Sommer Open-Air-Konzerte mit Impfausweis oder Schnelltests?

Sommer Open-Air-Konzerte mit Impfausweis oder Schnelltests?
Sommer Open-Air-Konzerte mit Impfausweis oder Schnelltests?

© IMAGO / Future Image

08.02.2021 13:47 Uhr

Werden im Sommer in den Konzerthäusern wieder die Champagnerkorken knallen? Veranstalter Schwenkow sieht Licht am Ende des Tunnels - zumindest für Freiluftkonzerte und mit Hilfe von Immunitäts-Bestätigungen der Gäste.

Der Veranstalter Peter Schwenkow sieht eine Chance, dass in diesem Sommer wieder Freiluftkonzerte und Shows möglich werden.

„Wenn wir im Juni oder Juli etwa 80 Prozent der impfbereiten Menschen versorgt haben, dann sollten wir kleinere Veranstaltungen und Open-Air-Events durchführen können“, sagte Schwenkow, Vorstandsvorsitzender des Veranstalters DEAG (Deutsche Entertainment AG), dem „Tagesspiegel“ (Montag).

Sommer Open-Air-Konzerte mit Impfausweis oder Schnelltests?
Veranstalter Peter Schwenkow sieht eine Chance, dass in diesem Sommer wieder Freiluftkonzerte und Shows möglich werden.

Soeren Stache/dpa

Impfausweis oder Schnelltests

Es wäre denkbar, dass Zuhörer dafür den Impfausweis, einen negativen PCR-Test oder eine Immunitäts-Bestätigung vom Arzt vorzeigen müssen. Wer keinen Test hat, könnte sich vor der Veranstaltung einem Schnelltest unterziehen.

„Warum soll man nicht 2.000 Menschen in die Philharmonie lassen, wenn die alle getestet und geimpft worden sind? Organisatorisch oder technisch ist das kein Problem“, sagte Schwenkow. „Die Frage ist, ob man einen Beamten findet, der das genehmigt. Denn wir haben ja eine Renaissance von Restriktionen und ein Berufsverbot für viele Bereiche, darunter auch die Kreativwirtschaft“, sagte der DEAG-Chef.

Private Anbieter sind im Vorteil

Ob Veranstalter nach Geimpften und Ungeimpften trennen können, ist offen. „Ganz allgemein“, so hatte das Bundesjustizministerium im Dezember erklärt, könne es privaten Anbietern im Rahmen der Vertragsfreiheit freistehen, „den Abschluss von Verträgen oder den Zutritt zu ihren Liegenschaften zu verweigern“.

Inzwischen habe die Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Corona-Krise erkannt, wie wichtig die Kreativwirtschaft sei, sagte der DEAG-Chef. In einem normalen Jahr setze sie gut fünf Milliarden Euro um. „Wir sind nicht Tingeltangel, sondern eine seriöse Dienstleistungsindustrie.“

Bis April oder Mai 2022 rechnet Schwenkow nicht mit Auftritten internationaler Künstler vor allem aus den USA in Europa. „Dann gibt es also genügend Platz für die heimischen Entertainer.“ Er rechne mit einem Aufblühen des Kulturlebens – „so wie in Berlin nach dem Ersten Weltkrieg in den 1920er Jahren der Korken mit einem
unglaublichen Druck aus der Champagnerflasche geflogen ist“.

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