Montag, 25. Februar 2019 07:35 Uhr

ESC-Sisters: Wie sind die Chancen für Carlotta und Laurita?

Foto: NDR/Rolf Klatt

Der Song beginnt mit dem Ärger, ständig zu verlieren. Doch S!sters wollen mit ihrem Lied „Sister“ für Deutschland das ESC-Finale erobern. Dem Duo werden Chancen in Israel eingeräumt – aber erste Zweifler melden sich.

ESC-Sisters: Wie sind die Chancen für Carlotta und Laurita?

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Mit dem Song „Sister“ über wiederentdeckte Schwesterliebe blickt das schnell zusammengestellte Duo S!sters nach ihrem Erfolg beim Vorentscheid zum European Song Contest (ESC) hoffnungsvoll Richtung Finale in Israel. Dort sollen die beiden Sängerinnen Carlotta (19) aus Hannover und Laurita (26) aus Wiesbaden am 18. Mai für Deutschland im ESC antreten.

Die S!sters setzten sich am Freitagabend in Berlin gegen sechs Konkurrenten im Vorentscheid durch (wir berichteten), der von wenig Glamour und einem überschaubaren Anteil musikalischer Glanzleistungen geprägt war. Die Einschaltquote für die ARD blieb bei „Unser Lied für Israel“ eher bescheiden.

„Ich hab es satt, immer zu verlieren“

Der englischsprachige Song „Sister“ über zwei Schwestern, die nach ewigem Streit zueinander finden, beginnt mit den Zeilen „Ich hab es satt, immer zu verlieren“, was bei manchen Usern im Internet bereits als Hinweis auf die häufig sehr langen deutschen Durststrecken im ESC-Contest gewertet wurde.

ESC-Experte Irving Wolther räumt S!sters Chancen für die Endrunde in Tel Aviv ein: „Wir kennen erst ein gutes Dutzend Beiträge in dem Feld, das sich bisher qualifiziert hat. Da stehen wir gar nicht so schlecht da“, sagte Wolther der dpa. „Die Beiden müssen sich erst einmal wirklich finden. Stimmlich hat das schon sehr gut harmoniert, das haben ja auch die Zuschauer honoriert und die Fachjury. Bis Tel Aviv wird das dann auch noch besser zusammenwachsen“, sagte Wolther.

ESC-Sisters: Wie sind die Chancen für Carlotta und Laurita?

Foto: NDR/Rolf Klatt

Das Duo wurde für den bereits komponierten Song gecastet. Das hat nach Wolthers Einschätzung eine lange Tradition, „auch, dass der Song so heißt wie die Gruppe“. Der ESC-Experte erinnerte an Dschingis Khan 1979, „die wurden ja auch extra für Jerusalem damals gecastet“. Diesmal gehe es wieder nach Israel. „Wir sind da in einer schönen Tradition, und damals sind wir Vierte geworden, schauen wir mal, was in Tel Aviv dabei rauskommt.“

Komponist und ESC-Spezialist Ralph Siegel („Ein bisschen Frieden“) sieht die Erfolgschancen für das Duo dagegen skeptisch. „Ich wünsche ihnen viel Glück“, sagte der 73-jährige Komponist der dpa in München. Ihm schwane aber nichts Gutes. „Es wird nicht leicht werden.“

ESC-Sisters: Wie sind die Chancen für Carlotta und Laurita?

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Carlotta und Laurita waren schon als Kinder erfolgreich. Sie gewannen den Deutschen Rock- und Pop-Preis und beim „Kiddy Contest“. Laurita tritt auch als Backgroundsängerin von Lena Meyer-Landrut auf. Die ESC-Siegerin von 2010 („Satellite“) präsentierte im Beiprogramm mit „Thank You“ einen der stärksten Songs des Abends.

Die Teilnahme des Duos hatte ESC-Haussender NDR erst lange nach den anderen Kandidaten bekanntgegeben. NDR-Redaktionsleiter Thomas Schreiber verteidigte auch die Startreihenfolge mit S!sters am Ende. „Ich würde gerne mit dem Mythos aufräumen, dass die Startpositionen ausschlaggebend für das Ergebnis ist.“ Bei sieben Teilnehmern könne man sich an alle erinnern. (Dorit Koch und Gerd Roth, dpa)

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