie bei unserem Radiosender ins Programm aufzunehmen.“

Aber das ist noch nicht alles. Es wird nämlich gleich noch eine Zusammenarbeit mit einer ‚Artist Development’-Firma angeboten, mit der der Radiosender angeblich zusammenarbeitet.

Foto: Rocky/WENN.com

Angepriesen wird das gleich einmal damit, dass die Musik der preisgekrönten Sängerin dadurch „bei 150 Radiostationen weltweit unterkommen“ könnte. Außerdem gebe es Unterstützung bei Pressearbeit, Videos und vielem mehr.

Aber das Tollste kommt zum Schluss, denn: „Der beste Teil ist, wenn ihnen deine Musik gefällt, gehen alle Marketing-Ausgaben auf ihr Konto. Bitte lass sie wissen, dass Kylie dich empfohlen hat, das sollte dich reinbringen.“ Wenn Kylie sich schon nicht online darüber informieren kann, ob die von ihr „gefundene“ Annie Lennox nicht längst ein bekannter Name in der Musikszene ist, Türen öffnen kann sie! Natürlich ließen lustige Fan-Reaktionen auf das Facebook-Posting auch nicht lange auf sich warten.

Da gibt es dann Stimmen, die erklärten, dass sie auf der Seite des vermuteten Radiosenders schon Vorschläge abgegeben hätten, man solle „Kylie“ doch „ein Exemplar von ‚Eurythmics Greatest Hits’ und ‚Diva’ besorgen.“ Andere machten sich mit solchen Aussagen über die besagte Dame lustig: „Ich hätte da auch noch ein paar andere Künstler, die deine Hilfe brauchen, und ich würde dir gern ihre Namen geben, vielleicht kannst du sie ja auch reinbringen: Elton John, Bon Jovi, Cindy Lauper und Cher.“

Abgesehen davon, dass das Ganze sich für den Radiosender als sehr peinliche Angelegenheit darstellt und auch nicht gerade ein gutes Bild auf die Mitarbeiter wirft, muss man sich fragen: ist die selbsternannte ‚New Music Koordinatorin’ vielleicht junge, unreife 18 Jahre alt und kennt vielleicht nur Justin Bieber und Co.? Aber auch dann hätte die Dame vielleicht zuerst einmal „on line“ (wie so schön falsch in der Mail geschrieben) recherchieren können, ob Annie Lennox nicht doch schon eine lange Karriere hinter sich hat. Dafür braucht man kein Wissen über die Musikszene der 80er, sondern nur ein bisschen Grips…(CS)