Montag, 8. Oktober 2018 23:40 Uhr

Kitty Kat über Narben, das neue Album und Aggro Berlin

Um Kitty Kat (36) ist es in den letzten Jahren auffällig still geworden. Sie war damals die erste Rapperin beim legendären Label „Aggro Berlin“, das seinerzeit mit Bushido, Sido und Fler für Furore sorgte. Aber auch ohne die Jungs konnte die sympathische Berlinerin ihr Ding durchziehen und sich zu einer der bekanntesten Rapperinnen in Deutschland mausern. Mit ihrem neuen Album „Love & HipHop“ will Kitty Kat wieder hoch hinaus und an frühere Erfolge anknöpfen.

Kitty Kat über Narben, das neue Album und Aggro Berlin

Foto: Dave M.N.G

Seit fast vier Jahren hat man nichts mehr von dir gehört. Was hast du in der Zwischenzeit so getrieben?
Ich habe viel Songwriting gemacht für andere Künstler wie Vanessa Mai oder Glasperlenspiel. Ich habe mich mehr auf mein Songwriting konzentriert.

Dein neues Album steht in den Startlöchern …
Genau. Das heißt „Love & HipHop“ und besteht aus 18 Songs. Die eine Hälfte des Albums sind Slowjams – so Slowtrap Songs mit Gesang- und zur anderen Hälfte so richtig HipHop. Deshalb auch der Name. Ich habe diesmal bis auf Glasperlenspiel keine Features dabei. Das liegt daran, dass ich mich in den vier Jahren einfach nicht um neue Kontakte bemüht habe. Ich habe ja sechs Jahre in Österreich gewohnt und da ist einfach nicht dieser typische Künstlerkontakt gewesen, den man sonst so hat. Auf der anderen Seite habe ich die Tracks so gefeiert, wie ich sie geschrieben habe und da war auch kein Platz für andere Künstler.

Beim Albumtitel musste ich erst an die amerikanische Reality-Show „Love & HipHop“ denken. Hat dich dieser Name etwas inspiriert?
Ich habe in den letzten Jahren echt viel „Love & HipHop“ geschaut – auch schon bevor Cardi B da so berühmt dadurch geworden ist. Ich habe diese Reality-Show auch voll gefeiert, weil sie so zeigt wie die Künstler privat Stress haben aber gleichzeitig im Studio voll abliefern müssen. Dann baggert einen da jemand an und dann streitet man sich … Es ist schön zu sehen, dass man da nicht alleine ist mit diesen Künstlerproblemen.

Würdest du mitmachen, wenn es einen Ableger davon geben würde? Also „Love & HipHop Germany“?
Ja, sofort. Sowas müsste es echt mal demnächst in Deutschland geben. Dieses Format supportet den Künstler sehr und er bekommt so auch seine Musik besser unter die Leute. Ich denke, das hat auch etwas zu Cardi Bs großem Erfolg beigetragen.

Kitty Kat über Narben, das neue Album und Aggro Berlin

Kitty Kat an der Redaktionstelefonzelle. Foto: klatsch-tratsch.de

Lass uns über deinen neuen Song „Narben“ sprechen. Der thematisiert unter anderem auch häusliche Gewalt. Wie bist Du zu diesem Thema gekommen?
Der Song handelt von vielen Dingen wie auch Mobbing, Probleme mit sich selbst. Der Song ist entstanden durch private negative Erfahrungen von mir aber auch meinem Umfeld. Ich habe viel mitbekommen und wollte nicht mit Partyshit um die Ecke kommen, sondern wollte auch den Leuten erzählen, warum ich unter anderem vier Jahre nicht am Start war. Das ist eben auch ein Teil davon, dass ich solange keine Musik gemacht habe.

Wie sind die Reaktionen darauf?
Super. Ich bin total begeistert. Mir schreiben viele Leute und ich merke, dass die Nummer sie sehr berührt. Ich habe auch sehr viel Support von anderen Künstlern bekommen. Ich denke, das ist auch das worin ich gut bin: Gefühlvolle, emotionalen gefühlvollen Dingen, die unter die Haut gehen.

Auf dem Album verarbeitest du viele Beziehungen. Was ist die Lektion, die du aus deiner letzten Beziehung für dich gezogen hast?
Dass man ganz egal was einem passiert ist, und wie viele Narben man trägt – innerlich oder außen – dass man daraus wirklich stärker und auch weiser wird. Das ist auch das, was ich den Mädels mit dem Album mitgeben will: Dass man nicht auf der Strecke bleiben muss und im Selbstmitleid versinken muss. Viel eher sollte man für sich beschließen nach vorne zu schauen. Ich denke, ich bin das beste Beispiel dafür, dass wenn man gerade am Boden war, dass man trotzdem nochmal aufstehen kann, wenn man all seine Kraft zusammennimmt und etwas Gutes aus dem Schlechten machen kann.

Was würdest du mit deinem heutigen Wissen der 16-jährigen Kitty Kat mit auf den Weg geben?
Ich würde ihr raten sich vor narzisstischen Typen in acht zu nehmen.  Ich habe jetzt erst lernen müssen, dass es diesen Schlag Männer – und bestimmt auch  Frauen gibt, die einen manipulieren und zu ihrem Eigentum machen, wenn sie merken, dass da Gefühle involviert sind. Und wenn man zu naiv ist, dass man ganz schnell ausgetrickst werden kann. Ich würde ihr raten viel mehr darauf zu achten auf was für Menschen du dich einlässt und dass dir Zeit lässt und nicht nur weil gerade jemand besonders gut im Bett ist, der nicht gleich dein neuer Boyfriend wird, sondern beschäftige dich vorher erstmal richtig mit der Person, bevor du ihn so nah in dein Leben lässt.

Du hast dieses Jahr einen Song namens „Sugamami“ rausgebracht. Inhaltlich geht es um eine ältere Frau, die junge Männer aushält. Normalerweise kennt man das ja eher andersrum. Wie kam es zu dem Song?
Ich habe eine Freundin, die ist 37 Jahre alt und die schleppt 20-jährige Typen ab und ist auch mit denen zusammen. Ich sage immer zu ihr: „Du bist eine Sugamami hoch zehn!“ (lacht) Das fand ich richtig cool, weil die Welt früher irgendwie anders getickt hat. Heute musst du schon genau hinsehen, wenn du eine Frau mit einem jüngeren Typen siehst: Das kann der Sohn, aber es kann auch der Boyfriend sein. Das ist schon lustig.

In dem Song hast du auch Heidi Klum und Tom Kaulitz thematisiert, die ja auch einen merklichen Altersunterschied haben. Hast du von beiden dazu eine Reaktion bekommen?
Nö, aber ich habe schon überlegt, ob ich denen den Song mal schicken soll, weil es ist ja schon so einer der Dinger, wo ich mir sage: So tickt die Welt heute. Die Leute sind anders heute – alles ist anders heute. Die Frauen mit ihren Beauty-Hyaluronsäure-Dies-Das können jetzt auf einmal ihr „Haltbarkeitsdatum“ nach oben schieben. Vor zehn Jahren haben die Männer noch gesagt: „Wenn eine Frau über 30 ist, dann es vorbei“ (lacht) Jetzt haben wir es geschafft unser Haltbarkeitsdatum hochzupimpen.

Könntest du dir vorstellen einen 20-Jährigen zu daten?
Ja, doch. (lacht)

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