Samstag, 23. Mai 2020 19:46 Uhr

Martin Kesici über die Zeit mit Depressionen und sein neues Projekt

Foto: Robert Jentzsch

Martin Kesici meldet sich nach einer längeren Zeit der Abwesenheit zurück. Das neue Projekt heißt Hellinger.

Hellinger – das sind fünf Vollblut-Profis, die sich gesucht und gefunden haben, denn beim ersten Treffen war klar: Die Chemie stimmt.
Initiator und der Gründer dieses ausgereiften Musikprojekts ist der Dresdner Frank Leichsenring (auf den Fotos links). Er macht seit den 80ern Musik, und hatte in der ehemaligen DDR die Lizenz zum Musizieren: „Damals brauchte man eine Erlaubnis vom Zentralkomitee für Unterhaltungskunst – und mein ‚Rocktheater Regenwiese‘ war eine der zugelassenen Profibands“.

Martin Kesici über die Zeit mit Depressionen und sein neues Projekt

Foto: Robert Jentzsch

Der Berliner Sänger Martin Kesici, dessen musikalische Bandbreite sich von Heavy Metal bis Klassik erstreckt (Merke: Mister Nr.1 Hit „Angel of Berlin“ hat Operngesang studiert), kann hier zeigen, welch unfassbar flexible und raumgreifende Stimme in ihm steckt. Doch in den letzten Jahren war es still um ihn.

Einweisung in Klinik

„2013 ging es los mit den Depressionen. Man geht immer tiefer rein ohne es zu merken. Man will es ja nicht wahrhaben“, sagte er in einer Pressemitteilung. „Nur rumliegen, nicht mehr an den Briefkasten gehen, gar nichts mehr machen, keine Lust mehr auf Musik gehabt, unzuverlässig… So die typischen Begleiterscheinungen. Ich habe mich dann letztes Jahr selber eingewiesen in eine psychosomatische Klinik in der schwäbischen Alb.“ Zwei Monate sei er dann weggewesen. „Einfach mal komplett Neuprogrammierung, Sport, Fitness, psychologische Gespräche und, und, und. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Ansonsten weiß man nicht wie es ausgesehen hätte, weil ich auch schon suizidale Gedanken gehabt habe. In dem Sinne bin ich froh, dass nun eine 180 Grad-Wendung da ist und ich wieder Freude an der Musik und am Singen habe.“

Mit Hellinger auf zu neuen Ufern

Martin Kesici geht nun trotzdem mit großer Freude an sein neues Deutschrock-Musikprojekt „Hellinger“. Die Single „Auf Tour“ erscheint jetzt, das Album im Sommer. Kesici: „Zum Glück haben wir vor der Krise schon das Album fertig eingesungen. Es ist ein neues Projekt, es ist mittlerweile eine Band geworden mit dem Namen Hellinger. Da sind wunderschöne Songs entstanden im Deutschrockbereich, ein bisschen softer, ein bisschen nachdenklich ja, auch mal wieder ein bisschen härter, ein bisschen ironischer. Eine Reise quer durch meine letzten Jahre, die ich auch so erlebt habe. Das habe ich in den Songs verarbeitet. Und seien wir mal ehrlich. Ich kann nicht Songs zugeschnitten auf die Menschheit machen oder auf die Trends, nur weil es eine große Plattenfirma will. Also haben wir alles selber gemacht.“

Martin Kesici über die Zeit mit Depressionen und sein neues Projekt

Foto: Robert Jentzsch

Übrigens: Zur Band kam auch der international erfolgreiche Produzent, Tonmeister und Wahlbayer Spike Streefkerk. Der gebürtige Australier arbeitete u.a. mit Phil Collins und Lionel Richie, war beteiligt an Musikproduktionen, die 30 goldene und Platinscheiben erhielten. Streefkerk: „Ich bekomme echt viele Anfragen, aber gleich der erste Hellinger-Song hat mich sowas von umgehauen. Ich sagte den Jungs: „Wenn die anderen Nummern annähernd so gut sind – wäre es mir eine Ehre dabei zu sein“. Gesagt, getan.

Mit Martin Kesici holten sich die drei Herren DEN Mann ins Hellinger-Boot, der den richtigen Klang, und die emotionale Erfahrung hat, um die Songs zum Strahlen zu bringen.

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