24.10.2020 10:56 Uhr

Die Ärzte: Kultur braucht mehr Unterstützung

Die Kultur-Branche leidet unter den Corona-Maßnahmen. Daran haben die Punk-Musiker der «Ärzte» die Politiker noch einmal erinnert - in einer Nachrichtensendung.

Jörg Steinmetz/Die Ärzte/dpa

Die Punk-Musiker der „Ärzte“ als Interviewpartner mit einem ernsten Anliegen in den „Tagesthemen“: Bei einem ungewöhnlichen Auftritt in der ARD-Nachrichtensendung hat die Berliner Band an die Politik appelliert, in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht zu vergessen.

Die Menschen, die in der Musikszene arbeiten, würden in Zeiten von Corona ignoriert, sagte Ärzte-Sänger Farin Urlaub. Die Band hatte die Tagesthemen mit einem Mini-Auftritt eröffnet – damit gab es erstmals Live-Musik in der Nachrichtensendung. Hier geht’s zum  Video!

„Kultur ist immer da“

„Das Problem ist tatsächlich, wir nehmen Kultur als gegeben hin, Kultur ist einfach immer da“, sagte Urlaub. Dabei falle zu wenig auf, dass Kultur nicht nur kommerziell erfolgreiche Bandmusiker wie sie selbst brauche, sondern einen ganzen Unterbau: Clubbetreiber, sogenannte Roadies, also Technik- und Aufbauhelfer, sowie kleinere Bands, die noch keine Plattenverträge haben. Wenn das wegbreche, sei das ein „langfristiger Schaden“.

Schlagzeuger Bela B. berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittmöglichkeiten in der Krise viele dieser Menschen seit sieben Monaten keine Arbeit hätten. „Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen.“

Die Ärzte spielen keine Autokonzerte

Autokonzerte oder Stream-Konzerte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Corona-Krise keine Rolle. „Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben“, sagt Bela B. Ihre geplante Tour hatten Die Ärzte auf das nächste Jahr verschoben. „Wir müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass solange Corona so wütet wie jetzt gerade, dass die Art von Konzerten, die wir gerne spielen, einfach nicht möglich sind“, sagte Urlaub. Für kleinere, weniger bekannte Bands oder Clubbetreiber und die Techniker sei die Situation aber schlimmer.

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