Montag, 27. Januar 2020 08:30 Uhr

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin – Gedenken an Kobe Bryant

Billie Eilish hat bei den Grammys wahrlich abgeräumt. Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Am Ende war der Zweikampf eine klare Sache: Billie Eilish ist die große Siegerin der 62. Grammy-Verleihung, Konkurrentin Lizzo hat das Nachsehen. Bei der Show erinnern die Stars auch an Basketballer Kobe Bryant – in dessen einstiger Heimspiel-Arena.

Die 18-Jährige Sängerin und Songwriterin Billie Eilish ist die große Abräumerin bei den 62. Grammy Awards in Los Angeles. Ihr Lied „Bad Guy“ gewann am Sonntag (Ortszeit) als „Song des Jahres“ und „Aufnahme des Jahres“. „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“ wurde zum besten Album erklärt, und Eilish gewann für ihren Elektropop auch den Preis als „Bester neuer Künstler“. Seit Beginn der Grammys 1959 war es das erste Mal, dass einer Frau bei einer einzigen Verleihung der Sieg in allen vier Hauptkategorien gelang. Der einzige Mann, der dieses Kunststück schaffte, war Christopher Cross („Sailing“) im Jahr 1980.

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin - Gedenken an Kobe Bryant

Alicia Keys und Dua Lipa überreichen Billie Eilish die Auszeichnung „Bester neuer Künstler“. Foto: Matt Sayles/Invision/AP/dpa

Gedenken an Kobe Bryant

Auch in der Sparte „Bestes Pop Vocal Album“ siegte Eilish, so dass sie insgesamt fünf Auszeichnungen davontrug. Ihr Bruder Finneas O’Connell, der die Musik produzierte, gewann dafür Grammys in zwei weiteren Kategorien. Die beiden hatten das Album hauptsächlich im Haus ihrer Eltern aufgenommen. „Das hier ist für alle Kinder, die heute Musik in einem Schlafzimmer machen“, sagte O’Connell, als er mit seiner Schwester den Preis für den „Song des Jahres“ entgegennahm. „Ihr werdet so einen hier bekommen.“

Das Nachsehen hatte die zweite große Favoritin des Abends, Lizzo. Die 31-Jährige Sängerin („Truth Hurts“) war acht Mal nominiert gewesen und siegte dann in drei kleineren Kategorien, darunter „Beste Pop Solo Performance“.

Auch Lil Nas X (20), der mit „Old Town Road“ einen neuen Rekord gesetzt hatte, weil er 19 Wochen lang an der Spitze der US-Charts stand, konnte trotz sechs Nominierungen nur in zwei Nebenkategorien gewinnen: für das beste Musikvideo und die beste Pop-Duo/Gruppen-Performance.

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin - Gedenken an Kobe Bryant

s: Ariana Grande mag es fluffig. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Während der mehr als dreieinhalb Stunden dauernden Verleihung hatten viele Künstler auch immer wieder den tödlich verunglückten Ex-Basketballer Kobe Bryant gewürdigt. „Wir stehen hier, und unsere Herzen sind gebrochen, im Haus, das Kobe erschaffen hat“, sagte Moderatorin Alicia Keys zu Beginn der Veranstaltung im Staples Center. Dort hatte der am Sonntag im Alter von 41 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommene Bryant jahrelang mit seinem Basketballteam L.A. Lakers Erfolge gefeiert. Keys sang dann mit der R&B-Band Boyz II Men eine berührende Akustik-Version von deren Song „It’s so Hard to Say Goodbye to Yesterday“.

Comeback von Demi Lovato

Zu den emotionalsten Live-Acts des Abends zählte auch der erste große Auftritt nach einer gesundheitsbedingten Pause von Sängerin Demi Lovato. Sie musste unter Tränen ein zweites Mal für ihre Power-Ballade „Anyway“ ansetzen.

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin - Gedenken an Kobe Bryant

Ariana Grande mag es fluffig. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Diese hatte sie 2018 aufgenommen, vier Tage vor einer fast tödlichen Drogenüberdosis. Seinerzeit war sie im Juli ins Krankenhaus gekommen und hatte eine Therapie gestartet. Für ihren Auftritt gab es genauso Standing Ovations wie für einen Tribut an den im März 2019 erschossenen Rapper Nipsey Hussle, den unter anderem John Legend, DJ Khaled und Meek Mill sangen. „Lang lebe Nips, lang lebe Kobe“, sagte Khaled am Ende.

