Mittwoch, 17. Februar 2010 21:17 Uhr

Gayle Tufts: „Ein Duett mit Elton John würde mich sehr freuen“

Am Donnerstag hat die bisher größte Show von Gayle Tufts, der berühmtesten New Yorkerin in Berlin, Premiere. Im Admiralspalast zeigt ‚Everybody’s Showgirl‘, die 1984 erstmals nach Berlin kam und mit der legendären New Wave Band ‚Foyer des Arts‘ durch die Landen zog,  dass sie die größte Entertainerin Deutschlands ist. Wir sprachen vor der Premiere mit der Entertainment-Granate, die das ‚Dinglisch‘, die gleichzeitige Verwendung von englisch und deutsch, in Deutschland salonfähig gemacht hat.

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Du versprichst mit Deiner neuen Show, dass du damit den Broadway zurückbringen wirst. Wie kann man sich das vorstellen?
Mit Glamour! Mit toller Musik, hübschen Tänzern und jeder Menge Humor – aber auch mit einer großen Portion Realität dazu. Broadway ist eigentlich eine Strasse mitten in Manhattan, voller Großstadtenergie und sprudelnder Kreativität, aber auch mit Dreck, Lärm und einer etwas schmutzigen Vergangenheit. Diese Reibung zwischen Perfektion und Realität fasziniert mich. Wenn es in Berlin eine Straße gibt, die man – gerade auch aufgrund ihrer Geschichte – mit dem New Yorker Broadway vergleichen kann, dann ist das die Friedrichstraße.

Siehst Du in den großen, aufwändig produzierten hauptsächlich auf Unterhaltung zielenden Shows des Broadway Deine künstlerische Heimat?
Broadway bedeutet für mich ”quality entertainment” – Unterhaltung mit Herz und Hirn.  Das kann ein aufwändiges Riesenevent sein, aber auch eine off-off-off-Broadway-one-woman-Performance. Meine künstlerische Heimat ist die Bühne. Ich komme aus Amerika, wo wir keine Unterscheidung in E & U Kunst (Ernsthaftes- und Unterhaltung) machen. Ich hatte eine strenge Ausbildung zum Entertainer an der New York University – wir mussten alle singen, tanzen, und sprechen (und auch das Lichtpult bedienen und eine Presseerklärung schreiben können…) In meiner Karriere habe ich in verschiedensten Genres auf unterschiedlichsten Bühnen weltweit gearbeitet – vom Tanztheater bis zur Stand-Up Comedy. Ich habe mich immer  als Entertainerin begriffen: die witzige, singende Darstellerin in einen ernsthaften Stück.

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Everybody’s Showgirl sein zu wollen, ist ein großes Versprechen. Wie löst Du dieses in Deiner neuen Show ein?
Der Titel kommt natürlich mit einem großen Augenzwinkern. Ich gebe zu: ich bin 49- Jahre alt, habe Kleidergröße 46 und trage in meinem Privatleben überhaupt keinen Kopfschmuck. Trotzdem, nach fast 20 Jahre in Deutschland, fast 30 Jahren auf der Bühne und 50 Jahren auf diesem Planeten würde ich „Showgirl“ als meinen Beruf bezeichnen – a Girl who does Shows. Ich finde „Everybody’s Showgirl” eine sehr demokratische Berufsbeschreibung – I’m here for you! Ich bin hier für Euch! How can I help?

Wie würdest Du Deine neue Show: Everybody`s Showgirl beschreiben? Was ist das Neue daran?
Es ist THE REALLY BIG SHOW – meine größte Produktion bis jetzt. Big Bühnenbild, viele Kostüme, lots and lots of Choreographie, nagelneue Lieder (inklusiv mein ganzes Leben als Mini-Musical –  komponiert von Thomas Zaufke), ein Paar alte Favoriten und eine Besetzung that is the  crème de la crème meiner bisherigen Programme. Alles unter der Regie der amerikanischen Choreographer/Director Melissa King.

Du bist nicht nur mit Thomas Hermanns befreundet, sondern ihr arbeitet auch schon seit vielen Jahren zusammen. Welche Rolle spielt er bei Deiner neuen Show?
Ich habe das Buch mit Thomas zusammen geschrieben. Viele Leute sind überrascht, dass es überhaupt ein Buch gibt. Sie denken, dass ich mir die Pointen jeden Abend spontan aus dem Ärmel schüttele – und genauso soll es auch aussehen – aber dahinter steckt sehr viel dramaturgische Arbeit. Ich schreibe meine Show, genau wie ein Theaterstück.

Warum ist es für Dich wichtig, dass Thomas mit Dir auch bei dieser Show zusammenarbeitet?
Ich kenne Thomas zeit über 25 Jahren. Thomas ist einer der wenigen Menschen in dieser Welt, der meine Arbeit in New York und in Deutschland kennt – er hat sogar 1986 bei meiner ersten  New Yorker Soloshow Regie  geführt! Wir teilen einen großen Respekt für und ein enormes Wissen über Popkultur und Showbiz Traditionen – vom  großen Auftritt auf der Showtreppe über die persönliche Ballade am Klavier bis zum Gospelchor zum Finale. Wir haben  acht Shows zusammen gemacht und ich vertraue ihm total. Wir haben eine gemeinsame Sprache. Außerdem  braucht jedes Showgirl einen schwulen besten Freund.

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