03.12.2020 11:35 Uhr

Country meets Classic: Johnny Cash und die Philharmoniker

Die Erinnerung an einen Kinobesuch vor fast 40 Jahren sorgt für eine Symbiose von Johnny Cash und dem Royal Philharmonic Orchestra. James Bond stand dabei Pate.

Wolfgang Eilmes/dpa

Der „Man in Black“ kommt rund 17 Jahre nach seinem Tod in einem neuen musikalischen Gewand zurück. Johnny Cashs Sohn John Carter Cash hat seine Erinnerungen an einen gemeinsamen Kinobesuch mit seinem Vater in den frühen 80er Jahren in New York in ein neues Album der Country-Legende umgesetzt.

Als sie damals bei einem Filmfestival gleich drei James-Bond-Filme sahen und die Titelmusik zu „Goldfinger“ einsetzte, brach bei Vater Cash das Faible für Orchestermusik durch.

„Das ist das allerfeinste Orchester der Welt. Das ist das Royal Philharmonic Orchestra (RPO)“, erzählte Johnny Cash seinem damals zehn Jahre alten Sprössling. Ein Satz, der dem Sohn fast vier Jahrzehnte später wie ein Anliegen schien, das noch umzusetzen war.

Gesagt, getan: Ein Dutzend Songs des Country-Stars wurden nun in ein philharmonisches Projekt gegossen. Neue sinfonische Orchester-Arrangements zur Originalstimme, aufgenommen in den Londoner Abbey Road Studios ergeben nun das Album „Johnny Cash & The Royal Philharmonic Orchestra“. Country-Klassiker und Klassik, eine Mischung für musikalische Feinschmecker. Für den Sohn war die Arbeit in den Londoner Studios eine „unvergessliche Zeit“, wie er auf Facebook schreibt. „Ein Traum wurde wahr.“

Mit der Auswahl der Songs hat Cash jr., selbst Musiker und Produzent, tief in die Kiste der Evergreens seiner Eltern gegriffen. Ob „I Walk The Line“ oder „Ring OF Fire“ oder Duette mit Cashs Frau June Carter wie „The Loving Gift“ – die ungewöhnliche Kollektion lässt nichts vermissen.

Dazu kommen noch „Highwayman“ des legendären Highwayman-Quartetts (Cash, Kris Kristofferson, Willie Nelson und Waylon Jennings) oder „Girl From The Country“, das Cash gemeinsam mit Boy Dylan sang. Und als besonderes Highlight wurde Cashs einstiger, inzwischen 82-jähriger Gitarrist Duane Eddy „reaktiviert“, der für die aktuelle Version von „Farther Along“ noch einmal in die Saiten griff.

„Mein Vater war irgendwie ein Orchester für sich selbst“, erinnert sich John Carter Cash. Schon allein die Stimme und ihr Klang wirkten wie eine „meisterhaft dirigierte Sinfonie“, heißt es in den Begleitnotizen zu dem neuen Album. Und wäre sein Vater noch am Leben, hätte er sicherlich das Royal Philharmonic Orchestra als Begleitung gewählt. „Ich bin mehr als stolz, dieses Meisterwerk vorzustellen.“

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