Dienstag, 3. Mai 2011 12:16 Uhr

Retro Stefson: Der neueste Schrei in Sachen Popmusik kommt aus Island

Berlin. Sie sind irgendwie ein Geheimtipp für 2011: Retro Stefson aus Island begeistern durch ihre wahrlich ungezügelte Energie. Auf dem Album „Kimbabwe“, das am 20. Mai veröffentlicht wird, geht es dieser Band nicht darum, bereits Vorhandenes zu reproduzieren, jedenfalls nicht auf puristische Weise. Eher arbeitet sie daran, disparate Stile zu fusionieren. „Disco House, Pop, tropisch“ – so beschreiben sich Retro Stefson selbst auf ihrer Myspace-Seite. Damit repräsentieren sie das sehr zeitgemäße Ansinnen, unterschiedliche Musikstile nicht mehr als unversöhnlich zu betrachten.

Retro Stefson, die ihren Namen der Tatsache verdanken, dass gleich drei Mitglieder den Nachnahmen Stefansson tragen, gelten als der diesjährige Geheimtipp im erweiterten Indie-Pop-Kosmos. Nachdem ihr Debüt-Album „Montana“ im Jahre 2009 bereits in ihrer isländischen Heimat fuür Furore
gesorgt hat, soll mit dem zweiten Werk „Kimbabwe“ nun der Rest der Welt überzeugt werden.

Tatsächlich bringt die Band, eine Menge Voraussetzungen mit sich, die die hohen Erwartungshaltungen rechtfertigen. Die Bandmitglieder sind jung, kosmopolitisch und voller ungezügelter Energie. Sie kennen sich aus dem Kindergarten bzw. der Grundschule. Ihre erste Band namens Diablo, die sich noch dem Rap verschrieben hatte, lösten sie auf, weil ihren Eltern der Bandname nicht gefiel. Leuten, die lieber Rücksicht auf ihre Eltern nehmen statt erstarrte Gesten jugendlichen Rebellentums zu reproduzieren, sollte vertraut werden!

Überhaupt geht es dieser Band nicht darum, bereits Vorhandenes zu reproduzieren, jedenfalls nicht auf puristische Weise. Eher arbeitet sie daran, disparate Stile zu fusionieren. „Disco House, Pop, tropisch“ – so beschreiben sich Retro Stefson selbst auf ihrer Myspace- Seite. Damit repräsentieren sie das sehr zeitgemäße Ansinnen, unterschiedliche Musikstile nicht mehr als unversöhnlich zu betrachten.

Diesem Ansatz trägt der ganz auf musikalische Entgrenzung setzende Sound von „Kimbabwe“ Rechnung. Der Albumtitel nimmt bereits vorweg, dass Retro Stefson mit Afrobeat-Einflüssen flirten, aber darin erschöpft sich ihr Spektrum bei weitem nicht. So haben Retro Stefson kein Problem damit, Weltmusik im Sinne Cesaria Evoras (die sie durch ihre Eltern kennen gelernt haben), mit oktavierten Disco-Bassläufen kurzzuschließen, die an das New Yorker DFA-Label denken lassen.

Ein Merkmal, das das ganze Album prägt, ist seine positive, beschwingte und lebensbejahende Ausrichtung. Dabei kommt die Musik ohne aufgesetzt schrille oder kreischende Töne aus. Stattdessen wird das Klangbild beherrscht von angenehmer Ausgewogenheit und organischen, transparent gehaltenen Texturen, die den Eindruck erwecken, die Songs würden von einer frischen Brise durchweht. Stellvertretend dafür sei „Kimba“ genannt, diese Hommage an den weißen Löwen, die sich durch verschwurbeltste Breaks bewegt, aber melodietechnisch stets intakt bleibt. Am Ende fragt man sich, ob Thin Lizzy so geklungen hätten, wenn sie sowohl afrikanischen Pop als auch Italo-House gemocht hätten (eine blöde Frage, sie muss unbeantwortet bleiben).

Die Tour-Termine für den Sommer:

05.05.11 Hamburg, Immergut aufwärmen @ Uebel & Gefährlich
06.05.11 Potsdam, Immergut aufwärmen @ Waschhaus
20.05.11 Leipzig, Pop-Up Messe @ UT Connewitz
28.05.11 Neustrelitz, Immergut Festival
11.08.11 Rees-Haldern, Haldern Festival
22.-24.09.11 Hamburg, Reeperbahnfestival

Fotos: Mali Lazell

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