Mittwoch, 2. Oktober 2019 14:50 Uhr

Karel Gott: Tschechischer Premier schlägt Staatsbegräbnis vor

Karel Gott mit Gattin Ivana Gottova 2017. Foto: Starpress

Die tschechische Musiklegende Karel Gott könnte ein Staatsbegräbnis bekommen. Der 80-Jährige Sänger, der in der Nacht zum Mittwoch verstarb, habe sein Leben ganzen Generationen geschenkt.

So reagierte laut „Radio Prag International“ Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman. Ministerpräsident Andrej Babiš bezeichnet Gott als „einen der größten Tschechen“. Premier Babiš und Kulturminister Zaorálek schlugen unterdessen ein Staatsbegräbnis vor. Dies sei dem Bericht zufolge „ein adäquater Abschied von dem Sänger“. Die Regierung werde am Mittwochnachmittag auf einer Sondersitzung zusammentreten.

In Karel Gotts Geburtsstadt Plzen sei an allen öffentlichen Gebäuden Trauerbeflaggung angeordnet worden. Übrigens mal so am Rande: Tschechien hat rund 10,5 Millionen Einwohner.

Wandte sich gegen die Bürgerrechtsbewegung

Kritiker hielten dem Sänger, der am 14. Juli 1939 zur Welt kam, seine steile Karriere in der Zeit des Sozialismus vor. Gott unterzeichnete die „Anticharta“, die sich gegen die tschechoslowakische Bürgerrechtsbewegung Charta 77 von Vaclav Havel richtete. Er war ein wichtiger Devisenbringer für das marode sozialistische Regime, das ihn mit dem Titel Nationalkünstler ehrte.

Es wurde alles vergeben, als Gott am 4. Dezember 1989 während der Samtrevolution, der demokratischen Wende in der Tschechoslowakei, auf einer Kundgebung erschien. Gemeinsam mit dem Bürgerrechtler und Liedermacher Karel Kryl stimmte er vor 200.000 Menschen die Nationalhymne an. Karel Gott, der auch in Russland viele Fans hatte, sah sich immer als einen Mittler zwischen Ost und West.

Erst Mitte September war bekannt geworden, dass Gott, dessen Karriere in den 1950er Jahren begann, an Leukämie erkrankt war. (KT/dpa)

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