Montag, 13. Mai 2019 18:38 Uhr

ESC beginnt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

Luca Hänni aus der Schweiz. Foto: Andres Putting

Sänger aus 41 Ländern ringen um den Sieg beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv. Deutschland will mit dem Gesangsduo Sisters punkten. Auch wegen Drohungen militanter Palästinenser sichern Tausende Polizisten den Wettbewerb in Israel.

Tamta aus Zypern. Foto: Andres Putting

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Dienstag der Eurovision Song Contest in Tel Aviv mit dem ersten Halbfinale.

Ab 21 Uhr (MESZ) können Zuschauer beim ARD-Digitalsender One die Auftritte von 17 Teilnehmern verfolgen. Deutsche Fans dürfen allerdings erst am Donnerstag beim zweiten Halbfinale abstimmen. Der ESC endet mit dem Finale am Samstag. Zur Sicherung setzt Israel in dieser Woche rund 20.000 Polizisten ein.

ESC beginnt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

Mahmood aus Italien. Foto: Andres Putting

Deutschland ist mit dem Gesangsduo S!sters und dem Song „Sister“ vertreten. Carlotta Truman aus Hannover und Laurita Spinelli aus Wiesbaden singen allerdings erst im eigentlichen Finale am kommenden Samstag, weil Deutschland als einer der großen Geldgeber des Spektakels automatisch gesetzt ist.

Insgesamt treten in diesem Jahr 41 Länder an. Das Motto des 64. ESC lautet „Dare to Dream“ (Zu träumen wagen).

ESC beginnt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

Tulia aus Polen. Foto: Andres Putting

Deutsche Fans können beim zweiten Halbfinale am 16. Mai (ebenfalls ab 21 Uhr, One) abstimmen – sowie natürlich beim Finale. Dabei können alle Zuschauer nach dem Auftritt der 26 Kandidaten per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Zuvor geben bereits nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten ihre Bewertungen ab. Das Finale wird am Samstag sowohl im Ersten als auch auf ARD One übertragen (21 Uhr).

10.000 Touristen erwartet

Die Küstenmetropole Tel Aviv erwartet zum ESC rund 10.000 Touristen. Allerdings wird die Veranstaltung vom jüngsten Ausbruch blutiger Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen überschattet. Vor rund einer Woche feuerten militante Palästinenser fast 700 Raketen auf israelische Ortschaften, vier Menschen wurden getötet. Bei israelischen Gegenangriffen kamen mehr als 20 Palästinenser ums Leben. Die Hoffnung ist nun, dass eine Waffenruhe beider Seiten Bestand hat.

ESC beginnt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

Luca Hänni aus der Schweiz. Foto: Andres Putting

Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, versuchte im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, Besuchern mögliche Sicherheitsbedenken zu nehmen. Er schloss zwar nicht aus, dass militante Palästinenser die Großveranstaltung nutzen könnten, um Verunsicherung zu erzeugen.

Er fügte aber hinzu: „Israel wird alles in seiner Macht Stehende tun, um solche Vorfälle zu verhindern und jegliche Beeinträchtigung dieser Veranstaltungen zu minimieren.“

ESC beginnt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

Sisters aus Deutschland. Foto: EBU/Unknown

Die Sisters sind in Tel Aviv sehr freundlich aufgenommen worden. Bei einem Besuch auf dem Karmel-Markt wünschten viele der 19-jährigen Truman und der 26-jährigen Spinelli viel Erfolg. Auch von deutschen Touristen wurden die Frauen erkannt und begeistert fotografiert.

Zum dritten Mal in Israel

Der ESC findet schon zum dritten Mal in Israel, aber zum ersten Mal in Tel Aviv statt. Zu der Situation in der Konfliktregion sagte Truman: „Man ist immer so abgeschottet von dem, was hier passiert, deshalb ist es gut, mal hierzusein.“

Das Israelische Philharmonieorchester hat eine besondere Version der ESC-Fanfare gespielt. Sie verbindet die klassische Barockmelodie „Te Deum“ mit orientalischen und Klezmer-Elementen. Der israelische Sender Kan, für die ESC-Übertragung zuständig, veröffentlichte dazu vor dem Wettbewerb bei Twitter ein Video, das sich rasch in den sozialen Medien verbreitete. Komponiert hat die Melodie der Franzose Marc-Antoine Charpentier, der im 17. Jahrhundert lebte.

Kritik hatte es in den vergangenen Monaten von Fans an den vergleichsweise teuren Ticketpreisen gegeben. Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete in der vergangenen Woche, dass Hoteliers ihre sehr hoch angesetzten Preise für die kommenden Tage massiv gesenkt hätten. Es würden deutlich weniger Besucher kommen als erwartet. (dpa/KT)

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