Live-ComebackHuch! … und plötzlich ist Dieter Bohlen wieder da!

Dieter Bohlen bei seinem Bühnen Comeback
Dieter Bohlen bei seinem Bühnen Comeback

IMAGO / Marc John

dpadpa | 07.08.2022, 09:32 Uhr

Von bauchfreier Oberbekleidung bis „Der Preis ist heiß“ - momentan kommt vieles zurück. So blitzartig wie die Wiederkehr von Dieter Bohlen verlief aber kaum ein anderes Comeback.

Es läuft ganz gut für Dieter Bohlen und daraus macht er auch kein Geheimnis. Die Abendsonne ist eben hinter den Sitzplatztribünen, auf denen manche Besucher die Füße nun mal kurz hochlegen, untergegangen. Dafür strahlt der 68-Jährige umso mehr. „Ich hab‘ eine Frage“, sagt Bohlen zu seinem Publikum. „Wer freut sich auch, dass ich wieder bei DSDS bin?“ Es folgt: Jubel. Bohlen antwortet darauf: „Yes, das ist geil!“

DSDS, das ist die Abkürzung für den RTL-Castingzirkus „Deutschland sucht den Superstar“. Bohlen, einst Chef-Juror des Formats, war in der vergangenen Staffel nicht dabei, stattdessen fungierte Schlagerstar Florian Silbereisen (41) als Jury-Vorsitzender. Vor wenigen Wochen aber verkündete RTL, dass Bohlen zur kommenden und letzten Staffel zurückkehren werde. Silbereisen dagegen nicht.

Dieter Bohlen steht beim Schlager-Event «Lieblingslieder» in der Rheinaue in Bonn auf der Bühne.

Henning Kaiser/dpa

Bohlen will auf Tour gehen

Eigentlich hat das nichts mit diesem Abend in Bonn zu tun, an dem Bohlen auf dem Open-Air-Festival „Lieblingslieder“ auftritt. Aber irgendwie auch schon, nicht nur weil der sogenannte Pop-Titan das Thema nach nur wenigen Minuten selbst anspricht. Im Großen und Ganzen wird klar: Hier steht jemand, der noch etwas vorhat.

„Hallo Schnuckelhasen!
Ich hab‘ eine Frage: Wer freut sich auch,
dass ich wieder bei DSDS bin? Yes, das ist geil!“.
(Dieter Bohlen in Bonn)

Denn neben der avisierten Rückkehr auf den Jury-Stuhl will Bohlen nun auch auf eine große Tour gehen – nicht als Produzent im Hintergrund, sondern mit seiner Band. „Es ist das größte Comeback aller Zeiten“, heißt es in der Ankündigung. Einen Vorgeschmack bekommt man nun in Bonn beim Festival „Lieblingslieder“, bei dem Bohlen nach mehreren Stunden Programm voller Schlagerstars der Höhepunkt des Abends ist.

Was er mitgebracht hat? Vor allem Hits aus der Ära von Modern Talking. Früher war das Popduo, das er mit Thomas Anders bildete, geliebt und gehasst, die Musik-Fans waren gespalten. Vor allem war es aber sehr erfolgreich. 2003 stand Modern Talking zuletzt gemeinsam auf der Bühne, dann trennten sich die beiden ein zweites Mal.



„Dieddä! „Dieddä! Dieddä!“

In die allgemeine Retro-Welle, die gerade durch die Showbranche schwappt, fügen sich die Songs harmonisch ein. Bohlen präsentiert unter anderem „You’re My Heart, You’re My Soul“, „Cheri Cheri Lady“ und „Brother Louie“. Er ballt die Faust, geht in die Knie – und führt das Publikum in die Großartigkeit des Liedguts ein. „Wenn ihr mal in China seid“, sagt er etwa vor „Brother Louie“, „werdet ihr an kaum einer Straße vorbeikommen, wo nicht folgender Titel läuft“.

Zugkraft hat das offenkundig. Nachfrage bei einer Frauen-Gruppe, ein Junggesellinnen-Abschied, in zwei Wochen wird geheiratet. Warum sie gekommen sind? „Dieddä! „Dieddä! Dieddä!“ bekommt man zu hören. Vor Bohlen treten etwa Vanessa Mai (30), Giovanni Zarrella (44) und Nino de Angelo (58) auf, Stars der Schlagerszene. Rund 15 000 Besucher sind laut Veranstalter gekommen, der Schwerpunkt liegt dem ersten Eindruck nach in der Altersklasse über 35 Jahre. „Wir sind jung im Herzen“, steht etwa auf Shirts einer Gruppe. Ein Mann trägt auf seinem Rücken den Schriftzug „Der Club der Mitgeschleppten. Wir sind nur zum Saufen hier.“

Tatsächlich wollen viele aber auch den Moment festhalten, in dem Bohlen die 80er musikalisch zurückholt. Viele Handys werden gezückt, es wird gefilmt. Am Ende hat der Pop-Titan auch eine Botschaft: „Seid glücklich“, sagt er. „Es gibt nur ein Leben. Macht das Beste daraus.“ Und das klingt in diesem Moment richtig ernst gemeint.

Wenngleich auch an diesem Abend nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. Ein Fan ruft zwischendrin: „Und jetzt kommt der Anders!“ Aber so viel Comeback ist dann doch noch nicht angesagt.