Freitag, 29. Mai 2020 13:19 Uhr

Johannes Oerding: „Anfassen“ in Corona-Zeiten?

SonyMusic

Johannes Oerding spendet mit seiner Musik ja immer irgendwie Trost, allein schon, weil man sich verstanden fühlt. Aber seit seinem Nr.1-Album „Konturen“, das bereits die Radio-Hits „An guten Tagen“ und „Alles okay“ hervorgebracht hat, kennt man ihn ja auch als einen, der die Dinge beim Namen nennt. Auf seinem sechsten Studio-Album behandelt der Musiker Themen, die man so noch nie von ihm gehört hat.

Johannes Oerding: "Anfassen" in Corona-Zeiten?

Foto: Olaf Heine

In dieser Zeit von Zwangsosolierungen, Lockdowns und vorsichtigen Öffnungen fehlt vieles. Die Familie, Grillabende, Konzerte, Bars, Teamwork, Ausgehen, Tanzen, Feiern, unbeschwert sein. Manchen fehlt Arbeit, manchen Hoffnung, einigen Mitgefühl. Was wir aber alle vermissen, ist menschliche Nähe. Es ist nicht das erste Mal, dass Hutträger Johannes Oerding für eine komplizierte Situation einen Song mit dem größten gemeinsamen Nenner zu bieten hat.

Natürlich war beim Schreiben von „Anfassen“ niemandem klar, wie perfekt er zusammenfasst, wie es uns heute geht.

Fehlende Umarmungen

Genau genommen ging es in Zeilen wie „Wir wissen alles überall, doch viel zu wenig über uns, und dieses bisschen wird dann noch geteilt. Was einmal echt war, ist jetzt kalt“ sogar um das Gegenteil: darum, im Überfluss das Wesentliche zu vergessen. Dennoch bringt er auf den Punkt, was wir jetzt deutlich spüren – kein Video-Call ersetzt eine Umarmung.

Trotz Beschränkungen und Tourverschiebung ist Oerding extrem umtriebig und produziert auf YouTube „Splitscreen Sessions“, wirkte am „#wirbleibenzuhause Festival“ mit und hat den One-Shot-Clip zu „Anfassen“, den es zum Funkstart heute zu sehen gibt, längst fertig. Schon wieder auf dem Sprung und gewohnt allürenlos, formuliert er selbst es ganz schlicht:„Auch wenn aktuell eher Abstand halten angesagt ist, kommt jetzt meine neue Single Anfassen“. Ab dafür.

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