Donnerstag, 23. Januar 2020 23:20 Uhr

Gary Moore: Einer der geilsten Balladen aller Zeiten endlich live!

Gary Moore 2002. Foto: imago/Busse

Am 2. Dezember 2010, 14 Monate vor seinem tragischen Tod im Alter von nur 58 Jahren, spielte der Gitarrist eine einmalige Show in der Londoner Islington Academy, die von Kritikern zu seinen besten gezählt wurde. Noch immer auf dem Höhepunkt seines Könnens, zeigte sich hier noch einmal der klassische Moore, der die Bühne seinen Lebensraum und seine Heimat nannte.

Heute ging sein grösster Hit, der Klassiker, “Still Got The Blues” als Video online.

Die Karriere von Gary Moore glich einer Zickzack-Linie voller Höhen und Tiefen. Dabei hat der Ire jedoch nie das Vertrauen in die Kraft der Livemusik verloren. Am 2. Dezember, 14 Monate vor seinem tragischen Tod im Alter von nur 58 Jahren, spielte der Gitarrist eine einmalige Show in der Londoner Islington Academy, die von Kritikern zu seinen besten gezählt wurde. Noch immer auf dem Höhepunkt seines Könnens, zeigte sich hier noch einmal der klassische Moore, der die Bühne seinen Lebensraum und seine Heimat nannte. Er durchforstete sein Repertoire so lange nach weiteren Schätzen, dass er schließlich sogar den Zapfenstreich der Halle brach, während ihn sein Publikum zu immer weiteren Songs anfeuerte.

Album kommt Ende Januar

Ende Januar versetzt die Veröffentlichung von „Live From London“ seine Fans noch einmal direkt in die erste Reihe jenes Konzerts, das von den Funken von Moores Les Pauls nur so sprüht. So schließt sich der Vorhang für einen Mann, der für die Bühne lebte.

Gary Moore: Einer der geilsten Balladen aller Zeiten endlich live!

Provogue / Mascot Labelgroup / Rough Trade

Das Material von „Still Got The Blues“ wurde zum Eckpfeiler von Moores Shows – und verschwand nie von der Setlist. Im Dezember 2009, als Massen von Fans in die Islington Academy zu der Show strömte, die später einmal „Live From London“ werden sollte, waren die Klassiker dieses Albums den ganzen Abend über zu hören: Albert Kings „Oh Pretty Woman“, das raue „Walking By Myself“ und die traurige Melodie des Titeltracks. Natürlich auch „Parisienne Walkways“, dem #8 Hit des Gitarristen, der bei dem Konzert noch jünger und erfrischender als auf dem Original wirkte.

„Ich kann eigentlich nicht von der Bühne gehen, ohne diesen Song zu spielen“, sagte der Gitarrist einmal über diesen Fan-Favoriten. „Es ist eine ziemlich lange Version, denn ich mag es, Dinge in die Länge zu ziehen. Wir wären doch keine Gitarristen, wenn wir nicht mehr aus einem Song herausholen könnten.“

„Still Got the Blues“ geklaut?

2001 wurde Gary Moore von Jürgen Winter, Bassist der deutschen Krautrock-Band Jud’s Gallery (1970–1974), verklagt. Der behauptete „Still Got the Blues“ von 1990 sei ein Plagiat von Winters Stück „Nordrach“ (1974, erst 1999 veröffentlicht). Die Gitarrenpassage sei das Hauptthema von „Still Got the Blues“. Winter bekam 2008 vom Landgericht München Recht. Das Urteil war nicht unumstritten. Moore schloss ein Jahr später einen Vergleich mit Winter und zahlte eine unbekannte genannte Summe. Moore behielt somit die Rechte an seinem Welthit „Still Got the Blues“. Die entsprechende Passage kann man im Video oben ab Minute 6:14 hören.