Dienstag, 30. Oktober 2018 22:41 Uhr

„Bohemian Rhapsody“: Hypnotisch-schrill mit einer echten Rampensau

Eine Rampensau vor dem Herrn: Das Biopic „Bohemian Rhapsody“ um dem charismatischen Frontmann von Queen kommt am 1. November ins Kino. Rami Malek überzeugt in seiner Rolle als Paradiesvogel Freddie Mercury von vorne bis hinten!

Filmkritik „Bohemian Rhapsody“: Hypnotisch-schrill mit einer echten Rampensau

Foto: 2018 Twentieth Century Fox

Queen waren ja nie mehr als ihr Frontmann Freddie Mercury – keiner der anderen Bandmitglieder war eine solch begnadete Rampensau wie er. Ein Performer, dem keine Geste zu pompös war, ein stolzer kleiner Mann, dessen kurzes Leben – er starb mit 45 – irgendwie auch Jekyll und Hyde war. Auf der Bühne schillernd und eitel wie ein Pfau stolzierend, hatte Freddie Mercury, ein Einwandererkind aus Tansania aus sehr bescheidenem Elternhaus, eine Strahlkraft, die weit über seinen Tod andauert.

Ein Biopic in Rückblenden

„Bohemian Rhapsody“ wird in Rückblenden erzählt. Auftakt ist der Tag des größten Musikspektakels aller Zeiten, der Tag, an dem „Live Aid“ rund um die Welt ging. Ein Epizentrum war das Wembley-Stadion und was da an Logistik und Technik aufgefahren wurde, wird schon in den ersten Bildern klar. Aber dann geht’s in dem Biopic geradezu klassisch weiter. Freddie Mercury (1A: Rami Malek, 37, „Papillon“), Gitarrist Brian May (Gwilym Lee, 34, „Inspektor Barnaby“), Schlagzeuger Roger Taylor (Ben Hardy, 27, „X-Men Apocalypse“) und Bassist John Deacon (Joseph Mazzello, 35, „Jurassic Park“) – das sind sie, die Queen-Gründer und Hitlieferanten der 70er und 80er Jahre.

Filmkritik „Bohemian Rhapsody“: Hypnotisch-schrill mit einer echten Rampensau

Foto: 2018 Twentieth Century Fox

Aufstieg in den Rock-Olymp

So extrovertiert Freddie auf der Bühne zum Erfolg der Band beitrug, so unscheinbar war der Mann im Privaten. Ein ganz normales Leben, eine Frau, eine Familie, Freunde – das wollte er, so wird es in „Bohemian Rhapsody“ erzählt. Das er etwas exhaltiert ist und seine Garderobe in der Damenabteilung zusammenstellt, fällt in den knallbunten 70ern eigentlich nicht weiter auf. Feminin kleiden heißt ja nicht, sich nicht durchsetzen zu können. Es gibt herrlich Szenen mit dem Management der Band, in dem es zu Streitereien kommt, die alleine schon ausreichen, in den Film zu gehen. So verschroben spleenig sind nur die Briten und dann noch dieses Wadenbeißen untereinander!

Filmkritik „Bohemian Rhapsody“: Hypnotisch-schrill mit einer echten Rampensau

Foto: 2018 Twentieth Century Fox

Stress mit dem Management

Für ein neues Album braucht es frische Ideen. Warum also nicht aufs Land, in ein Cottage ohne den Luxus der Zivilisation und hier zeigt sich, was die Bandmitglieder aneinander haben und die Chemie stimmt. Kreativität braucht Reibung und trotz des Kollers, den Roger Taylor beim 59.0000sten Mal „Galileo“-Schmettern in Falsett bekommt, ist der Spaß, den die vier miteinander haben, wirklich nicht zu übersehen. Herausgekommen ist ein Diamant in der Rockgeschichte: „A Night At The Opera“, inklusive dem titelgebendem „Bohemian Rhapsody“.

Freddie verlässt die Band und versucht es Solo. Inzwischen lebt er offen schwul. Er infiziert sich mit dem HIV-Virus und kehrt zurück zur Band. Für „Live Aid“ kehren Queen zurück auf die Bühne und legen einen Auftritt hin, der bis heute unerreicht ist.

Fazit: „Bohemian Rhapsody“ ist Biopic und Konzertfilm in einem. Die 1970er sind hypnotisch-schrill, die Schauspieler sind hervorragend ausgewählt und die Mucke ist immer noch das Beste überhaupt. Brian May und Roger Taylor haben den Film mitproduziert und sicher für den richtigen Input gesorgt. Und wohl auch dafür dass manches unter den Teppich gekehrt wurde. Wie z.B. die Existenz seiner Münchener Freundin Barbara Valentin, ganz zu Schweigen von seiner Kindheit… Dennoch: Ein wunderbarer Film für alle Queen-Fans und die, die es werden wollen. (Kinotante Katrin)

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