Hot or not?Rapper Sero will den Rap hinter sich lassen: Hier ist „Numb“

Paul VerhobenPaul Verhoben | 04.07.2022, 19:44 Uhr
Rapper Sero
Rapper Sero wird Popsänger

@Bastimowka

Der Song „Numb“ schafft musikalisch gekonnt den Spagat zwischen krachendem College-Rock und einem klaren Pop-Bekenntnis, während Rapper Sero mit seiner unverwechselbaren Stimme einen tiefen Einblick in sein vermeintliches Selbst gewährt.

„Numb“ ist ein weiterer Vorbote aus dem neuen Album „Mondlicht“, das am 9. September erscheinen soll. Sero dazu: „Ich mag es, dass ich auf dem Song geschafft habe diese kleine super ehrlich Situation ein zu fangen die jeder irgendwie kennt und nachvollziehen kann: Ich seh‘ dein Bild auf meinen iPhone dich drück weg und geh nicht ran.“

Songs die gleich ins Ohr gehen

Sero gehört zweifelsfrei zu den wandlungsfähigsten und kreativsten Künstlern, die Deutschrap in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Mit „Mondlicht“ legt der Berliner ein Album vor, das mit dem Rap seiner ersten Releases nur noch wenig, manchmal sogar gar nichts zu tun hat.

Stattdessen schafft Sero, was nur den Wenigsten gelingt: Der beeindruckende Übergang hinein in den Pop – nicht als Phrase, sondern als Versprechen. Songs die ins Ohr gehen und einem im Herzen berühren.

Sero und die neue Männlichkeit im Rap

Eine erstaunliche Entwicklung, die aber nicht von ungefähr kommt. Nach der ersten Single „Holy“ und dem Debütalbum „One and Only“, aber auch diversen EPs und Remixen steht das Four-Music-Signing nicht nur als Schauspieler für den „Tatort“ vor der Kamera, sondern veröffentlicht mit „Regen“ 2020 auch ein Album, das vor allem auch vom Feuilleton gelobt wird, weil Sero mit seinen Songs zwischen Verletzlichkeit und Vulnerabilität endlich eine lang herbeigesehnte, neue Männlichkeit in den Rap bringt.

Was auf „Regen“ bereits anklingt, findet in den folgenden Monaten seine Vollendung. Der 30-Jährige Musiker lässt Rap mehr und mehr hinter sich.

„Ich feiere einfach nicht mehr, wie durchschnittlicher Rap heute klingt. Das ist oft nicht meins und vieles davon möchte ich nicht bedienen. Ich wollte das alles hinter mir lassen. Die Trends, die Sprache, das Gehabe – und stattdessen einfach als der Mensch wachsen, der ich bin.“ Also nimmt Sero sich Zeit. Für seinen Sound, für ein neues Album und vor allem für sich selbst. „Die beste Entscheidung meines Lebens“, wie er sagt.



Die Songs changieren gekonnt zwischen Feel-Good-Vibes und schweren Stimmungen. Eine melancholische und melodische Melange. Emotional und euphorisch auf der einen, bittersüß auf der anderen Seite. „Dieses Album ist der Versuch, mein Herz zu befreien“, sagt Sero. „Ich will damit die Regenwolken vertreiben und all die negativen Gedanken einfach ziehen lassen.“