Samstag, 27. Januar 2018 13:35 Uhr

Oota: Falcos letzte große Liebe und „Die Sonne“

Das kanadische Model Caroline Perron alias Oota war die letzte große Liebe von Popstar Falco. Was wenige wissen: Oota singt seit einigen Jahren. Jetzt will sie endlich einen Schritt nach vorne wagen und der Welt den Klang ihrer Lieder näher bringen.

Oota: Falcos letzte große Liebe und "Die Sonne"

Foto: Karsten Schröder

Ihre Musik soll auch eine Hommage an ihre indianische Herkunft sein und den Hörern Offenheit und Toleranz für andere Kulturen vermitteln. Denn darin spiegelt sich vor allem die Liebe zu ihrer Vergangenheit und ihre positive Einstellung zum Leben auch in ihrem Künstlernamen wieder, denn Oota heißt übersetzt soviel wie „Sonnenaufgang“. klatsch-tratsch.de hat mit Oota geplaudert. Über ihre neue Single und natürlich Österreichs ersten und letzten großen Superstar Falco ( Johann „Hans“ Hölzel).

Du heißt mit bürgerlichem Caroline Perron, warum der Künstlername „Oota“?
Als ich ein Kind war, war das einer meiner Spitznamen und ich hatte einige (lacht). Heute ist der Name für mich das Symbol, der Liebe zu meinen Großeltern und der stolz auf mein indianisches Erbe. Oota bedeutet der Sonnenaufgang.

Wie würdest du deine Musik beschreiben?
Es ist deutscher Pop vermischt mit indianischen Einflüssen. Da ich Stammesgesänge der amerikanischen Ureinwohner in meinen Ritualen (oder Zeremonien) singe, ist es wichtig, Chorgesänge in meine Songs zu integrieren. Chorgesang heilt und reinigt Energie. Durch die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Produzenten Peter Vieweger haben wir Werke inszeniert und in Einklang gebracht, die den Sound des deutschen Pop mit Chorgesang vereinen.

Warum singst du auf Deutsch?
Ich verbringe gerade mehr zeit in Wien, als irgendwo anders und aus dem Grund möchte ich auch meiner deutsch sprechenden Community meine Botschaft, von Toleranz, Empathie und Anerkennung für alle Mitmenschen mitgeben.

Foto: Karsten Schröder

Foto: Privat

Für Offenheit und Toleranz

Was ist deine Botschaft?
Ich wünsche mir, dass die Menschen offen sind für andere Kulturen und tolerant zu unseren Mitmenschen sind. Ich möchte ihnen Hoffnung und meinen Bezug zur Natur durch Elemente und Rythmen der Indianer, welche ich in meinen Songs vereine, weitergeben. Es soll ein Einblick in einen Teil meiner Kultur sein. Um es kurz zu fassen: Ich möchte das Herz und die Seele der Menschen erreichen.

Warum hast du den Song „Die Sonne“ geschrieben?
Jeder von uns kennt das Auf und Ab in unserem Leben, es gehört dazu und dem müssen wir uns stellen. Immer wieder werden wir vor neue Herausforderungen, Situationen oder Verantwortungen gestellt. Jeder von uns fühlt anders, jeder nimmt Situationen anders war, aber eines dürfen wir nie vergessen: Die Sonne kommt nach der Dunkelheit. Ich habe den Text zuerst auf Englisch geschrieben und zusammen mit meinem Produzenten haben wir es auf Deutsch übersetzt.

Oota: Falcos letzte große Liebe und "Die Sonne"

Foto: Karsten Schröder

Was sind deine nächsten Projekte?
Ich arbeite gerade an zwei weiteren Songs, die ich als Singles veröffentlichen möchte, sowie an meinem Album. Außerdem möchte ich mit meinen indianischen Freunden, Starwalker und David Maracle, ein Video drehen zu einem meiner Songs. Und ich lerne brav Deutsch. Ich bin leider noch eine Anfängerin, deshalb lerne ich meine deutschen Songs phonetisch (lacht). Ich glaube meinen französischen Akzent werde ich nie verbergen können (lacht).

