10.06.2020 22:49 Uhr

Ricky Martin ist wieder da

SonyMusic

Eigentlich hatte Ricky Martin für 2020 die Veröffentlichung eines neuen Studioalbums geplant. „Movimiento“, so der Titel, sollte sich mit der jüngeren Geschichte seiner Heimat Puerto Rico auseinandersetzen, mit dem Hurrikan „Maria“ im Jahr 2017, den politischen Protesten 2019 und den Erdbeben der vergangen zwei Jahre.

Ricky Martin

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Doch dann kam die COVID-19-Krise und machte dem Grammy-Preisträger – wie dem Rest der Welt auch – einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Die Quarantäne-Situation setzte dem 48-Jährigen, der es gewohnt war, vor Freunden und seiner Familie möglichst „unbeeindruckt und gefasst“ zu agieren, gewaltig zu: er erlebte Panikattacken und machte eine schwere Krise durch.

Bereit für „die neue Normalität“

„Wenn man darüber nachdenkt, wird wohl jeder damit übereinstimmen, dass keiner mehr ‚zurück zur Normalität‘ zurückkehren will, wie sie vorher war“, erklärt er. „Ich bin bereit für ‚die neue Normalität‘. Ja, die Unklarheit, wie es wohl werden wird, kann eine Herausforderung sein, doch ich bin mir sicher, es wird besser, als der Weg, den wir zuvor eingeschlagen hatten“.

Ricky Martin

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„Die Welt/das Leben/eine höhere Macht/Gott (oder an was immer man glaubt) hat uns dazu gezwungen, aus dem Weg zu gehen und uns zu Hause einzuschließen, denn unser Verhalten war dem natürlichen Lauf der Dinge im Weg“, fährt er fort. „Die Botschaft war klar: wir müssen anhalten und uns auf uns selbst fokussieren.“

Comeback mit EP „Pausa“

Als ihm sein Mann einige Bilder zeigte, was überall auf der Erde ohne die Menschen vor sich ging, wurde Ricky Martin bewusst: die Welt begann zu heilen. Seine Angstzustände legten sich und er konnte sich Schritt für Schritt wieder an die Arbeit machen. Er rief von Los Angeles aus, wo er den Lockdown erlebte, sein Team an, seinen Produzenten in Miami und seinen Engineer in New York. Obwohl sein geplantes Album schon fast vollendet gewesen war, spürte er, wie die Pandemie und die persönlichen emotionalen Turbulenzen eine neue Kreativität freigesetzt hatten. „Ich fühlte, dass ich aufwachen musste“, beschreibt Martin den Zustand heute.

Die ersten musikalischen Ergebnisse liegen jetzt vor: die EP „Pausa“ enthält sechs Stücke, darunter fünf Kollaborationen. Der EP-Opener „Simple“ entstand in Zusammenarbeit mit Sting, „Recuerdo“ mit der mexikanischen Singer-Songwriterin Carla Morrison, „Quiéreme“ mit dem spanischen Flamenco-Sänger Diego el Cigala und „Cae de Una“ und „Cántalo“ mit den puerto-ricanischen Künstlern Pedro Capó, Residente und Bad Bunny.

Im September soll eine zweite EP mit dem Titel „Play“ folgen, die – im Gegensatz zu den langsamen Songs und Balladen auf „Pausa“ – überwiegend Uptempo-Stücke enthalten wird.

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