Paul Weller bekennt sich mit 63 zum „Fat Pop“

Paul Weller beim Glastonbury Festival 2015.
Paul Weller beim Glastonbury Festival 2015.

Hannah Mckay/EPA/dpa

21.05.2021 10:51 Uhr

Paul Weller ist seit gut 40 Jahren als Sänger und Songschreiber ein Britpop-Phänomen, doch seine Kreativität scheint nicht zu erlahmen. Heute feiert er Geburtstag.

Seine Fans nennen Paul Weller liebevoll „Modfather“ oder sogar „Godfather of Britpop“. Zumindest auf der Insel ist dieser gertenschlanke, stets elegant gekleidete Engländer eine lebende Legende.

Gerade erst in der letzten Woche ist sein neues, nach offizieller Zählung 16. Soloalbum mit dem programmatischen Titel „Fat Pop“ erschienen. An diesem Dienstag feiert Paul Weller seinen 63. Geburtstag.

Dabei bietet „Fat Pop (Volume 1)“ gar nichts grundlegend Neues – im Gegensatz etwa zum schnittigen Mod-Punkpop im Youngster-Trio The Jam (bis 1982), zur eigenen Neuerfindung mit seidigem Jazz und Soul im Projekt The Style Council (bis 1989), oder zum erhabenen Folkrock von „Wild Wood“ (1993). Diesmal mischt Weller typische Stilelemente einer gut 40-jährigen Laufbahn zu einem kompakten Werk voller Dreiminüter, das seinen Titel zu Recht trägt.

„Fetter Pop“ halt, eine Platte voller potenzieller Radiohits, vergleichbar mit den Klassikern „Stanley Road“ (1995) und „Wake Up The Nation“ (2010). Während „True Meanings“ vor drei Jahren Wellers besinnliche Seite abbildete und das Nummer-eins-Album „On Sunset“ (2020) verstärkt mit Einflüssen schwarzer Musik und langen Songs experimentierte, ist „Fat Pop“ einer der buntesten Edelsteine seiner Karriere. Und damit so unterhaltsam, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, diesem fleißigen Musiker – wie zuletzt seinem nordirischen Kollegen Van Morrison – Überproduktion vorzuhalten.

Dass Weller nun erneut eine so starke Platte herausbringt, ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. Längst könnte der Ü60-Mann es sich mit Ehefrau Hannah und drei kleinen Kindern (von insgesamt acht) im Süden Englands gemütlich machen, statt Songs über Vaterschaft und Familie wie „Failed“ oder „Glad Times“ zu schreiben. Doch lieber beherzigt er den Rat seiner Mutter, wie er jüngst dem „Guardian“ sagte: „“Immer arbeiten“: Daran habe ich mich gehalten.“ Seine Fans hören es gerne – und freuen sich schon auf „Fat Pop (Volume 2)“.