Donnerstag, 3. Mai 2018 16:10 Uhr

Für Kollegah wird’s eng und Bushido hat auch ’ne Meinung

Farid Bang und Kollegah waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Die Verleihung des Preises an die beiden Rapper hatte für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung des Preises führte. Etliche Musiker hatten zuvor ihre eigenen Echo-Preise aus Protest zurückgegeben.

Für Kollegah wird's eng und Bushido hat auch 'ne Meinung

Foto: Becher/WENN.com

Nun wurde am Mittwoch bekannt, dass die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung gegen die beiden Gangster-Rapper ermittelt. Nachdem zwei Strafanzeigen eingegangen seien, habe man ein Verfahren eingeleitet, hatte die Behörde mitgeteilt. Geprüft werde nicht nur das aktuelle Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“.

Als heikel gilt Kollegahs 13-Minuten-Video „Apokalyse“: „Das ist eine eindeutig antisemitische Erzählung“, sagte der Direktor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Szentei-Heise, heute auf dpa-Anfrage. „Da werden die Juden für alles Übel der Welt verantwortlich gemacht.“ In der Video-Erzählung wird Krieg um Jerusalem geführt. Der Vertreter des Teufels sitzt in einem Londoner Finanzturm und hat einen Davidstern am Fingerring. Er wird schließlich besiegt. Nach dem Ende des Krieges, so heißt es, lebten „Buddhisten, Muslime und Christen“ friedfertig zusammen und bauten gemeinsam die zerstörten Städte wieder auf.

Für Kollegah wird's eng und Bushido hat auch 'ne Meinung

Bshido bei Maischberger. Foto: WDR/Max Kohr

Das sagt Bushido dazu

Die Zeile von den Auschwitz-Insassen sei dagegen lediglich „äußerst geschmacklos“ und zeige, „wessen Geistes Kind sie sind“. Szentei-Heise begrüßte den geplanten Auschwitz-Besuch der Rapper. „Dialog kann nicht falsch sein, obwohl ich mir bei den beiden nicht sicher bin, ob sie noch diesseits der Grenze für einen sinnvollen Dialog stehen.“

Gangster-Rapper Bushido sagte in der ARD-Sendung „Maischberger“ zum Thema „Man wird ja wohl noch sagen dürfen! Wie diskriminierend ist Sprache?“ über Kollegah und Farid Bang: „Ich würde jetzt den beiden keinen antisemitischen Hintergrund unterstellen, weil dafür kenne ich sie jetzt persönlich nicht zu gut.“ Mit ihren Texten hätten sie aber definitiv die moralische Grenze überschritten. „Ich würde sowas nicht machen“, sagte er. (dpa/KT)

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