21.03.2020 14:39 Uhr

Plattenkritik: Neues Album von Marianne Rosenberg

imago images / STAR-MEDIA

Das Geschenk macht sich Marianne Rosenberg einfach selbst. Kurz nach ihrem 65. Geburtstag hat die Musikerin ihr Album „Im Namen der Liebe“ veröffentlicht.

Auf mehr als ein halbes Jahrhundert Bühnenerfahrung kann die Sängerin mittlerweile zurückblicken. Auf der neuen Platte habe sie „ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die zwölf Songs auf „Im Namen der Liebe“ schlendern häufig zwischen Pop und Schlager. Den Titeltrack motzt Rosenberg mit perlendem Eurodance zu einer Hymne der Toleranz auf. „Hass hat Hass nie besiegt, lass es Liebe sein“, singt sie. Und die sommerfrische Vorab-Pop-Single „Wann (Mr. 100%)“ kommt mit mächtiger Sinnlichkeit daher. Sowieso: die Liebe. Sie zieht sich durch das ganze Album.

Plattenkritik: Neues Album von Marianne Rosenberg

Sandra Ludewig/Telamo

Monströse Elektrosounds

In den besten Songs der Platte lässt Rosenberg den Dance etwas links liegen. So legt sie etwa im Laid-back-Stück „Spiel das Lied nochmal“ ihre bekannte Stimme über eine minimalistisches Klangbett. Und im wuchtigen „Du berührst mich“ geht die Musikerin mit ihrem Gesang in einen Zweikampf mit monströsen Electronica-Sounds. Der Song könnte auch genauso von Madonna stammen.

Dass es auf der Platte nicht ohne genretypische Klischee-Floskeln wie „eins und eins macht zwei“ oder „leben wir nur den Augenblick“ gibt – geschenkt. Rosenberg will an ihre Wurzeln anknüpfen. „Damals habe ich Disco-Grooves und Streicher in die deutsche Musik eingebracht“, sagte sie mit Blick auf ihre Mega-Erfolge in den 1970ern wie „Er gehört zu mir“ oder „Marleen“. Ihr heutiger Sound ist aber gut durchgelüftet. Doch die Rosenbergsche  Melancholie hört  man auf Titeln wie „Spiel das Lied nochmal“ immer wieder durch.

Plattenkritik: Neues Album von Marianne Rosenberg

Sandra Ludwig/Telamo

Zwei Jahre hat die Musikerin an dem Album gearbeitet. Geholfen hat ihr dabei Sohn Max. Das habe sich „wirklich total spontan ergeben“, sagte die Sängerin. „Ich habe vielleicht die Erfahrung eingebracht und mein Sohn die innovativen Ideen.“ Im Frühjahr 2021 geht sie mit der Platte auf Tour durch zehn deutsche Städte. Dann dürfte die Corona-Pandemie ja Geschichte sein. (dpa/KT)