Neneh Cherry: Die Granate aus den 90ern schießt wieder

18.10.2018 22:45 Uhr

Für viele ist es schon jetzt die Comeback-Sensation des Jahres: 90er-Legende Neneh Cherry (54) meldet sich mit neuer Musik zurück.

Foto: Wolfgang Tillmans

Es scheint so, als habe der große musikalische Erfolg ihrer Tochter Mabel (22) sie jetzt auch wieder angefixt: Jetzt meldet sich die „7 Seconds“-Sängerin mit neuer Musik und wilder Walla-Walla-Mähne zurück: Das neue Album „Broken Politics“ kommt morgen in die Läden: Sie macht damit ein unmissverständliches Statement in turbulenten Zeiten: Auf den bisher veröffentlichten Singles, aufgenommen mit ihrem Produzenten Kieran Hebden (Four Tet), bezog sie u.a. zur Flüchtlingskrise in Europa („Kong“) sowie zum Problem Waffengewalt („Shot Gun Shack“) Stellung.

Die ersten zwei Songs gibt es schon heute

Die Singles „Synchronised Devotion“ und „Natural Skin Deep“ sind ab sofort erhältlich. Insgesamt vereint das Album „Broken Politics“, das komplett von Hebden produziert wurde, 12 neue Titel. Das nächtliche „Sychronised Devotion“ ist gerade deshalb so umwerfend, weil Cherry hier komplett auf Beats verzichtet und stattdessen auf Klavier und Vibraphon setzt. Am Mikrofon verbindet sie nahtlos Rap-Passagen mit freier Gedankenassoziation und gesungenen Parts – wobei die Textzeile „it’s my politics living in a slow jam“ durchaus den Ansatz ihres kommenden Albums auf den Punkt bringt.

Das Album entstand in den USA

Für die Studioaufnahmen reiste die „Man Child“-Sängerin extra in die Creative Music Studios in Woodstock im US-Staat New York. Besagte Ortswahl ist dabei keinesfalls zufällig, denn es gibt eine ganze Reihe von biografischen Überschneidungen, Parallelen und ein damit verbundenes Gefühl von „Synchronizität“ (daher „Synchronised Devotion“): Karl Berger nämlich hat auf vielen Alben von Nenehs Stiefvater Don Cherry Vibraphon gespielt (u.a. auf dem Minimalismus-Meilenstein „Köln – February 23, 1975“) – und nun steuerte er auch bei diesem neuen Track das Instrument bei.

Es fühlte sich vertraut und familiär an

„Im Studio fühlte sich alles daher absolut vertraut und familiär an“, so die Sängerin. „Es war dort ganz einfach, in mich hineinzuhorchen und die Gefühle aufzuspüren, die wichtig waren, um mich auf die jeweiligen Stücke einlassen zu können. Abends aß ich dann zusammen mit (seiner Frau) Ingrid und Karl, wobei sie mir Geschichten von meinem Vater erzählten.“

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Das Cover des Longplayers hat der Turner Prize-Gewinner Wolfgang Tillmans fotografiert. Der Künstler und Fotograf, weltberühmt u.a. für seine Arbeiten über die Berliner und Londoner Club- und Schwulenszene, gilt als wichtigster Chronist seiner Generation.