05.01.2020 12:00 Uhr

Peter Meyer von den Puhdys ist 80 und der Krach ist nicht beigelegt

Peter Meyer 2017. Foto: imago images / Future Image

Die Ostrock-Legenden Puhdys spielen seit 2016 nicht mehr. Peter Meyer, einer der führenden Köpfe der Band, wünscht sich ein gemeinsames Konzert, doch ein jahrelanger Streit verhindert das.

Heute wird Peter Meyer, Keyboarder der erfolgreichsten DDR-Rockband Puhdys 80 Jahre jung. „Mir geht es gut, ich fahre viel Fahrrad, gehe täglich schwimmen“, erzählte er der ‚Berliner Zeitung‘. „Ich bin mit meinem Leben zufrieden“. Anscheinend nicht ganz. Meyer wünscht sich nochmal einen Auftritt mit seiner Band, der er seit 1966 angehörte. „Ich würde es schön finden, wenn wir Puhdys noch einmal auftreten würden. Zum 50. Puhdys-Geburtstag plante unser Manager ein einmaliges Stadion-Konzert in Leipzig. Maschine wollte nicht.“ Mit „Maschine“ ist Mastermind und Frontmann Dieter Birr gemeint.

Peter Meyer von den Puhdys ist 80 und der Krach ist noch nicht beigelegt

Peter Meyer und Dieter Maschine Birr 2014. Foto: imago images / Andreas Weihs

Der Grund: Auch ein Streit ums Geld. „Es eskalierte, als 2013 unser Manager es für ratsam hielt, zu unseren damaligen Weihnachtskonzerten auch eine CD zu machen, um die Tour besser zu bewerben.“ Da Birr das für keine gute Idee hielt, schrieben andere Autoren für die Platte, von Birr kam nur wenig. „Ich glaube, Maschine fühlte sich vom Thron gestoßen und verletzt“, sagt Meyer. „Daher denke ich, dass es in dem Streit nicht so sehr um künstlerische Rechte, sondern um persönliche Verletzungen geht.“

Streit um Songrechte

Ein weiterer Punkt ist ein Streit um die Song-Rechte. Bei den meisten Aufnahmen sei seit Jahrzehnten als Komponist „Puhdys” vermerkt, nun heißt es, dass Dieter Birr die meisten Titel der Band geschrieben habe. Der hatte Klage eingereicht. Dazu sagte er im November im Gespräch mit der Berliner Zeitung‘: „Ich will keinen Cent zurück. Im Gegenteil, ich lasse meinen Kollegen die Zigtausende Euro, die sie in den letzten 50 Jahren durch meine Kompositionen verdient haben. Ich betrachte das als Geschenk von mir. Nur für die Zukunft will ich klare Verhältnisse. Aber die Kollegen haben sich einer Einigung verweigert.“

Der heute 75-jährige Birr fügte hinzu: „Ich habe 300 Titel der Puhdys komponiert und 218 davon geteilt. Das heißt, ich bin nicht allein als Urheber ausgewiesen, sondern nur zusammen mit Peter Meyer oder als Teil der Puhdys. Das will ich ändern.“

Im April geht’s vor Gericht

Kürzlich hatten sich die Herrschaften noch einmal zu einem Schlichtungstermin getroffen und Meyer hofft auf eine Einigung. „Sonst landet der Streit im April vor Gericht. Und das wäre für alle Beteiligten nicht schön.“ Sauer auf Birr sei Meyer aber nicht. „Er ist ein guter Mensch, er tot mir leid.“

Am 19. November 2019 gab es mit „Stamping Feet feiert 50 Jahre Puhdys“ ein Reunions-Treffen der Herrschaften. Als Gäste dabei waren Peter Meyer, Dieter Hertrampf (75) und Peter Rasym (66) sowie die Gründungsmitglieder Harry Jeske (82) und Gunther Wosylus (74). Dieter „Maschine“ Birr (75) und Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt (66) kamen nicht.

Übrigens: Dieter Birr will in diesem Jahr mit Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker mit „Maschine intim – Lieder für Generationen“ auf Theatertour gehen. Und: Meyers Sohn Hendrik Röder ist übrigens Bassist bei „Bell, Book & Candle“.

(PV)

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