Donnerstag, 3. Juni 2010 13:54 Uhr

Mehrzad Marashi: „New Life“ und eine Menge alter Kram

Berlin. Mit Spannung haben wir auf das groß angekündigte Debütalbum von Deutschlands neuem Superstar Merhrzad Marashi gewartet. Am 11. Juni erscheint „New Life“ und wir haben uns schon mal mühsam durchgekämpft.

Leider ist „New Life“ beim besten Willen mit konzentrierten Zuhören kaum zu ertragen, aber das ist wohl auch nicht das Ziel. Das Album wird dominiert von einer schier unerträglichen Ansammlung von einschläfernden, langweiligen Balladen. Verwurschtelt werden die musikalischen Erfolge aus en 80ern und 90ern.
Besonders unmotiviert wirkt die äu0ßerst krampfthaft zur Ballade aufgeblasene Coverversion des Modern Talking-Klassikers „You’re My Heart, You’re My Soul“ mit ihren gefühlten vier Beats pro Minute. Trotz der vorwiegend langsamen und souligen Nummern ist das Album zwar Candelight-Dinner tauglich – wenn man nicht hinhört –  aber zwischen den Balladen bringt der Künstler auch den Schenkelklopfer „Roodie Roodie“ und im Duett mit Superstar-Kollegen Mark Medlock den Inner Circle-Gassenhauer „Sweat (A La La La La Long)“ zu Gehör. Verwirrend auch die Mundharmonika-Untermalung im Song „Please Don’t Go“, welche sofort Erinnerungen an das Supertalent Michael Hirte weckt. (Was macht der eigentlich?)

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Mehrzad überzeugt durchaus stimmlich, aber der Sound wird seiner großen Stimme in keinster Weise gerecht. Schade. Was wir auf dem Album musikalisch serviert bekommen, klingt alles wie schon mal gehört. Aber das soll ja der Trick vom ganzen sein!
Verdächtig auch einige Hook-Lines, beispielsweise im etwas ambitionierteren Song „Saturday Night“, die ganz stark nach Zweitverwertung klingen. Wir hören da deutliche Elemente aus ‚Sex Bomb‘ von Tom Jones und ‚Lovemachine‘ von Supermax heraus. Was ja auch nicht verboten ist. Andere machen das ja auch.
Alles in allem sind die zum Teil sehr breiig klingenden Titel auf dem Album äußerst beliebig und könnten auch von von Mark Medlock vorgetragen werden. Das macht leider keinen Unterschied. Kaum ein Song hat wirklich Hitpotential, ist einzigartig oder unverwechselbar. Aber da wird uns Dieter Bohlen eines besseren belehren. Dank der Verwertungskette von RTL und SonyMusic.

Am Ende fragt man sich eigentlich nur, warum macht er das alles und warum kann sich der arme Mehrzad Marashi nicht gegen Dieter Bohlen wehren?  Die Antwort liefert das Prinzip DSDS. Am Sonntag ist Mehrzad Gast im ZDF-Fensehgarten.

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