Donnerstag, 12. April 2018 22:29 Uhr

Echo in Berlin: Campino vs. Farid Bang & Kollegah

Mark Forster, Shootingstar Alice Merton und Die Toten Hosen: Auf der Bühne der Echo-Preisverleihung freuen sich die ersten Musiker über ihre Preise. Doch ungetrübt ist die Stimmung nicht.

Echo in Berlin: Campino vs. Farid Bang & Kollegah

Wincent Weiss (l) erhält den Echo als Künstler Pop National von Campino. Foto: Jörg Carstensen

Sänger Mark Forster, Alice Merton und die Toten Hosen gehören zu den ersten Echo-Preisträgern 2018. Die Toten Hosen wurde in der Kategorie Rock national für ihr Album „Laune der Natur“ ausgezeichnet. Frontmann Campino ging auf der Bühne auf die Debatte um die nominierten Rapper Farid Bang und Kollegah ein. Dabei geht es um die Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen” in eimem Song der beiden. Provokation sei ein wichtiges Stilmittel, sagte der 55-Jährige. Dann brachte er es auf den Punkt: „Wir sollten nicht damit anfangen einen tieferen Sinn in Dingen zu suchen, wo es keinen tieferen Sinn gibt“.

Im Kern gehe es ja auch nicht um einen Rap-Text, „sondern viel mehr um einen Geist, der zur Zeit überall präsent ist.“ Habe Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form, so der Hosen-Sänger weiter, sei eine Grenze überschritten. Für seine Rede gab es vom Publikum Stehende Ovationen.

Echo in Berlin: Campino vs. Farid Bang & Kollegah

Rapper Kollegah (r) und Farid Bang erhalten den Echo für das Album des Jahres. Foto: Jörg Carstensen/dpa

„Ich will hier keine Politikdebatte daraus machen“, sagte Kollegah später zur Kritik Campinos. Jeder, der über das Thema mit ihm sprechen wolle, könne das bei der After-Show-Party tun, so der Musiker. Zuvor hatte Sänger Peter Maffay, der ebenfalls zur Verleihung in die Berliner Messehallen kam, ebenfalls Kritik an der Nominierung geübt: „Dass ausgerechnet am 12. April, dem Holocaust-Gedenktag in Israel, die Echo-Verleihung von dieser Nominierung überschattet wird, ist makaber und beschämend“, sagte Maffay „Bild.de“.

Kollegah malt ein Campino-Porträt

Als Kollegah und Farid Band dann einen Preis für ihr Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ erhielten, gab es von Kollegah unter Pfiffen einen Seitenhieb auf Campinos Rede: „Ich habe ein kleines Schulreferat vorbereitet und wollte was zur Debatte sagen. Nachdem der Ethikausschuss darüber entschieden hat, sich dann noch als Künstler der aus derselben Stadt kommt wie wir, als moralische Instanz aufzuspielen und uns an den Pranger zu stellen, ist stillos und gebührt so einem großen Künstler wie Campino nicht. Aber: Als Zeichen des Friedens habe ich die Zeit genutzt und ein schönes Porträt (von Campino) gezeichnet, das ich zu einem guten Zweck versteigern werde.“

Quelle: twitter.com

Für Hip Hopper und Entertainer Mark Forster war es nach mehreren Nominierungen der erste Echo. Der 34-Jährige erhielt den Preis in der Kategorie Künstler Pop national. „Ich hatte heute als ich hergekommen bin richtig Bock, einen Echo zu gewinnen“, sagte er auf der Bühne.

Alice Merton gewinnt Echo

Zuvor hatten Shootingstar Alice Merton (Künstlerin Pop national), Milky Chance (Band Pop national) und Haiyti (Kritikerpreis) Preise abgeräumt. Wincent Weiss gewann die Auszeichnung als nationaler Newcomer. Luis Fonsi wurde als internationaler Newcomer geehrt. Der DJ Robin Schulz gewann den Echo in der Kategorie Dance national. Er konnte den Preis allerdings wegen Krankheit nicht selbst in Empfang nehmen.

Echo in Berlin: Campino vs. Farid Bang & Kollegah

Zu sechst auf dem roten Teppich: die Kelly Family. Foto: Jens Kalaene

Zwischendurch sorgten die Popstars Rita Ora, Shawn Mendes und Jason Derulo für musikalische Unterhaltung. Einen eher ungewöhnlichen Auftritt legte die Schlagersängerin Helene Fischer hin, die ihren Song „Lieb mich dann“ mit dem Jazzmusiker Götz Alsmann und dem Gitarristen Gregor Meyle. (dpa/KT)

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