Samstag, 29. Juni 2013 13:20 Uhr

Conchita Wurst: Das einzige was mich von Mädels unterscheidet ist der Bart

In Namibia, weitab von Luxus, Blitzlicht und rotem Teppich erleben zwölf verwöhnte Großstadtladies das Abenteuer ihres Lebens.

Conchita-Wurst

Die achtteilige Reality-Doku begleitet ab 10. Juli die Damen hautnah in ihrem „Kampf“ gegen wilde Tiere, fremde Sitten und Gebräuche und gegen ihre Konkurrentinnen. Eine der Teilnehmerinnen ist Conchita Wurst, Frauspielerin und Sängerin aus Wien.

Mit ihrem Gesang und ihrem Auftreten wurde sie schnell der Liebling der Nation. Nun will sie auch ihr deutsches Publikum in ihren Bann ziehen. Mit klatsch-tratsch.de sprach Conchita Wurst über das was war und das, was kommt.

Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika

Conchita, wir haben Dich ja spätestens seit dem Vorentscheid zum Eurovision Song Contest auf dem Zettel, nun entdeckt Dich auch der Rest aus Deutschland. Warum machst Du in der schrägen RTL-Show ‚Wild Girls‘ mit?
Das hatte viele Gründe. Zum einen wollte ich schon lange meine Message der Toleranz über die Grenzen Österreichs hinaus tragen. So ein Format verschafft mir die Möglichkeit mich Deutschland vorzustellen. Dann war ich noch nie in Afrika. Bis nach der Landung wusste ich auch nicht dass ich da jemals hin wollte, aber es war umwerfend schön.

In dem Wüstencamp gehst Du mit einer ganzen Armada von Ich-Darstellerinnen und Roten-Teppichludern auf die Reise durch Namibia. Was unterscheidet Dich – außer deinem Job als Frauspielerin und Sängerin – von diesen Damen, deren Leistung darin besteht, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren?
Vorweg muss ich sagen, dass viele dieser Ladies tatsächlich nicht so sind wie man sie vl in diversen Formaten erlebt hat. (Ich kannte sie ja auch alle aus dem TV, und muss sagen dass ich schon ein bisschen nervös war deutsche Promis zu treffen Was ich damit sagen will ist, alle arbeiten wirklich sehr hart an ihrer Karriere und daran ihren Lebensunterhalt zu bezahlen. Ich denke dass jede der Kandidatinnen ihre ‚Rolle‘ im Leben gefunden hat und dass ihnen genau dieses Auftreten auch Spass macht. Zu meiner Wenigkeit, das einzige was mich von meinen Mädels unterscheidet ist wohl der Bart. Tasächlich waren und sind wir uns alle nicht sehr unähnlich. Ja ich singe aber das können einige meiner Mitstreiterinnen auch, wussten nur bisher nicht viele.

Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika

Wie ist deine Bilanz nach dem Trip? „Nie wieder oder „gerne nochmal“?
Auf jeden Fall wieder! Ich wusste ja nicht wieviel Spaß es macht unter freiem Himmel zu schlafen. Naja bis auf die Skorpione…

Was war das Schlimmste auf der Namibia-Tour?
Um ehrlich zu sein war nichts wirklich ’schlimm’…. Unangenehm war die Tatsache dass wir uns gegenseitig nominieren mussten, das war ein wirklich blödes Gefühl.

Wofür steht die Kunstfigur Conchita Wurst?
Toleranz, Akzeptanz und Selbstreflektion. Dafür kämpfe ich wie eine Löwin. Ich sage immer, man muss nicht alles toll finden was einem ‚vorgesetzt‘ wird. Aber sich mit etwas Fremden oder Neuen auseinanderzusetzen zeugt von Respekt den JEDER in unserer Gesellschaft verdient hat.

