Freitag, 13. April 2018 23:00 Uhr

Revolverheld; Johannes Strate über das neue Album und mehr

Fünf Jahre haben sich Revolverheld für ihr fünftes Studioalbum Zeit gelassen, jetzt melden sie sich zurück. Mit einer neuen Platte, die heute erschienen ist, und – wie die Musiker selbst sagen – ihrem bisher politischsten Lied.

Revolverheld; Johannes Strate über das neue Album und mehr

Foto: Benedikt Schnermann

In die Top Ten hat es die Hamburger Band Revolverheld bislang mit jedem ihrer vier Studioalben geschafft. Jetzt nehmen die vier Musiker, die Hits wie „Ich lass für dich das Licht an“, „Mit Dir chilln“ und „Spinner“ landeten, wieder Anlauf mit einer neuen Platte. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur erzählt Sänger und Gitarrist Johannes Strate von der Entstehung des Albums – und Momenten, in denen ihm sein Herz bis zum Hals schlug.

Ihr habt den Titelsong für den Kinofilm „Dieses bescheuerte Herz“ mit Elyas M’Barek geschrieben – wie seid ihr mit diesem harten Thema, der Geschichte über einen schwerkranken Jungen, in Berührung gekommen?
Wir haben Daniel, den Jungen, um den es geht, vor ein paar Jahren in Hamburg kennengelernt. Daniel leidet ja leider unter sehr vielen Krankheiten. Er hat mir dann damals das Buch geschenkt und mir noch eine süße Widmung reingeschrieben. Als ich es dann gelesen habe, hat mich die Geschichte sehr gerührt. Ich war vor allem beeindruckt, dass er es schafft, ein positiver Typ zu bleiben und wirklich jeden Moment zu leben, als sei es sein letzter. Als dann klar war, dass die Geschichte verfilmt wird und uns der Produzent gefragt hat, ob wir den Titelsong machen wollen, haben wir sofort zugesagt.

Der Song heißt „Das Herz schlägt bis zum Hals“. Wann schlug Ihnen zuletzt das Herz bis zum Hals?
Mir schlägt das Herz relativ oft bis zum Hals, weil ich Musiker bin und der Job einfach toll ist. Wenn ich abends ein Konzert spiele und da stehen 10.000 erwartungsfreudige Gesichter, bin ich schon ein bisschen nervös, aber meistens werden das dann großartige Abende. Ansonsten war ich letztens mit meiner Freundin und meinem Sohn in Südafrika – und als wilde Tiere neben dem Auto hergelaufen sind, da muss ich gestehen, schlug mir das Herz auch bis zum Hals.

Macht Ihr Euch Druck, an Euer vergangenes – bisher erfolgreichstes – Studioalbum anzuknüpfen?
Ich versuche mich eigentlich immer von dem Druck freizumachen und da positiv ranzugehen. Das gelingt mir, glaube ich, auch ganz gut. Wir sind jetzt so lange zusammen unterwegs, haben viele Alben gemacht und sind sehr frei in dem, was wir machen können. Das nimmt einem den Druck. Wir bereiten unser Zeug in Ruhe vor, schreiben sehr viel und legen das dann irgendwann der Plattenfirma auf den Tisch – und hoffentlich sind dann auch ein paar Songs dabei, die nicht nur uns gefallen.

Revolverheld; Johannes Strate über das neue Album und mehr

Foto: Benedikt Schnermann

„Zimmer mit Blick“ ist – wie Ihr selbst sagt – Euer bisher politischstes Lied. Was wollt Ihr Euren Fans mit auf den Weg geben?
Das „Zimmer mit Blick“ ist für uns in der Tat nicht das Zimmer, aus dem man rausguckt, sondern stellt die eigene Komfortzone dar. Diese Zone verlässt man ja sehr ungern, und darauf wollten wir aufmerksam machen. Die Welt ist leider kompliziert, es ist viel los und man weiß nicht mehr, was falsch und richtig ist. Schwarz und weiß gibt es so in der Art nicht mehr. Aber das ist kein Grund zu sagen, dass einen die Welt nicht mehr interessiert und nach mir die Sintflut kommen kann. Egal, ob es um den Klimawandel geht oder darum, einfach – wie unsere Eltern das in den 68ern gemacht haben – eine Haltung zu entwickeln. Die meisten von uns führen ein sehr privilegiertes Leben, und dann ist es einfach schön, wenn man nicht nur an sich selbst denkt. Es gibt ja viele Möglichkeiten, Gutes zu tun.

Revolverheld; Johannes Strate über das neue Album und mehr

Foto: Benedikt Schnermann

ZUR PERSON: Johannes Strate (38) ist Sänger von Revolverheld, die 2005 ihr Debütalbum veröffentlichten. Ebenfalls zur Band gehören Gitarrist Niels Hansen (37), Schlagzeuger Jacob Sinn (37) und Gitarriste Kristoffer Hünecke (39). Interview: Marek Majewsky, dpa

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