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Montag, 11. Februar 2019 08:36 Uhr

Grammys: Childish Gambino und Kacey Musgraves sind die Abräumer

Album des Jahres: Die Country-Sängerin Kacey Musgraves hat die Königs-Kategorie bei den Grammys gewonnen. Foto: Matt Sayles/Invision/AP

Zu wenig Hip-Hop, zu viele Männer: Diese alte Kritik scheint bei den Grammys endgültig angekommen zu sein. Dominiert wird die Gala von Frauen, Michelle Obama begeistert mit einem Überraschungsauftritt. Und Rapper Childish Gambino holt zwei Hauptpreise des Abends.

Grammys: Childish Gambino und Kacey Musgraves sind die Abräumer

Camila Cabello und Ricky Martin sorgten zu Beginn der Show gleich für gute Stimmung. Foto: Matt Sayles/Invision/AP

Als erster Rapper hat Childish Gambino bei der Grammy-Verleihung den Hauptpreis für die beste Aufnahme des Jahres gewonnen. Sein Song „This Is America“ setzte sich bei der Gala am Sonntag in Los Angeles unter anderem gegen Drake mit „God’s Plan“ sowie Kendrick Lamar und SZA mit „All The Stars“ durch.

„This Is America“ gewann auch den Preis für das beste Lied des Jahres.

Gambinos Video sorgte für Furore

Childish Gambino, bürgerlich Donald Glover, verfasste den Titel zusammen mit dem schwedischen Songschreiber Ludwig Göransson. Vor allem das dazugehörige Musikvideo, das voller Metaphern rund um Rassismus und Waffengewalt in den USA steckt, hatte für Gesprächsstoff gesorgt. Childish Gambino rappt über die Widersprüche eines Lebens als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten und tanzt im Video mit nacktem Oberkörper, während um ihn herum Gewalt und Chaos ausbrechen.

Grammys: Childish Gambino und Kacey Musgraves sind die Abräumer

Drake gewinnt einen Grammy für den besten Rap-Song („God’s Plan“). Preise seien ab nicht das Wichtigste, sagte er in seiner Rede. Foto: Matt Sayles/Invision/AP

Die Menschen könnten sich unabhängig von ihrer Herkunft mit „This Is America“ identifizieren, sagte Göransson über den Song. „Er prangert Ungerechtigkeit an, feiert das Leben und vereinigt uns gleichzeitig.“ Glover erschien nicht zu der Verleihung. Auch Beyoncé und Jay-Z, Taylor Swift und Kendrick Lamar blieben der Gala fern.

Der von Sängerin Alicia Keys moderierte Abend wurde über dreieinhalb Stunden klar von Frauen beherrscht. Unter anderem waren Auftritte von Lady Gaga, Janelle Monáe, Jennifer Lopez und H.E.R. zu sehen. Besonders gefeiert wurden Soul-Sängerin Diana Ross und Country-Musikerin Dolly Parton. Die frühere First Lady Michelle Obama kam als Überraschungsgast auf die Bühne.

Grammys: Childish Gambino und Kacey Musgraves sind die Abräumer

Jennifer Lopez liefert eine energiegeladene Show ab. Foto: Matt Sayles/Invision/AP

Cardi B erste Frau, die Bestes Rap-Album gewann

Auch viele wichtige Preise gingen an Frauen: Die Trophäe für das beste Album des Jahres gewann US-Sängerin Kacey Musgraves mit „Golden Hour“. Rapperin Cardi B wurde zur ersten Frau, die als Solo-Künstlerin den Grammy für das beste Rap-Album gewann. Als beste neue Künstlerin des Jahres wurde die britische Sängerin Dua Lipa („New Rules“) ausgezeichnet. Die 23-Jährige verwies in ihrer Dankesrede darauf, dass dieses Jahr viele großartige Künstlerinnen für Preise in den insgesamt 84 Kategorien nominiert worden seien.

