Dramatischer Appell an Justin Bieber: „Spielen Sie dieses Konzert nicht!“

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 22.11.2021, 16:00 Uhr

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Eigentlich sollte Justin Bieber demnächst einen Auftritt fernab seiner Wahlheimat, der USA, absolvieren. Dagegen regt sich aber Widerstand.

Auch für einen internationalen Superstar wie Justin Bieber (27) ist ein Auftritt in Saudi-Arabien nichts Alltägliches. Am 5. Dezember 2021 soll der kanadische Sänger einen Auftritt in der Stadt Dschidda absolvieren — als Teil des dortigen Formel-1-Grand-Prix. Allerdings stößt das Gastspiel auf herbe Kritik — eine Frau schrieb sogar einen offenen Brief an Bieber, in dem sie in aufforderte, die Show abzusagen.

Der dringliche Brief an Bieber

Dabei handelt es sich um Hatice Cengiz (39), die Verlobte des ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi (1958-2018). Cengiz veröffentlichte ihren Appell an den Star in der „Washington Post“ (jener Zeitung, für die auch Khashoggi geschrieben hatte). „Bitte, Justin Bieber, spielen Sie das Konzert in Saudi-Arabien nicht“, heißt es darin.  Mit seiner Nicht-Teilnahme solle der Popstar „der Welt eine deutliche Botschaft zu senden, dass Ihr Name und Ihr Talent nicht dazu benutzt werden, den Ruf eines Regimes wiederherzustellen, das seine Kritiker tötet“.

h„Ich trete nicht für Diktatoren auf“

„Singen Sie nicht für die Mörder meines geliebten Jamal. Bitte beziehen Stellung und verurteilt seinen Mörder, Mohammed bin Salman [saudischer Kronprinz, Anm.] . Ihre Stimme wird von Millionen gehört werden“, heißt es in dem Brief. Dann fuhr sie fort: „Wenn Sie sich weigern, ein Spielball von MBS zu sein, wird deine Botschaft laut und deutlich sein: Ich trete nicht für Diktatoren auf. Ich ziehe Gerechtigkeit und Freiheit dem Geld vor.“

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Auch andere bekannte Künstler treten auf

Neben Bieber sollen auf dem Konzert auch der Rapper A$AP Rocky, Sänger Jason Derulo sowie die DJs David Guetta und Tiesto auftreten. Ob Justin Bieber (der vor kurzem über seine Eheprobleme sprach) der Bitte von Hatice Cengiz Folge leisten wird, bleibt abzuwarten — bislang hat sich der Musiker noch nicht zu dem Appell geäußert. Die Organisation Human Rights Watch übte indes Fundamentalkritik an Saudi-Arabien: Dies habe in der Vergangenheit immer wieder „prominente Persönlichkeiten und internationale Großereignisse genutzt hat, um von ihren weit verbreiteten Missständen abzulenken“.