Sonntag, 17. Juni 2012 18:49 Uhr

Mic Donet: Deutschlands neuer Weltklasse-Popstar spricht Tacheles

Mic Donet (31) ist den meisten wohl noch aus der ersten Staffel der ProSieben-High-Class-Castingshow ‚The Voice Of Germany‘ bekannt. Nach seinem Ausscheiden hörte man eine ganze Weile nichts von dem talentierten Sänger, aber jetzt meldet er sich mit einem ganz großen Paukenschlag zurück.

Mit seinem neuen Album ‚Plenty of Love‘ will Mic die Charts erobern und dürfte die Musikwelt weit über die Grenzen des Landes hinaus begeistern. Und das dürfte gar nicht so schwer werden. Seine großartige Soulstimme, gepaart mit einem Sound von internationalem Format, schlägt ein wie eine Bombe.

Ganz so leicht hatte es der Musiker am Anfang allerdings nicht. Im Interview mit Celebrity-Reporterin Sophia von klatsch-tratsch.de erklärte Donet, wie schwer das Musikbusiness wirklich ist und welche Hindernisse er überwinden musste, um endlich an das Ziel seiner Träume zu kommen.

Bereits vor ‚The Voice of Germany‘ war sein jetzt veröffentlichtes erstes Album von Donet fertig. Aber bevorder 31-Jährige den Versuch machte, in Deutschland duchzustarten, versuchte er in Amerika Fuß zu fassen. „Das Album ist eigentlich in einer anderen Vision entstanden. Ich hatte vor, das Land zu verlassen und in den USA mein Glück zu versuchen. Erst aufgrund meiner Erlebnisse habe ich mich dann für ein englischsprachiges Album entschieden. Es wurde eigentlich mit dem Gedanken produziert, auch auf internationalem Terrain zu landen.“

Schlecht lief es für den jungen Musiker dort drüben wahrlich nicht. Unter anderem war er auf Tour mit Carlos Santana und durfte mit ihm zusammen auf der Bühne stehen. Nachdem Mic sein Album fertig gestellt hatte und wieder zurück nach Deutschland gekehrt war, versuchte er ‚Plenty of Love‘ an die richtigen Leute zu bringen. Dieses Vorhaben scheiterte aber unablässig.

„Wir haben drei Jahre versucht, das Album an den Mann zu bringen. Ohne Erfolg. Wir haben überall angeklopft bei den Labels und alle haben gesagt ‚Super Musik, toller Künstler, aber wir wissen nicht, wie wir es verkaufen sollen.“ Die üblichen Sergumente halt, wenn jemand bei Plattenfirmen anklopft, den man doirt budgetmäßig überhaupt nicht auf dem Zettel hat.

Nach diesen nervenaufreibenden, erfolglosen Jahren entschloss sich Mic an der deutschen Castingsshow ‚The Voice of Germany‘ teilzunehmen. Darin sah er eine letzte Chance, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und das wahrlich grandiose Album zu lenken. „Es begab sich zufällig, dass endlich mal eine Castingshow am Start war, in die man sich auch reinstellen kann. Xavier Naidoo ist am Start und ich dachte mir damals ‚Das kann ja nur Qualität haben‘. Genau das war die richtige Entscheidung. Im Endeffekt habe ich es ja auch Xavier Naidoo zu verdanken, dass das Album jetzt rauskommt.“

Wenn man ‚Plenty of Love‘ einmal komplett durchhört, ist man sich danach sicher, dass es internationales Format besitzt. Zu dieser Auffassung kommt man nicht nur wegen der unglaublich sanften und souligen Stimme von Mic Donet, sondern auch dem großartigen zeitgemäßen Popsound und den tollen musikalischen Arrangements, die allesamt nicht den Eindruck machen, am Fließband entstanden zu sein. „Wir haben uns orientiert an alten Soulstimmen aus den 60er und 70er Jahren. Zu der Zeit haben die ja viel mit Orchester-Arrangements gearbeitet. Das war üblich und prägte auch diese ganze Motown-Ära. Es gibt auch Einflüsse aus den 80ern und 90ern, gerade auch diese Streicherbesetzung. Das alles ist inspiriert aus der Zeit von Barry White, Stevie Wonder und anderen.“

Mic ist ein einzigartiger Sänger, der als einer von wenigen den Versuch startet, Soul auch in Deutschland endlich zu einem trendigen Musikstil zu machen. Deshalb ist er auch von München nach Berlin umgezogen. „Soul ist in ganz Deutschland eher weniger vertreten. Aber Berlin ist einfach die Stadt, wo man so ein internationales Flair genießen kann. Hier kann man viel freier leben, weil Berlin sehr weltoffen ist und viele internationale Verbindungen zusammenfließen. Ich fühle mich hier einfach aufgehoben und es ist eine gute Basis für musikalischen Erfolg.“