Grammys: Childish Gambino und Kacey Musgraves sind die Abräumer

Album des Jahres: Die Country-Sängerin Kacey Musgraves hat die Königs-Kategorie bei den Grammys gewonnen. Foto: Matt Sayles/Invision/AP

„Offenbar haben wir uns richtig gesteigert“, sagte Dua Lipa. Ihr Kommentar war ein Seitenhieb auf Neil Portnow, scheidender Präsident der für die Grammys zuständigen Recording Academy. Portnow hatte vor einem Jahr gesagt, Frauen müssten sich „steigern“, wenn sie bei der Verleihung stärker vertreten sein wollten.

Nach Kritik von Fans und Musikerinnen erklärte er, den falschen Ton getroffen zu haben, und kündigte Maßnahmen an, um „eindeutige Hürden und unbewusste Vorurteile“ gegenüber Frauen in der Musikindustrie abzubauen.

Grammys: Childish Gambino und Kacey Musgraves sind die Abräumer

Alicia Keys moderierte die Show und spielte auf zwei Flügeln. Foto: Matt Sayles/Invision/AP

Die wichtigsten Gewinner der Grammy Awards 2019

Allgemeine Kategorien

Album des Jahres
„Golden Hour“ – Kacey Musgraves

Aufnahme des Jahres
„This Is America“ – Childish Gambino

Song des Jahres
„This Is America “ – Childish Gambino

Bester Newcomer
Dua Lipa

Kategorie Pop

Bestes stimmliches Popalbum
„Sweetener“ – Ariana Grande

Beste Pop Solo Performance
„Joanne (Where Do You Think You’re Goin‘?)“ – Lady Gaga

Beste Pop Duo/Gruppen Performance
„Shallow“ – Lady Gaga & Bradley Cooper

Bestes traditionelles Gesangs-Pop-Album
„My Way“ – Willie Nelson

Kategorie Dance/Electronic

Beste Dance/Electro-Aufnahme
„Electricity“ – Silk City & Dua Lipa Featuring Diplo & Mark Ronson

Bestes Dance/Electro-Album
„Woman Worldwide“ – Justice

Kategorie Rock

Beste Metal Performance
„Electric Messiah“ – High On Fire

Beste Rock Performance
„When Bad Goes Good“ – Chris Cornell

Bestes Rock-Album
„From The Fires“ – Greta Van Fleet

Bester Rock-Song
„Masseduction“ – St. Vincent

Kategorie Country

Bestes Country-Album
„Golden Hour“ – Kacey Musgraves

Bester Country-Song
„Space Cowboy“ – Kacey Musgraves

Beste Country Solo Performance
„Butterflies“ – Kacey Musgraves

Beste Country Duo/Gruppen Performance
„Tequila“ – Dan + Shay

Kategorie Rap

Beste Rap Performance
„King’s Dead“ – Kendrick Lamar, Jay Rock, Future & James Blake
„Bubblin“ – Anderson .Paak

Bestes Rap-Album
„Invasion Of Privacy“ – Cardi B

Beste Rap/Song-Kollaboration
„This Is America“ – Childish Gambino

Bester Rap-Song
„God’s Plan“ – Drake

Kategorie R&B

Bester R’N’B-Song
„Boo’d Up“ – Ella Mai

Bestes R’N’B-Album
„H.E.R.“ – H.E.R.

Bestes zeitgenössisches Urban-Album
„Everything Is Love“ – The Carters

Beste R’N’B-Performance
„Best Part“ – H.E.R. Featuring Daniel Caesar

Beste traditionelle R’N’B-Performance
„Bet Ain’t Worth The Hand“ – Leon Bridges
„How Deep Is Your Love“ – Pj Morton Featuring Yebba

Kategorie Alternative

Bestes Alternative Musik-Album
„Colors“ – Beck

Beste Compilation für visuelle Medien

Bester Filmsong
„Shallow“ – Lady Gaga & Bradley Cooper

Beste Filmmusik
„The Greatest Showman“ – Various Artists

Bester Soundtrack für visuelle Medien
„Black Panther“ – Ludwig Göransson, composer

Kategorie Video

Bestes Musik-Video
„This Is America“ – Childish Gambino

Bester Musik-Film
„Quincy“ – Quincy Jones

Kategorie Produktion

Produzent des Jahres (Nicht Klassisch)
Pharrell Williams

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