Sonntag, 1. Dezember 2013 16:30 Uhr

Placebo-Drummer Steve Forrest im Interview

Placebo sind definitiv die erfolgreichste englische Alternative-Rock-Band der letzten zwei Jahrzehnte. Mit dem im Oktober veröffentlichten Album ‚Loud Like Love‘ meldet sich das Trio aus London lautstark zurück – mit neuer Energie, neuer Hoffnung und dem abwechslungsreichsten Sound seiner Karriere.

Star-Reporter Thomas Kielhorn führte ein Interview mit Steve Forrest – dem Schlagzeuger von Placebo.

Placebo-Drummer Steve Forrest im Interview

Im Rahmen der „Telekom Street Gigs“ sind Sie in einem ehemaligen Zechengelände aufgetreten. War das der ungewöhnlichste Ort, an dem Sie jemals gespielt haben?
Es gehört auf jeden Fall zu den Top 3. Am beeindruckendsten fand ich einen Auftritt in Kambodscha in der Tempelanlage Angkor Wat. Da waren wir die erste Rockband, die dort auftreten durfte. Und dann sind wir 2011 zwei Tage vor Weihnachten in einem italienischen Skigebiet aufgetreten. Die Bühne stand mitten auf der Piste. Das war auch abgefahren.

Was ist das Langweiligste, wenn man monatelang auf Tour ist?
Manchmal hat man sechs oder sieben Stunden rumzukriegen, bevor es losgeht. Dann liest man ein Buch, man guckt einen Film, hat Soundcheck und man hat trotzdem noch so viel Zeit. Aber man kann spazieren gehen und die Umgebung erkunden. Zumindest wenn noch nicht allzu viele Leute vor dem Veranstaltungsort sind.

Sie sind das jüngste Bandmitglied. Sie also auch derjenige, der regelmäßig im Namen der Band twittert?
Ja, für Brian (Molko; Anm. der Red.) oder Stefan (Olsdal; Anm. der Red.) ist das nichts. Aber ich finde, dass Twittern eine schöne Möglichkeit ist, mit den Fans in Kontakt zu bleiben. Die eigene Musik zu spredaden oder von Bands, die man toll findet. Danke zu sagen für den beeindruckenden Auftritt gestern Nacht. Wir können ja nicht jedem einzelnen Fan persönlich danken, weil es viel zu viele sind.

Placebo-Drummer Steve Forrest im Interview

Einer der neuen Songs heißt „Too many friends“. Haben Sie zu viele Freunde auf Facebook?
Nein. Ich habe einen kleinen, privaten Facebook-Account für mich und meine Familie in Kalifornien. Da kann ich meine Neffen und Nichten aufwachsen sehen.

Verschwenden wir denn zu viel Zeit damit, in diese kleinen Telefone zu starren?
Es würde mir nichts ausmachen, wenn wir zurück in die Siebziger Jahre fallen würden. Technologie entwickelt sich heute so schnell weiter. Ich fände es toll, wenn alle Computer auf einmal kaputt gehen würden und wir wieder zu Papier und Stiften greifen müssten. Ich glaube, das hatte damals größeren Wert. Man kann heute so viele Dinge im Internet nachgucken, z.B. nach Samen für Marihuana. Oder wie man es schafft, zu leben, ohne vor die Tür gehen zu müssen. Das ist schon sehr strange!

Wie finden Sie die Fans, die in der ersten Reihe stehen und die ganze Zeit mit ihrem Handy mitfilmen?
Beim letzten Konzert sah ich einen Typen, der ein Feuerzeug schwenkte. Darüber war ich so glücklich. Das ist Oldschool, aber ich liebe es. Ich habe ihm einen meiner Drumsticks zugeworfen. Ich kann es verstehen, wenn Fans zum Konzert kommen und von ihrem persönlichen Lieblingssong einen kurzen Clip drehen. Aber wenn Leute das ganze Konzert abfilmen, finde ich das schon sehr seltsam. Leute, lasst eure iPads zu Hause. Kommt lieber mit Feuerzeugen…

Nächstes Jahr feiert Ihre Band 20-jähriges Bestehen. Ist irgendwas Besonderes geplant?
Nein, Business as usual. Ich denke, dass die Fans unseren Geburtstag mehr feiern werden als wir. Für uns ist es nur eine Nummer.

Fotos: Joseph Llanes

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