Rapper und „4 Blocks“-Star Massiv weint in Interview

Rapper und 4 Blocks-Star Massiv weint in Interview
Rapper und 4 Blocks-Star Massiv weint in Interview

Foto: IMAGO / Eibner

07.09.2021 11:45 Uhr

Die Rap-Karriere des wohl sympathischsten Rappers Deutschlands ging steil bergauf: Vom Skandal-Song „Wenn der Mond in mein Ghetto kracht“ bis zu seiner Rolle in „4 Blocks“ hat es der gebürtige Palästinenser weit gebracht. Trotzdem lässt ihn sein Werdegang in einem Interview sehr emotional werden.

Rapper Massiv (38) hat eine ziemlich bewegte Lebensgeschichte: Als Flüchtlingskind palästinensischer Eltern aus dem Libanon kam der talentierte Musiker nach Deutschland – brach die Schule ab, versuchte fünf Ausbildungen, um letztendlich einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands zu werden.

In einem Interview bricht er über seine Lebensgeschichte in Tränen aus.

Massiv als Gründungsvater des deutschen Gangster-Rap

Wer erinnert sich noch an das Gangster-Rap-Juwel „Wenn der Mond in mein Ghetto kracht“? Das war einer der ersten Songs des Rappers, der kommerziell eingeschlagen hat. Mit raffinierten Reimketten erzählt Massiv von seinen Struggles als Ausländer in Deutschland:

„Ich hab‘ gebettelt für mein Arbeitslosengeld II
Hier wird gemordet wegen einem lila Geldschein
Hier im Ghetto spielt wirklich jeder Lotto
Keiner ist zufrieden mit seinem Dreihundert-Monats-Netto“

Foto: IMAGO / STAR-MEDIA

Massiv erinnert sich unter Tränen an seine Anfänge

Die deutsche Migrations-Jugend feierte die Ehrlichkeit und die Härte seiner Rap-Poetik. Massiv erinnert sich zurück an den Tag, als „Wenn der Mond in mein Ghetto kracht“ in Berlin am Leopold-Platz vor 1500 Menschen abgespielt wurde.

„Ich stehe zwischen diesen vielen Menschen, ganz alleine, während mein Song läuft und alle mitsingen. Und mir laufen die Tränen herunter, weil ich diesen Moment einfach nicht realisieren kann“. Und während er sich erinnert, bricht der starke Rapper während des Interviews mit Akay im „Passion Talk“ auch heute nochmal in Tränen aus.

Massiv: „Die Leute haben meinen Erfolg vergessen“

Auch wenn er stolz auf seinen damaligen Erfolg ist, so fehlt dem Rapper heutzutage doch ein wenig die Anerkennung: „Die Leute haben meinen Erfolg heute vergessen. Ich hatte nach dem Song ein paar schwere Jahre – mir wurden viele Steine in den Weg gelegt. Und heute fehlen mir irgendwie die Lorbeeren. Aber die besten Leute sind ja auch oft die Unbekanntesten. Und ich kann heute für mich sagen: Mein größter Erfolg ist, dass ich trotz Reichtum und Status derselbe Mensch geblieben bin.“

So bescheiden muss der Rapper aber gar nicht sein: Mit verschiedenen Businesses, wie einem Shisha-Tabak-Imperium oder als Schauspieler in der preisgekrönten Serie „4 Blocks“ hat es der Musiker zum Multimillionär geschafft.

Foto: IMAGO / koall

Massiv kritisiert junge Rapper: „Keiner will für den Erfolg arbeiten“

In dem aktuellen Interview kritisiert Massiv aber auch die heutigen Rap-Newcomer: „Viele Künstler denken heute nur daran, Geld zu verdienen. Es geht ihnen nicht mehr um die Kunst, die Message und die besten Rhymes, sondern um den Vergleich, wer hat mehr Geld, die dickere Uhr. Keiner ist mehr bereit etwas zu riskieren für seinen Erfolg, All-In zu gehen.“

Massiv ist definitiv All-In gegangen: Als Kind libanesischer Flüchtlinge, ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung ist er mit seiner Passion und einer großen Portion Talent All-In ins Showbiz gegangen, und hat ohne es vorherzusehen die deutsche Rap-Szene erheblich beeinflusst. (SeS)