Montag, 4. November 2019 23:37 Uhr

Jeff Lynnes ELO: Das neue Album ist da!

Carsten Windhorst/ Sony Music

Der Mann weiß noch wie man eingängige Songs schreibt. Was ja heutzutage eine Seltenheit ist. Mit seinen Songs hat der 71-jährige Jeff Lynne drei Generationen von Musikfans berührt und geprägt – nach einer mehrjährigen Auszeit hatte er sich in den vergangenen Jahren eindrucksvoll als Songwriter, Musiker und Produzent zurückgemeldet. Der Titelsong ist gleichzeitig der Album-Opener und entführt den Hörer ein weiteres Mal in die wunderbare ELO-Welt, die zehn Songs umfasst.

Im Tracklisting finden sich u.a. das wehmütige „Help Yourself“, das feierliche „Down Came The Rain“, die Rocknummer „One More Time“ (mit einem Solo des Pianisten Richard Tandy) und der zauberhafte Abschlusssong „Songbird“.

Wie immer alles im Alleingang

Wie der Vorgänger „Alone In The Universe” (2015) gelingt es Lynne auf „From Out Of Nowhere” erneut, im Rahmen seines legendären Signature Sounds neue Facetten aufzutun, sein überall auf der Welt heiß geliebtes musikalisches Erbe fortzuführen und klanglich und dennoch emotional neue Wege zu beschreiten. Abermals spielt er fast jede Note selbst – von den Gitarren und Bässen über Klavier, Schlagzeug und Keyboards bis hin zum Vibraphon, außerdem singt er alle Lead- und den beeindruckenden mehrstimmigen Harmonie-Vocals. Steve Jay, der Lynne als Engineer bei den Aufnahmen zur Seite stand, steuerte einige Percussion-Parts bei.

Die bloße Existenz des Albums ist ein unerwartet freudiges Ereignis, sowohl für den Schöpfer als auch für seine Fans. „‘Aus dem Nichts‘ – genau dort kommt es her „, sagt Lynne. „Es war der erste Song, den ich für dieses Album geschrieben habe, und genau so war es dann auch.“ Das Stück erzählt von Hoffnung und Erlösung. Wie bereits häufig in Lynnes Karriere ist es das Thema Optimismus, das sich wie ein roter Faden durch das Album zieht – getreu seinem Motto: „Jeder Mensch sollte ein bisschen Hoffnung haben.“

Fulminantes Comeback

Das Album nimmt die Energie und den Zuspruch mit, den die Veröffentlichung von „Alone In The Universe“ und die triumphale Rückkehr ins Live-Business freigesetzt hatte. Zum ersten Mal seit 1985 begab sich die Band auf Konzertreise, beginnend mit einem Auftritt im Londoner Hyde Park vor mehr als 50.000 Zuschauern im September 2014. Seitdem waren Jeff Lynne’s ELO mehrfach in Europa und Nordamerika unterwegs, spielten u.a. ausverkaufte Shows in berühmten Venues wie der Radio City Music Hall in New York, acht Abende in der O2 Arena in London, ein Auftritt als Headliner des Glastonbury Festivals 2016, drei spektakuläre Feuerwerk-Shows in der Hollywood Bowl und ein Spektakel vor 60.000 Fans im Wembley Stadion.

Ein Mitschnitt der letzteren Show wurde als Konzertfilm unter dem Titel „Wembley Or Bust“ veröffentlicht. Es folgte eine ausgedehnte Arena-Tour durch die USA im Jahr 2018, sowie weitere zwanzig Konzerte in Nordamerika im vergangenen Sommer.

Stern auf dem Walk Of Fame

Mit mehr als fünfzig Millionen verkauften Alben zählen ELO mit ihrem orchestralen Sound zu den erfolgreichsten und beliebtesten Bands ihrer Ära mit 26 Top 40-Hits in Großbritannien und weltweit mehr als fünfzig Millionen verkauften Tonträgern. In den USA stehen vier Top Ten-Alben in Folge, sieben Top 20-Platzierungen und eine Serie von Hitsingles zu Buche. Zwanzig Songs erreichten die US Top 40, sieben kletterten bis in die Top Ten. Lynne war überdies Mitbegründer der Grammy-preisgekrönten Supergroup The Traveling Wilburys, zu der George Harrison, Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan gehörten.

Als Produzent und Songwriter arbeitete er u.a. mit Roy Orbison, George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr, Tom Petty, Joe Cocker und Joe Walsh. Er produzierte George Harrisons „Cloud Nine“-Album und erschuf in Zusammenarbeit mit Harrison, Paul McCartney und Ringo Starr aus John Lennons Homerecording-Tapes die Stücke „Free As A Bird“ und „Real Love“.

2015 wurde Jeff Lynne mit einem Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame geehrt, 2017 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, im Rahmen der Zeremonie spielte er mit seiner Tourband.

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren