Rina Sawayama: Ist hier eine neue Pop-Königin in Sicht?

Rina Sawayama: Ist hier eine neue Pop-Königin Sicht?

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01.01.2021 20:35 Uhr

2021 wird ihr Jahr: Davon sind Rina Sawayama und ihre Fans überzeugt. Und in der Tat stehen die Sterne sehr gut für die 30-jährige Sängerin mit japanischen Wurzeln.

Ganz nach dem Motto „Mir wird schnell langweilig. Ich möchte immer dahin gehen, wohin sonst keiner geht – so wie die Künstler, die ich liebe“, erobert Rina Sawayama Stück für Stück das Musik-Biz und die Herzen ihrer Fans.

Und schon jetzt gilt sie als wahres Phänomen: Denn auch wenn Kritiker ihre Musik feiern und ihr Album „Sawayama“ zu den besten Platten des Jahres 2020 wählten, gilt die hübsche Sängerin noch immer als echter Geheimtipp.

Rina Sawayama: Übernimmt sie 2021 den Pop-Thron?

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„Meine Mum hasste mich dafür“

Geboren wurde Rina im japanischen Niigata und zog Mitte der 90er mit ihrer Familie nach London, wo sie eine Kindheit verbrachte, die stark vom Scheidungskrieg ihrer Eltern geprägt wurde. Diese traumatischen Erlebnisse hinterließen Spuren bei Rina, wie sie später in Interviews verriet. Sie sei dadurch zum Problemkind geworden und habe unter teils schweren Depressionen und Essstörungen gelitten.

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Sie habe auch schon früh hemmungslos Alkohol getrunken und unerlaubte Dinge getan, verrät sie weiter im Gespräch mit „Pitchfork“: „Meine Mum hasste mich dafür, versteht aber auch, warum ich so ausrastete.“ Irgendwann habe sie sich aber wieder gefangen und ging an der Cambridge University Politik, Psychologie und Soziologie studieren. So richtig ihr Ding sei das aber nie gewesen, denn sie hasste die Einrichtung „mit jeder Zelle meines Körpers“.

Eine wie keine

Auch wenn sie die Uni hasste und das Studium oft als frustrierend empfand, fand Rina in dieser Zeit eine Sache, die sie glücklich machte: Die Musik. So schloss sich die 30-Jährige der HipHop-Crew Lazy Lion an. Angefixt von ihrer Liebe zur Musik entschloss sie sich fortan, ihre Musikkarriere im Leben an die vorderste Stelle zu packen.

Um ihre Musik zu finanzieren, jobbte sie als Model und wurde in kurzer Zeit recht erfolgreich damit und konnte für bekannte Labels wie Versace, Uniqlo, Jourdan Dunn und John Yuyi modeln und landete sogar mehrfach in der Vogue.

Bubblegum-Pop mit Sinn

2017 brachte Sawayama mit „RINA“ ihr erstes Mini-Album auf den Markt, welches sehr gute Kritiken erzielte. Über den darauf vertretenen Mix aus Dance Pop, HipHop und Rock sagte sie damals: „Ich wollte der Bubblegum-Pop-Form von Britney Spears und N Sync neuen Sinn verleihen und über etwas Politisches schreiben.“

Vor allem im darauffolgenden Jahr konnte Rina mit ihrer Single „Cherry“ und dem dazugehörigen Video auf sich aufmerksam machen. Darin singt sie von ihrer Pansexualität, die sie anschließend auch öffentlich machte. „Privat habe ich mich schon vor einer ganzen Weile geoutet. Nun habe ich zum ersten Mal so offensichtlich darüber geschrieben, dass es sich einfach nicht mehr verstecken lässt.“

„Wie Britney Spears im Remix von Korn“

2019 überschlagen sich die Ereignisse für Rina: So geht sie mit Charli XCX auf Tour, spielt an der Seite von Idris Elba in der Netflix-Serie „Turn Up Charlie“ und veröffentlich ihr erstes richtiges Album. Dabei überrascht vor allem ein Song: „STFU!“ Darin treffen Heavy Metal und Bubblegum-Pop aufeinander und das beschreibt „Billboard“ wie: „Britney Spears im Remix von Korn.“

Ihre Entscheidung zu diesem unvorhersehbaren Stil-Mix erklärt Sawayama so: „Immer, wenn man Metal hört, ist es eine Überraschung.“ Und diese Überraschung kommt an: Mittlerweile konnte Rina alleine bei Instagram mehr als 438.000 Fans um sich scharen. Einer von ihnen ist Elton John, der sich erst kürzlich als großer Bewunderer von ihr outete. In seinem Podcast „Rocket Hour“ erklärte dieser im Juni: „‚Sawayama‘ ist bei weitem das stärkste Album des Jahres.“ (DA)