Freitag, 16. Juli 2010 22:43 Uhr

Nina Hagen: Nach „Personal Jesus“ kommt ein Album mit ihren Kindern

Berlin. Heute erschien Nina Hagens neues Album „Personal Jesus“, eine aufregende Mixtur aus Rock, Blues und Gospel. Die neue „Gospel-Pladde“ (Original-Jargon Hagen) ist ein in jeder Pore ehrliches Album ohne große Kosmetik. Es überzeugt mit inhaltlicher Tiefe und wahrlich, klanglichen Bravourstücken. Wobei an dieser Stelle gleich mal der Produzent Paul Rössler und der Mischer Peter Schmidt (Ich & Ich, Rosenstolz u.a.) erwähnt werden sollten, die letztendlich für den durch Naturinstrumente (das es sowas noch gibt!) geprägten, geradlinigen und runden Gesamtsound des Albums zuständig waren.
klatsch-tratsch.de hat die Sängerin getroffen und sprach mit ihr über ihr Album, ihr Buch, ihre Kinder, Menowin und Castingshows. Und Nina hat uns freundlicherweise ein paar Videos dazu gegeben.

Nina Hagen 1 - CMS Source

Nina, am 16. Juli erscheint Dein neues Album „Personal Jesus“, eine äußerst gelungene Mischung aus Rock, Blues und Gospel. Wie bist Du denn darauf gekommen?
Nina Hagen: Ich hab mich erst nicht getraut. Ich dachte, das sei ein Privileg für afroamerikanische Sänger. Wirklich angefangen bewusst Gospel zu singen habe ich, nachdem meine Freundin Angelyne in Hollywood Mitte der 80ziger Jahre zu mir sagte, dass sie einen Traum hatte mit Mahalia Jackson. Und die sprach aus dem Himmel zu Angelyne und sagte, dass sie im Himmel „MAMA MAHALiA“ heißt, und dass sie eine Botschaft für MICH hätte: Angelyne sollte mir ausrichten, dass ich UNBEDINGT anfangen soll GOSPEL zu singen. Ich war so erstaunt und erfreut über diese Botschaft, dass ich damals schon damit anfing (siehe Video!).
Ich singe seit dieser Zeit mehr und mehr Gospel. Ich hab bei Rock in Rio das „Vater Unser“ gerockt und mich schon seit Ewigkeiten zu Jesus bekannt…

Der Titelsong ist eine Coverversion von Depeche Mode. Wie bist Du denn auf diese Idee gekommen?
Nina Hagen: Ich habe die Version von den Dixie Hummingbirds gehört (siehe Video unten!) und wusste: Ich will unbedingt mitsingen!

Ist es nicht schwer, sich angesichts der Fülle von Musik heutzutage mit Gospelsounds durchzusetzen?
Nina Hagen: Hä? Fülle? Ich erfÜLLE Gottes Wille! Ich denke, Deine Logik ist nicht meine Logik und überhaupt, was ist Logik ?

Nina Hagen 3 - CMS Source

Welche Kraft hat Gospel?
Nina Hagen: Gospel kommt von den afrikanischen Sklaven Amerikas, sie haben das Evangelium heimlich an den Kirchenfenstern und Türen der weißen Sklavenhalter mitgelauscht, denn sie durften da ja nicht hinein. Ihre Musik ist die musikalische Verkündigung des Evangeliums, wie es sich die Weißen dieser Welt bestimmt niemals hätten träumen lassen!
Es hat eine solche Kraft! Und es gibt ganz viele gospelige Musikrichtungen, die dann entstanden sind: Gospelblues, Negro-Spirituals, Gospel-Funk, Gospel-Reggae, Gospelsoul, Rock&Roll, Swing, Jazz, Fusion, Hip Hop etc.. Die beste Musik der Welt stammt von den ersten afroamerikanischen Christen Amerikas – die Sklaven waren.

Wir warten noch auf eine Nina Hagen-Platte mit Zarah Leander Songs im neuen Sound.
Nina Hagen: Warum wartet Ihr nicht, bis Ihr Zarah Leander im Himmel wiedertreffen werdet und von Ihr direkt bedient werden könnt?  Dann singen wir im Chor mit Zara 4 Jesus !

Mitte März erschien Dein Buch „Bekenntnisse“. Das Buch war längst überfällig. Warum erst 2010 und was war die Motivation?
Nina Hagen: Nichts ist überfällig im Leben, alles muss natürlich entstehen und braucht seine Zeit. Das war ein funtastischer Erkenntnisprozess, der mich bis hin zur Erwachsenen-Taufe geführt hat und ich musste das Buch einfach schreiben. Es floss aus meinem Herzen uffs Papier…

Wie verkauft sich Deine Geschichte?
Nina Hagen: Keine Ahnung, musst du den Verlag fragen.

Du berichtest darin offen über Deine Kindheit, Deine wilden Teenagerjahre, aber auch über Drogen, Sex, Abreibungen usw. Bist Du ein Vorbild für Deine Kinder? Gibt es Tabus?
Nina Hagen: Meine Kinder sind erwachsene Menschen und ich denke, Du musst sie schon selbst befragen, wenn Dich das wirklich interessiert. Ich werde ihre Privatsphäre jedenfalls nicht verletzen und in der Öffentlichkeit über sie rumtratschen.

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