Die Grammys werden in mehr als 80 Kategorien vergeben, rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Schon vor der im US-Fernsehen auf CBS übertragenen Show hatten die meisten deutschen Nominierten bei der Bekanntgabe der Nebenkategorien das Nachsehen. Einzig die NDR Big Band als Begleitung des US-Jazztrompeters Randy Brecker siegte in der Kategorie „Bestes improvisiertes Jazz-Solo“ für „Sozinho“ auf seinem Album „Rocks“. Unter anderem Filmkomponist Hans Zimmer und Techno-Musiker Apparat gingen in ihren Kategorien leer aus. (Christian Fahrenbach, dpa)

Lizzo nimmt den Preis für „Truth Hurts“ entgegen. Foto: Matt Sayles/Invision/AP/dpa

Wichtigste Gewinner der Grammy Awards 2020

Allgemein

Album des Jahres
Billie Eilish – When We All Fall Asleep, Where Do We Go?

Aufnahme D´des Jahres
Billie Eilish – „Bad Guy“

Song des Jahres
Billie Eilish – „Bad Guy“

Bester neuer Künstler
Billie Eilish

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin - Gedenken an Kobe Bryant

Cyndi Lauper tritt während der Grammys auf. Foto: Matt Sayles/Invision/AP/dpa

Kategorie Pop

Bestes stimmliches Popalbum
Billie Eilish – „When We All Fall Asleep, Where Do We Do?“

Beste Pop Solo Performance
Lizzo – „Truth Hurts“

Beste Pop Duo/Gruppen Performance
Lil Nas X feat. Billy Ray Cyrus – „Old Town Road

Bestes traditionelles Gesangs-Pop-Album
Elvis Costello & The Imposters – „Look Now“

Kategorie Dance/Electronic

Beste Dance/Electro-Aufnahme
The Chemical Brothers – „Got To Keep On“

Bestes Dance/Electro-Album
The Chemical Brothers – „No Geography“

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin - Gedenken an Kobe Bryant

Iggy Pop bekommt einen Grammy für sein Lebenswerk. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Kategorie Rock

Beste Metal Performance
Tool – „7Empest“

Beste Rock Performance
Gary Clark Jr. – „This Land“

Bestes Rock-Album
Cage the Elephant – Social Cues

Bester Rock-Song
Gary Clark Jr. – „This Land“

Grammys: Billie Eilish die große Siegerin - Gedenken an Kobe Bryant

Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Kategorie Country

Bestes Country-Album
Tanya Tucker – „While I’m Livin“

Bester Country-Song
Tanya Tucker – „Bring My Flowers Now“

Beste Country Solo Performance
Willie Nelson – „Ride Me Back Home“

Beste Country Duo/Gruppen Performance
Dan + Shay – „Speechless“

Kategorie Rap

Beste Rap Performance
Nipsey Hussle Featuring Roddy Ricch & Hit-Boy – „Racks in the Middle“

Beste Rap / Song Performance
DJ Khaled Featuring Nipsey Hussle & John Legend – „Higher“

Bestes Rap-Album
Tyler the Creator – Igor

Bester Rap-Song
21 Savage feat. J. Cole – „A Lot“

Kategorie R&B

Bester R’N’B-Song
Pj Morton feat. JoJo – „Say So“

Bestes R’N’B-Album
Anderson .Paak – „Ventura“

Bestes Zeitgenössisches Urban-Album
Lizzo – „Cuz I Love You (Deluxe)“

Beste R’N’B-Performance
Anderson .Paak Featuring André 3000 – „Come Home“

Beste Traditionelle R’N’B-Performance
Lizzo – „Jerome“

Kategorie Country

Bestes Latin Pop Album
Alejandro Sanz – „#Eldisco“

Bestes Latin Rock, Urban Oder Alternativ Album
Rosalía – „El Mal Querer“

Kategorie Alternative

Bestes Alternative Musik-Album
Vampire Weekend – Father of the Bride

Beste Compilation Für visuelle Medien

Bester Filmsong
Lady Gaga & Bradley Cooper – „I’ll Never Love Again“

Beste Filmmusik
Lady Gaga & Bradley Cooper – „A Star Is Born“

Bester Soundtrack Für Visuelle Medien
Hildur Guðnadóttir – „Chernobyl“

Kategorie Video

Bestes Musik-Video
Lil Nas X – „Old Town Road“

Bester Musik-Film
Beyoncé – „Homecoming“

Kategorie Produktion

Produzent Des Jahres (Nicht Klassisch)
Finneas

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