Donnerstag, 24. Juni 2010 15:21 Uhr

Jetzt kommt Lissie – Die neue große Stimme aus den USA

TIPP! Am 6. August erscheint das Debütalbum „Catching A Tiger“ des neuen US-Musikwunders Lissie. Es entstand in Nashville unter der Regie von Grammy-Preisträger Jacquire King, der in den vergangenen Jahren u.a. mit und für die Kings Of Leon, Norah Jones, Billy Talent und Modest Mouse gearbeitet hatte. Die US- und UK-Presse vergleicht die Musik der jungen Sängerin und Songwriterin aus Illinois mit Stevie Nicks, Chrissie Hynde, Neko Case und den Shangri-Las und kürte sie zur neuen, großen Stimme des Americana-Genres.

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Ganz besondere Euphorie entfachen allerdings ihre sensationellen Live-Auftritte, wie zuletzt beim SXSW-Festival. Jüngst war sie zusammen mit The Low Anthem auf US-Tour, in Kürze stehen einige Konzerte (sowie eine TV-Performance in der Sendung „Later… with Jools Holland“) in Großbritannien auf dem Programm, bevor sie schließlich bei den Mega-Festivals „Rock im Park“ und „Rock am Ring“ auch in Deutschland live zu sehen ist. Als erste Single erscheint mit „When I’m Alone“ (kommt am ) ein atmosphärischer Midtempo-Song, bei dem die „Suchtgefahr“ im Refrain lauert – denn Achtung: die Hookline-Zeile „You Make Me Feel“ geht einem bereits nach einmaligen Hören garantiert nicht mehr aus dem Kopf. Jede Wette.

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Geboren wurde Lissie in Rock Island, Illinois, einer der „Quad Cities“ am Ufer des Mississippi. Die Stadt lieferte die Inspiration zum Lonnie-Donegan-Klassiker „Rock Island Line“ und brachte den Jazz-Musiker Bix Beiderbecke hervor. Es ist die Gegend der Springfluten, der Pick-Up-Trucks und der echten Arbeiter-Country-Musik. „Die Leute wollen oft diese Seite von mir in den Vordergrund stellen“, sagt Lissie, „aber wir saßen nicht auf unserer Veranda herum und feierten ein Volksfest, als wir das Album schrieben. In meiner Jugend hörte ich Gangster-Rap, wie Millionen von anderen Teenagern in Amerika auch. Viele von diesen Sounds und Erfahrungen haben mich beeinflusst und meine Musik inspiriert.“

Lissie war schon immer das musikalischste Familienmitglied. Ermutigt durch ihren Großvater, einen ehemaligen internationalen „Barbershop Quartett“-Sänger (und Champion!), sang sie in ihrer Lutheraner-Gemeinde, trat allerdings nie dem Chor bei. Später nahm sie an Auditions der örtlichen Theatergruppe teil und mit neun landete sie ihre erste Hauptrolle in der achtzig Termine umfassenden Inszenierung von „Annie“.

In der sechsten Klasse färbte sie sich die Haare mit Tinte, sie schwänzte die Schule, widersprach den Lehrern und wurde einmal sogar von der Highschool geschmissen, weil sie einer Lehrkraft ins Gesicht gespuckt hatte. „Ich hatte das Gefühl, dass die Leute nicht wussten, was sie mit mir anfangen sollten, und sie versuchten, mein Temperament zu unterdrücken, was der aufmüpfigen Ader in mir nur noch mehr Auftrieb gab“, erklärt sie. „Und genau das brachte mich dazu, meine Ideen den allgemeinen Konventionen zu entziehen.“

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Ein Studium an der Colorado State University war Lissies Plan B, ein kurzer Abstecher in die Hochschul-Welt, wo sie allerlei Vorlesungen besuchte, von Geologie über Sprachen bis zu Anthropologie. Dabei vernachlässigte sie ihre Musik allerdings nicht, verfeinerte ihre Songs, trat als Headliner im örtlichen Theater auf und nahm einen Track mit einem lokalen Electronic-DJ auf, der irgendwie den Weg ins Fernsehen fand und als Soundtrack der Serien „OC, California“, „Veronica Mars“ und „Dr. House“ zum Einsatz kam. Lissie verbrachte ein Semester in Paris, lernte Französisch und Fotografieren, schrieb und spielte weitere Songs und als sie aus den USA zurück kehrte, beschloss sie, die Uni komplett hinzuschmeißen, nach Los Angeles zu ziehen und tatsächlich einen Versuch zu starten, Karriere als Musikerin zu machen.

In Los Angeles trat sie zwangsläufig in Bars auf, sowohl im Rahmen von Showcases als auch auf regelmäßiger Basis, an manchen Abenden bestand das Publikum allerdings gerade mal aus einer Person. Im Frühjahr 2006 rief sie dann ihren eigenen Abend, die „Beachwood Rockers’ Society“, ins Leben – zusammen mit einem befreundeten Musiker in Crane’s Hollywood Tavern. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich mit dem Verteilen von Restaurant-Flyern und als Honigverkäuferin – jeden Sonntag auf dem örtlichen Bauernmarkt.

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Nach und nach kam eins zu anderen: zusammen mit ihrem Freund Bill Reynolds von der Band Of Horses nahm sie eine EP mit fünf Stücken auf, die den Namen „Why You Runnin’” erhielt und in den USA im vergangenen Jahre einen mittleren Hype erzeugte. Sie fuhr nach Nashville, um mit Produzent Jacquire King aufzunehmen, der gerade seine Arbeit mit den Kings Of Leon beendet hatte. „Manchmal war er schwierig, sich ein Bild über das Ganze zu machen; wie er sich das Feeling und den Sound vorstellte“, gibt Lissie heute zu, „aber heute ich bin stolz darauf, was dabei heraus gekommen ist und ich schaue nach vorn auf den Weg, der vor mir liegt.“

Was dabei heraus kam, war der Großteil der Songs ihres Debütalbums „Catching A Tiger”, dessen elf Stücke von bluesigem Folk bis hin zu straightem Pop reichen und ihre bemerkenswerte Stimme als auch ihren Stil als Songwriter demonstrieren.

Fotos: SonyMusic

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