09.08.2020 22:13 Uhr

Konservative fordern ein Verbot von Cardi B’s Song „WAP“

Der neue Track "WAP" von Cardi B und Megan Thee Stallion spaltet die Gemüter. Konservative in den USA fordern nun sogar ein Verbot des Songs.

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Cardi B (27) lässt wahrscheinlich gerade die Champagner-Korken knallen. Nach Monaten der Abwesenheit droppte die Rapperin am Freitag den Song „WAP“ und dieser schlug ein wie eine Bombe.

Dass der Track heiß diskutiert werden wird, muss ihr klar und von ihr geplant gewesen sein. Denn erstens ist es ihre erste Single seit Monaten, zweitens holte sie sich mit Megan Thee Stallion (25) die Newcomerin des Jahres mit ins Boot, drittens sind die Lyrics mehr als explizit und viertens hatte niemand anderes als Kylie Jenner (23) einen Cameo-Auftritt im dazugehörigen Musikvideo.

„WAP“ löste eine Welle der Empörung aus

Es war allerdings wirklich nicht abzusehen, welch eine gigantische Welle der Begeisterung und Empörung zugleich „WAP“ auslösen sollte. Insbesondere Menschen mit einer konservativen Gesinnung zeigten sich in den sozialen Medien schockiert. Muttis warnten davor, dass Kinder den Song hören könnten.

Es meldeten sich sogar einige Politiker*innen der Republikanischen Parteien zu Wort.

Konservative Politiker fürchten den Sittenverfall

„Er sollte verboten werden. Die Demokraten unterstützen diesen Schund und diese Verderbtheit.“ hieß es in einem Tweet der konservativen Autorin DeAnna Lorraine. Weiter schrieb sie, dass die  Musikerinnen „gerade das gesamte weibliche Geschlecht mit ihrem ekelhaften und abscheulichen „WAP“-Song um 100 Jahre zurückgeworfen“ hätten.

James Bradley, der für den Kongress in Kalifornien kandidiert, tweetete: „Cardi B & Megan Thee Stallion sind das, was passiert, wenn Kinder ohne Gott und ohne eine starke Vaterfigur aufgezogen werden“. 

Die alte Angst vor „der erotischen Frau“

Das sind alles sehr interessante und typische Aussagen. Die Angst vor weiblicher Sexualität ist alt und leider auch heute noch weit verbreitet.

Frauen, die ihr Sexleben nicht privat halten, scheinen für viele Menschen im Widerspruch mit Moral zu stehen. Dies zeigt der zweite Tweet über die angebliche „Gottlosigkeit“ und „Vaterlosigkeit“ umso deutlicher. Folgt man den Worten des Politikers, braucht eine Frau einen Mann (Vater und/oder Gott) in ihrem Leben, der ihr erklärt, wie der Hase im Schlafzimmer läuft.

Wie alle Frauen mit Vibrator wissen, ist das Gegenteil der Fall. Der Song wirft das „gesamte weibliche Geschlecht“ auch nicht um ein Jahrhundert zurück, wie DeAnna Lorraine behauptet, sondern macht weibliche Lust endlich zum Mainstream-Thema. Junge Mädchen und erwachsene Frauen tun sich heute noch schwer offen darüber zu sprechen, was sie im Bett so richtig anmacht. Cardi B gibt mit ihren sehr schmutzigen Lyrics definitiv einige Formulierungshilfen zu diesem Thema.

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Cardi B freut sich über die kostenlose PR

Glücklicherweise teilen die meisten Menschen nicht die Meinung dieser beiden Politiker. Sie feiern die Rap-Stars für ihre Offenheit und für ihre Zelebration von weiblicher Sexualität.

Und Zahlen lügen nicht – der Song brach in weniger als fünf Stunden nach seinem Release einen Rekord. Noch nie hatte es der Song einer Künstlerin so schnell in die Top10 der Apple-Charts geschafft.

Mit ihrer Kritik des Sittenverfalls haben sich die Politiker im Übrigen ein Eigentor geschossen. Schon jetzt regnet es Spott und Häme über ihren Aufruf zum Verbot von „WAP“ im Netz. Cardi B lacht sich währenddessen auf Twitter in Fäustchen. Denn die ganze kostenlose Pressearbeit macht ihren Song innerhalb von Tagen legendär.