Rolle in letztem Falco-Video

Wie kam es eigentlich dazu, dass du in dem Falco-Video „The Spirit Never Dies“, mitgespielt hast, das posthum veröffentlicht wurde?
„Jeanny“ ist eine Trilogie, der dritte Teil davon war „The Spirit Never Dies“ und erschien zwölf Jahre nach seinem Tod. Da ich seine Verlobte war, wurde ich gefragt, ob ich mitspielen möchte und durfte neben Hans die Hauptrolle übernehmen. In dem Video begebe ich mich quasi auf die Suche nach Hans. Der Dreh war für mich sehr emotional (Tränen in den Augen). Das Video beinhaltet sowohl alt bekannte Szenen, als auch bisher unveröffentlichte.

Wie fühlt es sich für dich an, immer wieder als „die Ex von Falco“ betitelt zu werden?
Ich habe meine eigene Identität und auch meine eigene Karriere. Jedoch gehört Hans zu meiner Vergangenheit, er ist Teil der Geschichte meines Lebens. Ich habe diesen Stempel, aber ich hoffe, dass mich die Leute irgendwann als eigenständigen Menschen und auch als Künstlerin wahrnehmen und nicht „nur“ als „die Ex von Falco“.

Wenn „Falco“ noch am Leben wäre, was würdest du zu ihm sagen?
Seine Musik lebt noch immer in den Herzen der Leute weltweit und darauf kann er stolz sein, das geschafft zu haben. Ich bin immer etwas emotional wenn mir Leute Fragen, wie diese stellen (hat Tränen in den Augen). Ich würde sagen: „Du bist ein Genie und „The spirit never dies“.

Verstehst du eigentlich die Texte von Falco?
Nein, aber ich spüre die Emotionen in den Songs.

Foto: Karsten Schröder

Foto: Karsten Schröder

Oota meditiert täglich

Du bist eine franko-kanadische Indianerin. Als was fühlst du dich? Kann man das so fragen?
Das ist eine gute Frage, Ich fühle mich beiden Teilen meiner Familie sehr stark verbunden. Vielleicht fühle ich mich eine Spur mehr zu meinen indianischen Wurzeln hingezogen.

Du wirkst sehr ausgeglichen.
Ich meditiere täglich. Für mich ist es auch sehr wichtig Im Moment zu Leben und im Moment zu sein. Manche Menschen sitzen beim Kaffee mit einer Freundin und planen geistig, eine Geburtstagsparty. Man sollte nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft sein, sondern im hier und jetzt. Wir haben jetzt unser Interview und ich bin voll und ganz hier bei dir und genieße es mit dir zu plaudern.

Oota: Falcos letzte große Liebe und "Die Sonne"

Foto: Karsten Schröder

Gibt es ein Geheimnis zwischen dir und Falco?
Ein Geheimnis ist ein Geheimnis und dann verrate ich es natürlich niemanden. Und ja, es gibt welche, aber ich möchte zum einen bis zu einem gewissen Grad meine Privatsphäre schützen und zum anderen aus Respekt ihm gegenüber nichts sagen. Aber ich kann dir etwas erzählen, das kein Geheimnis ist, das ich aber sehr lustig fand. Mein Vater hat einen ganz eigenen Humor und als sich die beiden kennenlernten und mein Vater ihn fragte, was er denn arbeitet, antworte Hans: ‚Ich bin im Popgeschäft‘. Er hat mich dann gefragt Popcorn oder Popmusik?

Wie war das Verhältnis zwischen deinen Eltern und Hans?
Hans verbrachte eine Woche mit meiner Mutter, meinen Geschwistern und mir. Hans hat mit mir sechs Monate nichts getrunken. Als er nach Montreal kam, hatte er ein paar Cognac mit meiner Mama, aber das war’s… Keiner war betrunken, ich war
erleichtert…(lacht).

Väter haben natürlich einen Beschützerinstinkt, da ich seine Tochter bin, aber Hans
mochte ihn sehr. Wir haben ganz am Anfang im Haus meines Vaters, ganz im Norden übernachtet. Da nicht genug Platz war, mussten wir auf einer aufblasbaren Matratze schlafen. Ich war so überrascht das Hans so unkompliziert war, denn er war es gewohnt in teuren Hotels zu schlafen, er hätte auch sagen können, dass er ein Zimmer für uns bucht, weil er nicht auf dem Boden schlafen möchte.

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