Optisch bist Du eine geniale Mischung aus Bill Kaulitz, Harald Glööckler und Kim Kardashian. Ist das beabsichtigt?
Natürlich nicht, wie könnte ich denn auch? Jedoch ehrt mich dieser Vergleich sehr! Alle drei sind enorm erfolgreich und leben ihr Leben so wie es ihnen gefällt. Großartig!

Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika

Wofür steht eigentlich dieser Vollbart und wie bist Du überhaupt zu diesem aufregenden Style gekommen?
Der Bart ist nur das Ventil um Aufmerksamkeit zu generieren (und weil ich finde dass er mir steht. Ich will die Menschen mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontieren und das funktioniert hervorragend wenn man angestarrt wird. Im besten Fall berichten die Leute zu Hause von ihrer Begegnung und das Thema ‚anders sein‘ wird am familiären Küchentisch diskutiert. Schon allein das darüber Nachdenken, was es denn noch so gibt auf unserer Welt, ist ein kleiner Sieg für mich.

Im früheren Leben hast du als Thomas Neuwirth 2006 an der Ösi-Castingshow ‚Starmania‘ teilgenommen, wo Du knapp verloren hast. Was passierte danach?
Nicht wirklich viel. Ich war wohl noch zu jung, habe jedoch schon damals viel über die Branche gelernt. Nach der Castingshow habe ich kurze Zeit Musik gemacht und mich aber dann dazu entschlossen meine Ausbildung zu beenden.

Dein Nachname entspringt deinem Motto „is eigentlich eh wurscht, wie man ausschaut und woher man kommt.“ Erkläre das doch mal.
Ich habe in meiner Teenager-zeit (wie wir alle) viel mitgemacht was Mobbing und Ausgrenzung anbelangt. Demzufolge habe ich mich dazu entschlossen mich anzupassen, in jeglicher Hinsicht. Ich habe versucht es mit übertriebenem Selbstbewusstsein zu überspielen, das fanden alle arrogant. Dann hab ich versucht mich zu verstecken und allen aus dem Weg zu gehen die mich am Kieker hatten, Fehlanzeige. Somit bin ich über die Jahre zu Entschluss gekommen, dass man es sowieso nicht allen Recht machen kann. Seit her lebe ich so wie ich es für richtig halte und wie es für mich Spaß bringt. Fazit: Nicht die Hülle sondern der Mensch zählt!!

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Was ist dir im Leben wirklich „wurscht“?
Nichts, zum Leidwesen meiner Familie und Freunde habe ich die Eigenschaft alles mögliche zu ‚Zerdenken‘. Vielleicht bin ich manchmal auch zu Neugierig und hinterfrage ständig alles.

Wie lange braucht Thomas morgens und wie lange Conchita?
Nachdem sich beide einander noch nie persönlich Begegnet sind kann ich bei Tom nur Vermutungen anstellen… Ich brauche soviel Zeit wie man mir gibt und der junge (by the way „wahnsinnig gut aussehende“) Mann wird wohl in max 10 Minuten im Bad fertig sein.

Als du in der Castingshow ‚Die große Chance‘ den Titanic-Schmachtfetzen ‚My Heart will Go on‘ gesungen hast, hast du das Publikum von den Stühlen gerissen. Stehst du auf so viel Kitsch?
TOTAL!!!! ich liebe es! Wenn ich singe dann versuche ich immer die Geschichte des Songs zu transportieren… ich steh auf Drama.

Du bist ja eine begnadete Sängerin. Wann gibt’s in Deutschland endlich was von dir zu hören und worin besteht dein Repertoire?
Oh vielen Dank für die ‚begnadete Sängerin‘. Meine musikalischen Interessen sind ziemlich weit gefächert. Ich mache Musik von ‚Rihanna‘ bis ‚Celine Dion‘. Um da einen guten Mittelweg zu finden bedarf es wohl noch etwas Zeit bis ich was Neues raus bringe.

Fotos: RTL / Stefan Menne, Manfred Baumann, Hans Leitner

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