Donnerstag, 13. November 2014 17:00 Uhr

Sven Väth bringt „Sound of the 15th Season“ an den Start

Leicht verspätet zum 50. Geburtstag des Techno-Großmeisters Sven Väth erscheint ‚Sound of the 15th Season‘ und das durchgemixte Werk empfehlen wir wärmstens, auch wenn keine Gitarren oder Akkordeons darauf vorkommen. Wir verlosen das Album, das am 21. November erscheint und im folgenden gab der unermüdliche Produzent der dpakürzlich  ein ausführliches Interview.

Sven Väth bringt "Sound of the 15th Season" an den Start

Wie fühlen Sie sich – mit bald 50?
Ich fühle mich sehr gut, danke.

Während wir dieses Gespräch führen, machen Sie gerade eine Ayurveda-Kur. Ist das Ihr Ausgleich zum anstrengenden Nachtleben?
Sicherlich trägt die Kur auch dazu bei, mein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. Aber Ayurveda ist nicht nur etwas für gestresste Manager oder viel reisende DJs. Ayurveda ist eine der ältesten Heilkunden und stammt aus Indien. Mit verschiedenen Therapien wie Wärmebehandlungen, Massagen, Yoga, Meditation und einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung soll der Körper entschlackt werden und so seine innere Balance wiederfinden. Ayurveda ist für jeden gut.

An wie vielen Abenden im Jahr stehen Sie noch am DJ-Pult?
Pro Jahr spiele ich weltweit etwa 120 Gigs.

Wie kriegen Sie das mit Ihrer Familie unter einen Hut? Sie haben ja inzwischen auch Kinder.
Das geht nur mit Respekt und Toleranz meiner Familie. Dennoch bin ich geschieden seit einem Jahr. Meine Tochter Pauline ist 25 Jahre alt und steht voll im Leben. Sie ist entzückend und sehr liebenswert und geht selbstbewusst ihren Weg. Mein Sohn Tiga ist jetzt vier Jahre alt und wurde gerade in die Vorklasse eingeschult in ein Englisches College in Ibiza. So oft es geht, versuche ich Zeit mit ihm zu verbringen. Er ist jetzt schon ein großer Showman und mein Sonnenschein.

Sven Väth bringt "Sound of the 15th Season" an den Start

Sie legen seit weit über 30 Jahren Platten auf. Wie hat sich Techno als Musik und Techno als Szene seither verändert?
Als Musik ist sich Techno sehr treu geblieben. Dennoch gibt es immer wieder Mikro-Trends im Sound und Groove. Techno hat Drive mit hypnotischen Rhythmen, harten und weichen Sequenzen. Melodien sind auch erwünscht, wenn sie nicht zu banal sind. Zur Zeit sind wieder viel analoge Sounds angesagt, das gibt der Musik mehr Charakter, sie klingt dadurch etwas „schmutziger“, andererseits sind auch wieder viele Harmonien zu hören.
Was die generelle Techno & House Szene anbelangt: Sie ist, wie immer, in Bewegung. Sie findet nach wie vor in den Clubs statt, aber sie wächst auch immer stärker auf dem internationalen Festival-Markt wie zum Beispiel der Time Warp, dem Love Family Park, den Pollerwiesen, dem Melt Festival, Cocoon in the Park, Awakenings, usw.. Es gibt sogar eigene Konferenzen, die sich mit der elektronischen Musik und Szene befassen wie das Amsterdam Dance Event (ADE), die Sonar in Barcelona und dem International Music Summit (IMS) in Ibiza. Techno ist ein Riesen-Geschäft geworden.

Spielen Drogen heute eine geringere Rolle als in den Anfangsjahren – und wie war das bei Ihnen persönlich?
Drogen sind in jeder Musik-Szene anzutreffen, so auch in unserer. Ob heute weniger oder mehr konsumiert wird, kann ich nicht sagen, das ist sicher auch unterschiedlich von Land zu Land. Die größte Rolle scheinen Drogen für die Medien zu spielen, kein Interview, in dem ich nicht danach gefragt werde. Aber das ist schon ok, damit kann ich leben. Für mich gilt heute mehr denn je: Musik ist meine Droge. Sonst würde ich meine berühmten Mammut-Sets von zwölf Stunden gar nicht schaffen Und wenn ich nicht in meiner ayurvedischen Phase bin, die von Oktober bis Januar dauert, trinke ich ganz gern Champagner oder Bier oder auch mal einen Stählemühle Brand.

Sie sind ja nicht nur DJ, sie eher auch Unternehmer: gründen Clubs, produzieren Musik, veranstalten Partys. Ein einträgliches Geschäft oder eher permanentes Risiko?
Der Markt verändert sich unwahrscheinlich schnell. Wo man vor zwei Jahren noch alleine stand, gibt es heute gleich vier verschiedene Mitstreiter. Man muss sehr flexibel und schlagfertig sein, gerade im Geschäft mit Events. Mit dem Plattenlabel kann man froh sein, wenn es die Ausgaben einspielt. Man muss scharf kalkulieren, wenn man sich nicht einer gewissen Kommerzialität unterwerfen möchte. Aber mit einem guten Team ist das machbar und hat auch Zukunft.
Mein Handwerk als DJ ist nach wie vor ein weltweit erfolgreiches.

Sven Väth bringt "Sound of the 15th Season" an den Start

Ihr letzter Laden, der Cocoon-Club, hat vor ein paar Jahren dicht gemacht. Was ist da schief gelaufen?
Das stimmt, aber wir hatten auch achteinhalb tolle Jahre im Cocoonclub und wurden mit vielen Auszeichnungen bedacht, unter anderem dem Design Award für Deutschland. Der schönste Club der Welt war er definitiv! Leider hat sich der Standort nicht wie versprochen zu unseren Vorteil entwickelt. Dazu kam noch ein sehr anspruchsvolles Restaurant-Konzept – ausgezeichnet mit einen Michelin Stern wohl bemerkt – das aber wirtschaftlich so nicht aufging. Wir wurden international gefeiert als der Club der Zukunft und als visionäres Projekt der Unterhaltungs- Gastronomie. Vielleicht hätten wir einfach abheben sollen mit dem UFO Gebäude,
ich bin mir sicher, in London oder Tokio hätte man uns mit Applaus empfangen.

Stimmt es, dass schon Ihre Eltern eine Disco hatten und Sie als Jugendlicher dort Schlager aufgelegt haben?
Als ich 16 war, hat meine Mutter mich gefragt, ob ich als DJ im „Queens Pub“ ,so hieß ihre Diskothek, anfangen möchte. Ich habe mich unendlich gefreut und JA gesagt. Dort spielte ich alles von Disco über Soul & Blues bis hin zur Marianne Rosenberg und Kraftwerk.

Sven Väth bringt "Sound of the 15th Season" an den Start

Was haben Sie so vor in den nächsten, sagen wir: zehn Jahren?
Ich möchte viel Zeit mit meinen Sohn und mit meiner Familie verbringen. Und natürlich weiter meiner Leidenschaft nachgehen, weltweit Menschen auf dem Dancefloor friedlich zu vereinen, das gilt ja ganz besonders in unserer krisengebeutelten Zeit.

_______________________________________________________________________________

klatsch-tratsch.de verlost 3 Alben von Sven Väths‘ ‚Sound of the 15th Season‘
1. Um teilnehmen zu können, mußt Du Fan unserer Facebook-Seite sein!
2. Schreib uns bis zum 21. November 2014 in einer Mail Deinen Facebook-Namen und im Betreff bitte ‘Sven Väth‘

Deine Mail geht an: gewinnspiel@klatsch-tratsch.de.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden benachrichtigt.
_______________________________________________________________________________

Fotos: Daniel Woeller

Das könnte Euch auch interessieren

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren