Samstag, 14. April 2018 17:57 Uhr

Echo-Krawall: Das sagt Altmeister Hartmut Engler und das Rapper Fler

Die Kritik-Welle nach der Echo-Verleihung an die Rapper Farid Bang und Kollegah reißt nicht ab. Jetzt hat sich auch Pur-Sänger Hartmut Engler dazu geäußert.

Hartmut Engler: "Es geht doch auch ohne anzupinkeln"

Foto: Sebastian Gollnow

Nach der Echo-Verleihung an Kollegah und Farid Bang hat sich auch Musiker Hartmut Engler vom Stil der Rapper distanziert. „Wir haben es zu einem Riesenerfolg geschafft, ohne Leute zu beleidigen, ohne sie anzupinkeln, ohne ihnen in die Fresse zu hauen“, sagte der Sänger über seine Pop-Band am Samstag bei einer Veranstaltung in Lauffen am Neckar. Pur stehe für „political correctness“. „Wir haben im Publikum drei Generationen und wir wollen denen keinen Scheiß erzählen“, sagte er. „Und wir wollen uns auch nicht das rausnehmen, was heute so üblich wäre an Provokation.“

Kollegah und Farid Bang waren am Donnerstagabend für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ in der Kategorie Hip-Hop/Urban National ausgezeichnet worden. In dem Album finden sich die Textzeilen „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“. Die Echo-Verleihung an die Rapper war daraufhin auf viel Kritik gestoßen.

Hartmut Engler: "Es geht doch auch ohne anzupinkeln"

Kollegah (r.) & Farid Bang – Preisträger in der Kategorie „Hip Hop/Urban national“. Foto: MG RTL D / Andreas Friese

Wieso geht es bei der Kritik gar nicht um Kunst?

„Mich hat das sehr negativ berührt, was da passiert ist“, sagte Engler. „Man kann jetzt zu Rap oder irgendwas stehen, wie man will. Ich habe selber Kinder, die sind 19 und 21, und die finden das auch ziemlich cool. Aber eben diesen Scheiß nicht.“

Rapper Fler dagegen sieht die Diskussion anders. „Die ganze Echo-Verleihung ist mal wieder sehr feige gewesen. Sie stellen ausgerechnet die beiden Künstler an den Pranger, die ihnen eine gute Quote verschaffen – nämlich Kollegah und Farid Bang. Das verstehe ich nicht“, sagte der Musik im Gespräch mit dem Hamburger Magazin „Stern“.

Quelle: instagram.com

So gehe es doch „bei der allgemeinen Kritik dennoch nie um die Kunst“, so Fler weiter. „Es wird immer in einen ganz anderen Kontext gesetzt und verallgemeinert. Es ist gar kein Problem, dass über diese Farid-Line diskutiert wird, sondern wie die Diskussion ausartet. Auf einmal wird daraus eine Antisemitismus-Debatte.“ Dabei, so der 36 jährige Berliner Rapper, sei die Textzeile „mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ gar nicht antisemitisch. „Sie ist vielleicht geschmacklos oder politisch inkorrekt, aber nicht antisemitisch.“

Fler kann sich auch einen Seitenhieb gegen Toten-Hosen-Frontmann Campino nicht verkneifen. „Der Typ stellt sich da, als sei er ein linker Rebell. Dabei verkörpert er gerade nur den aktuellen Zeitgeist des Establishments. (…) „Der Typ stellt die Künstler, die in der deutschen Musikindustrie sich noch trauen, andere Musik zu machen als der Mainstream, an den Pranger.“

Hartmut Engler: "Es geht doch auch ohne anzupinkeln"

Sänger Campino. Foto: MG RTL D / Andreas Friese

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