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum der sympathische Musiker erst so spät Anklang fand mit seiner Musik und erst jetzt die Chance bekam, das Album zu präsentieren. Mic sieht eine ganze Reihe von Gründen und Faktoren für das Problem, sein Album erst jetzt veröffentlichen zu können: „Ich denke, dass es einfach Musik gibt, die sich in den letzten Jahren in Deutschland bewährt hat und die sich gut verkauft. Es gibt gewisse Modelle, auf die man sich stützt und und die als Hitgaranten oder Modelle gut funktionieren. Die Musikindustrie sagt sich ‚Wir riskieren nichts mehr‘. Hier in Deutschland ist es ganz extrem, dass keine Risiken mehr eingegangen werden.“

Nach Meinung des ehemaligen ‚The Voice‘-Kandidaten, hat Deutschland einen sehr eigenen Markt, den er als „Black Box“ bezeichnet, in die nur es nur bestimmte Künstler schaffen. „Es wird geguckt, ob du dann eben schön reinarbeitest in diese Box und alles was außerhalb davon liegt, wird einfach nicht beachtet.“ Künstlern, die ein ähnliches Problem haben und deren Musik nicht angenommen wird, rät er: „Es gibt sicherlich andere Wege, als wie ich drei Jahre lang zu versuchen, das durchzustampfen. Man kann sagen ‚Hey ich lege das beiseite und mach einfach neue Musik‘. Musik vergammelt ja nicht und irgendwann findet sie dann auch ihren Platz. Man muss ein Gefühl dafür kriegen. Wenn es irgendwann so zäh und schwierig wird, muss man überlegen ob es nicht noch andere Wege gibt.“

Mic machte während unseres Interviews auch deutlich, dass er tatsächlich in keine Schublade reinpasst, seinen eigenen Stil hat und gerade damit oft nicht gut angekommen ist. Der Sänger litt schon immer an dem Schubladendenken der Plattenindustrie und fühlte sich in der Vergangenheit oft unverstanden.

„Ich habe noch nie irgendwo reingepasst, was gerade hip oder trendig ist. Für mich war das nie wichtig. Ich habe schon immer das gemacht, was mir in den Sinn gekommen ist und deswegen bin ich auch oft angeeckt. Ich musste immer härter kämpfen als andere, weil ich nie auf den Zug aufgesprungen bin, mit dem alle fahren.“

Der sympathische und etwas nachdenkliche Sänger und Tänzer versuchte sein Glück in der Musikwelt schon 2004 mit dem Album ‚Stille Wasser‘. Seit dem hat sich Donet sowohl vom Charakter als auch vom musikalischen weiterentwickelt und verändert. „Ich bin als Musiker und Mensch gereift, Gott sei Dank. Ich habe zu mir selbst gefunden. Ich war immer einer der Künstler, die sich missverstanden und nicht gesehen gefühlt haben. Ich bin immer angeeckt, weil ich zu eigen war. Mein Gedanke war immer ‚Hier will ich gar nicht sein. Das ist der falsche Ort für mich. Das Gefühl ist jetzt aber irgendwie weg. Jetzt bin ich cool und ich kann mich selbst annehmen. Das wird verstärkt durch das Interesse an meiner Musik und durch die Leute, die mich früher nicht mit dem Arsch angeschaut haben und nun aber ankommen zu mir.“

Internationale Pläne stehen im Moment noch nicht auf der Tagesordnung, wie Mic verrriet. „Die wollen meistens, dass du erst in deinem Heimatland Erfolg hast mit der Musik. Dann bekommst du vielleicht die Chance, international durchzustarten. Deswegen hoffe ich, dass meine Musik gut ankommt.”

Wenn Mic sich mal nicht rund um die Uhr mit seiner musikalischen Arbeit beschäftigt entspannt er am liebsten zuhause und überraschenderweise ohne Musik. „Ich höre so viel Musik, dass ich einfach nur die Stille genieße.“ Schlechte Neuigkeiten zum Schluss für seine weiblichen Fans, denn der gutaussehende Sänger ist schon in festen Händen.

Wir wünschen ihm weiterhin alles gute in der Musikwelt und hoffen, dass wir von dem Soultalent noch ganz ganz viel hören. Die Herrschaften von Universal Musik waren jedenfalls angesichts seines ersten Albums komplett aus dem Häuschen. Soviel Einigkeit herrscht selten in der heiligen Stätte.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Michael Fricke

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