Schwesta Ewa: Früher Prostituierte, jetzt Rap-Star

25.02.2015 23:34 Uhr

Vor drei Jahren war die gebürtige Polin noch Prostituierte, dann schaffte sie den Absprung und jetzt ist sie Rap-Star: Schwesta Ewa (30), die eigentlich Ewa Müller heißt, hat im Januar ihr Debütalbum ‚Kurwa‘ (Polnisch für ‚Nutte‘) herausgebracht.

Und das kann schon einen bemerkenswerten Erfolg verzeichnen: Es stieg nämlich direkt auf Platz elf der Charts ein. Sogar einen Auftritt in der Sendung ‚Circus HalliGalli‘ von Joko und Klaas kann sie bereits verzeichnen. Ewa wurde von dem Bonner Rapper Xatar (33) entdeckt, der auch ihr erstes Album produzierte.

Ihr Leben bis jetzt gestaltete sich aber weniger „rosig“: Sie wächst in Kiel auf. Ihre Kindheit mit zwei jüngeren Brüdern zeichnete sich hauptsächlich durch Brutalität und Armut aus. Von der Mutter wurde sie geschlagen. Ihren Vater kennt sie nicht. Als ihre Mutter im sechsten Monat mit ihr schwanger war, musste der wegen Mordes ins Gefängnis. Die Familie hatte kaum Geld und so holte sich Ewa heimlich Anziehsachen aus Altkleider-Containern. Die Schule schließt sie nicht ab, sondern verlässt sie mit 16 Jahren. Zu dieser Zeit verkauft sie auch Drogen und ist selber abhängig.

Aus ihrem Traum, Ergotherapeutin zu werden, wird (erst einmal) nichts. Sie hält sich mit Jobs als Kellnerin über Wasser und bekommt dabei Kontakt zu Prostituierten. Das schnelle und viele Geld, dass man dadurch machen kann, fasziniert sie. Als sie volljährig ist, fängt sie schließlich selber damit an und landet in Frankfurt am Main. Zehn Jahre lang arbeitet sie als Prostituierte, obwohl sie mit schrecklichen Erlebnissen fertig werden muss. Ihre Vergangenheit hat sie deshalb auch, was ihre Sicht auf Männer anbetrifft, gewaltig geprägt. Vertrauen gegenüber dem männlichen Geschlecht sucht man bei ihr nämlich mittlerweile vergebens. Dafür hätte sie zuviel erlebt und zuviel gesehen, wie sie im Interview mit dem Magazin ‚Stern‘ erzählt. Beispielsweise hatte sie viele „Kunden“, die mit ihren Kindersitzen im Auto angefahren kamen und mit ihren Eheringen am Finger.

Außerdem auch genügend Kerle, die richtig perverse „Spielchen“ mit ihr wollten und reichlich Gewalterfahrungen: „Ich habe oft Schläge kassiert von irgendeinem Psychofreier, der reinkommt mit Aktentasche und Krawatte. Und ich dachte: ‚Schön, mal ein gepflegter deutscher Mann.‘ Und ich drehe mich um, und er schlägt mich komplett nieder. Und du weißt gar nicht, was los ist“, so Ewa gegenüber dem Magazin Stern‘. Doch dann dreht sich das Blatt: Mittlerweile hat sie ihr musikalisches Rap-Talent entdeckt.

Das führt dazu, dass ihr Bekannter Xatar auf sie aufmerksam wird und ihr vorschlägt, eine Karriere in dieser Richtung anzustreben. Sie wird von seinem Label ‚Alles oder nix‘ direkt unter Vertrag genommen. Ihre Texte sind gewöhnungsbedürftig und prollig, aber wegen ihrer Erfahrungen „auf der Straße“ eben auch sehr authentisch. Das Video ‚Schwätza‘ schafft sofort weit mehr als fünf Millionen Klicks. Dann kommt das Mixtape ‚Realität‘ heraus und erst vor Kurzem ihr Debütalbum ‚Kurwa‘. Obwohl ihre Texte manchmal nur „schwer verdaulich“ sind, scheint sich die Rapperin tatsächlich in der Musikszene etabliert zu haben. Der Erfolg zumindest gibt ihr Recht…(CS)